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Robert Gabriel Mugabe ist ein Despot, dessen Zeit abgelaufen ist.
Das war nicht immer so. Lange galt er als einer der großen Freiheitshelden Afrikas.
Wie viele afrikanische Länder erreicht auch Simbabwe in den sechziger Jahren die Unabhängigkeit.
Allerdings ist es keine Befreiungsbewegung, die das Land für unabhängig von Großbritannien erklärt, sondern das Siedler-Regime unter Ian Smith (rechts im Bild, mit dem britischen Außenminister Alec Douglas-Home).
Noch heißt das Land nicht Simbabwe, ...
... sondern Rhodesien. Gegen die Smith-Regierung kämpft die "Zimbabwe African National Union", kurz ZANU, deren militärischen Flügel der einstige Jesuitenschüler Mugabe führt.
Ende der siebziger Jahre vermittelt Großbritannien zwischen den Rebellen und der rhodesischen Regierung.
1980 erreicht das Land das Ziel der Befreiung. Länger dauert es nur in Namibia und in Südafrika.
Es ist Mugabe, der Simbabwe nach einer Zeit im Untergrund, Flucht, Folter und Haft in die Unabhängigkeit führt. Die Wahlen vom Februar 1980 gewinnt seine ZANU.
Lange Zeit verblüfft der stets elegant gekleidete Intellektuelle - der in Ghana Jura, Ökonomie, Philosophie, Geschichte und Englisch studiert hat - die Welt mit einem Versöhnungskurs für Schwarz und Weiß.
Dabei wird übersehen, dass Mugabe schon damals äußerst skrupellos ist. In einem innerparteilichen Machtkampf lässt er seine Armee 20.000 Angehörige des Ndbele-Volkes töten.
Für die weiße Minderheit bleiben zunächst 20 Sitze im Parlament reserviert. Dennoch verlassen zehntausende der weißen Farmer das neue Simbabwe. Im Bild die simbabwische Olympiamannschaft von 1984.
Mugabe ist ein Verbündeter des Westens.
Die Vertreibung weißer Farmer (Bild vom April 2000), politische Repression und Dürre führen sein Land jedoch ins Chaos und zunehmend in die Isolation.
Townships, in denen die Opposition die Mehrheit hat, werden dem Erdboden gleichgemacht.
Viele Simbabwer fliehen nach Südafrika.
Demokratische Kontrollen hat Mugabe ausgehebelt; sein Versagen versucht er mit Personenkult und Populismus zu kaschieren. Als Feindbilder nutzt er Homosexuelle, Weiße und die ehemaligen Kolonialmächte.
Am 21. Februar wird Mugabe 85 Jahre alt. Dennoch klebt er weiter an der Macht. Sein sechstes Mandat erkämpft er durch Wahlbetrug - ...
... auch wenn er schließlich gezwungen ist, eine Koalitionsregierung mit seinem bisherigen Widersacher Morgan Tsvangirai zu bilden.
Wie lange dieses Bündnis halten wird, ist offen.
Einen Politiker von Tsvangirais MDC, der als Vize-Landwirtschaftsminister vorgesehen war, ließ Mugabe verhaften. Der Vorwurf gegen Roy Bennett: Hochverrat. Dieser Anklagepunkt wird später mehrfach geändert.
Machterhalt ist die letzte Devise des selbsternannten "schwarzen Hitler". Mugabe sei auf seinem langen Weg zur "Witzfigur des afrikanischen Führers" mutiert, sagt der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu.
"Er war ein strahlender Stern an unserem Firmament, jemand, auf den wir stolz waren. Der Zerfall seiner Persönlichkeit ist schwer zu verstehen. Er ist machthungrig und verhält sich nicht rational", sagt der Friedensnobelpreisträger.
Während zehntausende Simbabwer an der Cholera erkrankt und mehr als 3400 Menschen bereits an der Krankheit gestorben sind, ...
... plant Mugabe eine üppige Geburtstagsparty. Genüsslich listen Medien im benachbarten Südafrika die Bestellliste auf: 2000 Flaschen Champagner, 500 Flaschen Whisky, 8000 Hummer, 4000 Portionen Kaviar.
Mugabe ist in zweiter Ehe mit seiner früheren Sekretärin Grace verheiratet, die für ihren teuren Lebensstil berüchtigt ist. Gemeinsam sollen sie luxuriöse Urlaube und Shoppingtouren durch Asien machen.
Hier ein Bild von ihrer - katholischen - Hochzeit im August 1996.
In der EU und den USA haben Mugabe und die Angehörigen seines Regimes Einreiseverbot. Angeblich hat Mugabe sich im vergangenen Juni für fünf Millionen Dollar ein Haus in Hongkong gekauft.
Dort studiert seine Tochter Bona (2. von rechts beim 80. Geburtstag ihres Vaters), ...
... dort könnte er seinen Lebensabend verbringen - falls er doch noch aus dem Land gejagt wird.
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