Peter Hartz hatte eine Bilderbuchkarriere hinter sich, bevor er über die Korruptionsaffäre bei VW stolperte. Vom "Arbeiterkind" war er zum mächtigen Personalvorstand bei Europas größtem Autobauer geworden.Bild 1 von 28 Das SPD- und IG-Metall-Mitglied war Freund und Berater von Bundeskanzler Schröder.Bild 2 von 28 Sein Name ist mit den umstrittenen Arbeitsmarktreformen verknüpft, die maßgeblich von ihm entwickelt wurden.Bild 3 von 28 Endgültig verlor er seinen guten Ruf, als die VW-Affäre ans Licht kam.Bild 4 von 28 Die Affäre ist schmierig. Es geht um Sexpartys, Bordellbesuche und Lustreisen, vor allem aber - wenngleich dies für manche Prozessbeobachter möglicherweise weniger spannend ist - um Schmiergelder.Bild 5 von 28 Peter Hartz ist der erste Angeklagte, der sich wegen des VW-Skandals vor Gericht verantworten muss. Ihm werden Untreue und Begünstigung des Betriebsrats vorgeworfen. In seinen Vernehmungen hat er ein umfangreiches Geständnis abgelegt.Bild 6 von 28 Es sei ihm immer ums Unternehmen und den Betriebsfrieden gegangen, beteuerte er darin. Angesichts der starken Stellung von Gewerkschaft und Betriebsrat bei VW gab er die Devise aus, nicht kleinlich zu sein, wenn es um die Arbeitnehmervertreter ging.Bild 7 von 28 Dem früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert soll Hartz zwischen 1994 und 2005 heimlich fast zwei Millionen Euro "Sonderbonuszahlungen" zugeschanzt haben. Die Ankläger sehen darin eine "treuepflichtswidrige Verschwendung des Gesellschaftsvermögens von VW".Bild 8 von 28 Außerdem soll Hartz auf Volkerts Wunsch knapp 400.000 Euro an dessen damalige brasilianische Geliebte gezahlt haben. Theoretisch drohen Hartz bis zu zehn Jahre Haft, wahrscheinlicher sind allerdings zwei Jahre auf Bewährung und eine Geldstrafe.Bild 9 von 28 Die VW-Affäre war im Juni 2005 ins Rollen gekommen. Am Anfang standen Korruptionsvorwürfe gegen den damaligen Personalchef der tschechischen VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster. Er soll Schmiergelder von Zuliefererfirmen gefordert haben.Bild 10 von 28 Neben Volkert und Hartz ...Bild 11 von 28 ... sind Schuster und Klaus-Joachim Gebauer die Schlüsselfiguren der Affäre. Gebauer war damals Mitarbeiter der VW-Personalabteilung und für die Beziehungen zum Betriebsrat zuständig. Über ihn liefen die Spesenabrechnungen des Betriebsrates.Bild 12 von 28 Schuster und Gebauer (Bild) sollen nicht nur Schmiergelder verlangt, sondern auch mit Hilfe eines weltweiten Netzes von Tarnfirmen Geld auf eigene Konten umgeleitet haben, das eigentlich VW zugestanden hätte.Bild 13 von 28 Am 28. Juni 2005 erstattet VW Anzeige gegen Schuster. Ermittlungen werden auch gegen Gebauer eingeleitet. Zwei Tage später tritt Volkert als Betriebsratschef zurück. In den folgenden Tagen konzentriert sich die Berichterstattung allerdings auf Hartz ...Bild 14 von 28 ... und die Maßnahmen zur Festigung des Betriebsfriedens, die zum Teil über Blankoschecks bei VW abgerechnet wurden. Anfang Juli 2005 wird berichtet, der VW-Vorstand habe dem Betriebsrat teure Luxusreisen ins Ausland zugeschanzt.Bild 15 von 28 Dafür seien Betriebsräte bereit gewesen, Vorstandsbeschlüsse mitzutragen. Hartz weist die Vorwürfe zunächst zurück, ...Bild 16 von 28 ... bietet am 8. Juli jedoch seinen Rücktritt an. Am 5. August nimmt der VW-Aufsichtsrat dieses Angebot an. Immer neue Details kommen ans Licht. Im Oktober 2005 wird Hartz der Untreue verdächtigt.Bild 17 von 28 Ein Jahr später räumt Hartz bei einer Vernehmung eine "strafrechtliche Verantwortlichkeit für Begünstigungen des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden" ein. Im folgenden Monat erhebt die Staatsanwaltschaft Braunschweig Anklage gegen Hartz wegen Untreue in 44 Fällen.Bild 18 von 28 Insgesamt gab es in der VW-Affäre anfangs 14 Beschuldigte. Gegen eine laut Staatsanwaltschaft "absolute Randfigur" wurden die Ermittlungen gegen die Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 2.500 Euro eingestellt.Bild 19 von 28 Ebenfalls angeklagt ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl. Als VW-Betriebsrat soll er 2001 an Veranstaltungen in Barcelona und Seoul teilgenommen haben, bei denen Dienste von Prostituierten in Anspruch genommen worden sein sollen.Bild 20 von 28 Uhl soll auch wegen falscher eidesstattlicher Versicherung belangt werden: Er hatte im Streit mit Medien mehrfach eidesstattlich versichert, er habe nicht auf VW-Kosten die Dienste von Prostituierten genutzt. Das Amtsgericht Wolfsburg prüft, ob die Anklage zugelassen und ein Prozess eröffnet wird.Bild 21 von 28 Ferdinand Piëch, früher VW-Chef und jetzt Vorsitzender des Aufsichtsrats, hat jede Verwicklung in die Affäre bestritten.Bild 22 von 28 Dennoch kam im Zuge des Skandals das so genannte "System VW" in Misskredit - es bestand darin, dass Vorstand, Arbeitnehmervertreter und die politisch Verantwortlichen des Landes Niedersachsen "Hand in Hand" dafür sorgten, Arbeitsplätze zu sichern.Bild 23 von 28 Als bisher einziger Beschuldigter wurde im Dezember 2006 Volkert verhaftet. Im wurde Verdunkelungsgefahr vorgeworfen, weil er versucht haben soll, den Ex-Personalmanager Gebauer zu einer Falschaussage zu drängen.Bild 24 von 28 Nach einem weitgehenden Geständnis wurde Volkert nach drei Wochen Untersuchungshaft wieder freigelassen. Nun muss er für zwei Jahre ins Gefängnis.Bild 25 von 28 Volkswagen kostete die Affäre mindestens fünf Millionen Euro. Auf diese Schadenssumme kam im November 2005 ein Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die VW zur Aufklärung engagiert hatte.Bild 26 von 28 Dem Bericht zufolge versuchten Konzernangehörige und "Außenstehende", VW über Scheinfirmen und getarnte Beteiligungen in größerem Umfang abzuschöpfen und zu betrügen.Bild 27 von 28 Als Konsequenz aus der Affäre richtete VW ein Ombudsmann-System ein: Zwei Rechtsanwälte nehmen "strikt vertraulich" Informationen zu Korruptions-Tatbeständen entgegen und geben diese an das Unternehmen weiter. Damit soll die Vorbeugung vor Korruption verbessert werden.Bild 28 von 28