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Nur Schrott und Altmetall?: So schwer bewaffnet ist Korea

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Der Dauerkonflikt zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) und der Republik Korea (Südkorea) hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. (Foto: REUTERS)

Der Dauerkonflikt zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) und der Republik Korea (Südkorea) hat eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Der Dauerkonflikt zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) und der Republik Korea (Südkorea) hat eine neue Eskalationsstufe erreicht.

Die Zeit der Annäherung der Bruderstaaten ist vorbei - der junge Diktator Kim Jong Un versucht, sich mittels Machtpolitik zu etablieren. Er will Jahrzehnte das Land führen, strebt also eine Konzentration der Macht an.

Seit Wochen provoziert er Südkorea und seine Verbündeten. Die Chinesen, quasi Schutzmacht der Nordkoreaner, ziehen die Zügel noch nicht stramm. Und so droht Kim sogar mit einem Atomschlag.

Ob Nordkorea dazu überhaupt in der Lage ist, ist umstritten. Ein Ja gibt es auf die Frage, ob das Land mit Atomwaffen experimentiert. Ein Nein gibt es auf die Frage, ob sicher ist, dass die Technik schon funktioniert.

Die Kalte-Kriegs-Rhetorik der Länder wirft die Frage auf, welche Kräfte sich militärisch in Korea überhaut gegenüber stehen.

Trotz aller Beäugung Nordkoreas: So richtig sicher sind auch die Daten für den konventionellen Waffenbereich nicht. Das Land, das der Chuch'e-Ideologie folgt, also eine Politik der Unabhängigkeit betreibt, ist einfach zu isoliert.

Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee ist Diktator Kim Jong Un selbst.

Neulich noch wurde er als Armeeführer offiziell begeistert von einer Einheit empfangen - die Soldaten gingen sogar ins Wasser für ihn.

Kim befehligt eine der personell größten Armeen der Welt.

Rund 1,2 Millionen Männer und Frauen (von insgesamt etwa 24 Millionen Einwohnern) sind hauptberuflich Soldaten. Der Wehrdienst dauert 10 Jahre.

Zudem hat Nordkorea etwa 600.000 Reservisten.

Völlig offen ist, wie es um die Kampfmoral steht. Auf der einen Seite sind die Soldaten indoktriniert und massiv darauf gedrillt, Südkorea, USA und Japan als bedrohliche Hauptfeinde zu verstehen.

Auf der anderen Seite entsteht Kampfkraft durch die Kraft in den Fleischtöpfen. Und da sieht es eher schlecht aus für Nordkorea. Zwar pumpt die Führung massiv Ressourcen in die Armee.

Allerdings ist Nordkorea so unterentwickelt, dass Millionen Einwohner hungern. Die Soldaten werden also auch mehr schlecht als recht ernährt sein.

Das Land verfügt über etwa 3500 Kampfpanzer.

Zudem gibt es Boden-Boden-Raketen.

Auch Artillerie ist reichlich vorhanden.

21.000 Geschütze soll es geben.

Dass Nordkorea mit seinen Waffen gezielt Schaden anrichten kann, hat sich öfter schon gezeigt.

Kürzlich noch feuerten Einheiten über die Grenze nach Südkorea.

Häuser wurden zerstört, Menschen verletzt.

Taktisch gesehen befindet sich ganz Südkorea in der Reichweite nordkoreanischer Waffen.

Und Seoul, die Hauptstadt, ist weniger als 100 Kilometer entfernt.

Kein Wunder also, dass die Südkoreaner in Sorge sind angesichts der Drohgebärden.

Über allem Kriegsmaterial im Norden steht aber die Frage: Ist es wirklich einsatzbereit und auf dem neuesten Stand?

Bei der Marine etwa gibt es starke Zweifel. Sie ist eh das schwächste Glied in der nordkoreanischen Bewaffnung. Es gibt nur drei Fregatten, dafür aber angeblich zahlreiche U-Boote.

Aufgrund des internationalen Waffenembargos muss Nordkorea alle wesentlichen Waffen selbst bauen oder nachbauen.

Nordkorea könnte also starke Probleme haben, seine mächtigen Worte auch in Taten umzusetzen. Ein konkretes Beispiel zeigt das.

Das hier etwa ist ein mit Stolz präsentiertes nordkoreanisches Kampfflugzeug. 600 soll es davon geben. Sie sind uralt.

Solche Exoten treffen im Kriegsfall dann auf südkoreanisches High-Tech-Militär.

Die südkoreanische Armee ist zwar zahlenmäßig deutlich unterlegen, dürfte aber aus qualitativer Sicht besser dastehen.

655.000 Profi-Soldaten hören auf die Führung in Seoul. Und: Es gibt 4,5 Millionen Reservisten.

Das Land hat 2500 Kampfpanzer.

In der Regel sind sie US-amerikanischer Bauart.

Sie werden im Ernstfall begleitet von Spezialeinheiten.

Tausende Fallschirmspringer gehören auch dazu. Kampfflugzeuge sind knapp 400 bereit.

Zudem sind die Soldaten gerüstet für atomare oder chemische Angriffe.

Auf dem Wasser ist die Überlegenheit groß: Südkorea besitzt zwei Kreuzer, sechs Zerstörer, zwölf Fregatten, 30 Korvetten und zahlreiche U-Boote.

Dazu kommt: Die südkoreanische Armee steht nicht alleine da.

Seit dem Ende des Korea-Krieges kann sich das Land auf die USA verlassen. Gemeinsame Manöver sind an der Tagesordnung.

Die US-Amerikaner stehen natürlich mit einem fast unendlichen Waffenpotenzial bereit.

Zudem sind tausende Soldaten bereits in Südkorea stationiert.

Die US-Luftwaffe wäre zu großflächigen Bombardements in der Lage, außerdem können spezielle Ziele mit Drohnen und Aufklärungflugzeugen wie diesem ausgemacht werden.

Einer solchen Übermacht wäre das Kim-Regime natürlich nicht gewachsen.

Ein militärisches Eingreifen der USA würde jedoch China zu einer Reaktion zwingen. Sollte diese militärisch ausfallen, wäre ein immenser Konflikt da.

Denn natürlich ist China hochgerüstet und stark.

In diesem hoffentlich nur theoretischen Fall ließe sich also durchaus von einer Katastrophe sprechen.

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