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Montag, 24. Oktober 2016

Zusammenstöße im Flüchtlingslager: So läuft die Räumung des "Dschungels"

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Es ist das wohl bekannteste Flüchtlingslager Europas: … (Foto: REUTERS)

Es ist das wohl bekannteste Flüchtlingslager Europas: …

Es ist das wohl bekannteste Flüchtlingslager Europas: …

… der "Dschungel" von Calais.

Nun wird die Hütten- und Zeltstadt, ...

... die vor den Toren der nordfranzösischen Stadt am Ärmelkanal liegt, geräumt.

Offiziellen Schätzungen zufolge sollen in der Siedlung mindestens 6500 Menschen leben.

Andere gehen von einer weitaus höheren Zahl aus.

Sie sind dort gestrandet, …

… nachdem sie versucht hatten, illegal nach Großbritannien zu gelangen.

Bereits am frühen Morgen versammeln sich die ersten Flüchtlinge zur Abreise vor den Toren des Transitzentrums, …

… einer Art improvisiertem Busbahnhof.

"Es ist besser, jetzt zwei Stunden zu warten als dann zwei Tage", sagt ein sudanesischer Flüchtling.

Ein anderer Migrant sagt, dass er schon um 4:00 Uhr morgens angekommen sei.

Viele tragen Koffer, …

… Taschen …

… und Kleiderbündel bei sich.

Von dem Registrierzentrum aus sollen die Flüchtlinge mit Bussen …

… in Aufnahmezentren in anderen Teilen Frankreichs gebracht werden.

In einer ersten Befragung werden ihnen zwei Regionen vorgegeben, zwischen denen sie wählen können. Ausgenommen sind der Großraum Paris und Korsika.

Ein Asylverfahren findet in dem Registrierzentrum jedoch noch nicht statt.

Unbegleitete Minderjährige, Familien und Kranke oder Schwangere werden getrennt registriert.

Kinder und Jugendliche, die alleine unterwegs sind, dürfen zunächst in Containern in Calais bleiben. Für ihr Aufnahmeverfahren gibt es besondere Regeln.

Frankreich pocht auf eine Familienzusammenführung, wenn Angehörige bereits in Großbritannien leben.

Der erste Bus mit Flüchtlingen verlässt das Lager gegen 8:40 Uhr.

Insgesamt sollen am Montag 60 Busse abfahren …

… und bis zu 3000 Menschen abtransportieren.

Doch nicht alle Bewohner wollen das Camp freiwillig verlassen.

Wenige Stunden vor dem Beginn der Räumung gibt es gewaltsame Zusammenstöße zwischen Flüchtlingen …

… und der Polizei.

Als mehrere Migranten versuchen, auf eine nahegelegene Autobahn zu gelangen, …

… feuern Polizisten Tränengasgranaten ab.

Bei den Gefechten an der Umgehungsstraße des Hafens und im Lager …

… werfen die Flüchtlinge Dutzende Steine auf die Polizisten.

Schlussendlich werden die Migranten von der Polizei zurückgedrängt.

Verletzte soll es nicht gegeben haben.

Bereits in der vorangegangenen Nacht war es zu Ausschreitungen gekommen.

Viele Flüchtlinge fürchten, dass sie nach dem Verlassen des Lagers keine Chance mehr auf die gewünschte Weiterreise nach Großbritannien haben.

"Sie müssen uns zwingen zu gehen", sagt etwa ein Afghane.

Den Behörden ist diese Angst bewusst. Seit langem arbeiten sie mit Hilfsorganisationen zusammen, um die Menschen davon zu überzeugen, das Lager zu verlassen.

Zugleich droht die Regierung denjenigen, die das Lager nicht verlassen, mit einer Festnahme.

In den kommenden Tagen werden Dutzende weitere Busse starten.

Die Präfektur spricht von einer "noch nie da gewesenen Operation".

Schon am Dienstag soll mit dem Abriss der Zelte begonnen werden.

Nach offiziellen Angaben werden rund 1250 Polizisten die Aktion absichern.

Die Räumung des "Dschungels" soll insgesamt etwa eine Woche lang dauern.

Dann soll das bekannteste Flüchtlingslager Europas verschwunden sein.

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