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Mittwoch, 02. September 2015

Das Ende eines Weltkulturerbes: So zerstört der IS Palmyra

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Das syrische Palmyra war eine der schönsten antiken Ruinenstädte der Welt. (Foto: REUTERS)

Das syrische Palmyra war eine der schönsten antiken Ruinenstädte der Welt.

Das syrische Palmyra war eine der schönsten antiken Ruinenstädte der Welt.

Bald wird auch von den Ruinen nicht mehr viel übrig bleiben.

Denn die Terroristen des Islamischen Staat führen einen Vernichtungskrieg gegen die einzigartigen historischen Schätze der Region.

Wie Satellitenbilder zeigen, hat der IS nun den Baaltempel in Palmyra zerstört.

Die Satelliten-Analyse der UN-Agentur Unosat bestätigt, dass das Hauptgebäude des Tempels nicht mehr steht.

Wie der Manager der UN-Agentur Unosat, Einar Bjorgo, mitteilt, ist auch die Säulenreihe in der Nähe vernichtet.

Der Tempel, der dem babylonischen Gott Baal gewidmet war und später in eine Zitadelle umgebaut wurde, gilt als einer der schönsten Tempel im Nahen Osten.

Kurz vorher hatten die IS-Terroristen bereits den rund 2000 Jahre alten Tempel Baal Schamin gesprengt, in dem die phönizische Gottheit Baal Schamin angebetet worden war.

Vom IS veröffentlichte Bilder zeigen, dass das Bauwerk offenbar völlig in Schutt und Asche gelegt wurde.

Auch Satellitenaufnahmen belegen dessen Zerstörung.

Zuvor hatten die Extremisten bereits eine rund 2000 Jahre alte Löwen-Statue zertrümmert und islamische Heiligengräber gesprengt.

Zudem zerstörten sie wertvolle Statuen, die Schmugglern abgenommen worden sein sollen.

Ende Mai hatte die Terrormiliz Palmyra eingenommen.

Für diese ist das Unesco-Weltkulturerbe ein "Zeugnis der Vielgötterei".

Bis zum letzten Gebäude, so erklären die Islamisten, wollen sie die Altertümer in Schutt und Asche legen.

Was noch von dieser Kultur geblieben ist, soll vermint sein.

Die Extremisten enthaupteten auch den früheren Chef-Archäologen von Palmyra, Khaled Asaad.

Er wurde offenbar auf einem Platz der Stadt öffentlich getötet.

Asaad hatte 40 Jahre lang die archäologischen Stätten in Palmyra geleitet, sich aber trotz des IS-Vormarsches geweigert, die Stadt zu verlassen.

Die Unesco prangert die Zerstörungen als Kriegsverbrechen an.

Schließlich ist das Weltkulturerbe in vielerlei Hinsicht einzigartig.

Die frühesten Anzeichen für menschliche Besiedlung gab es hier bereits im 7. Jahrtausend v. Christus.

Besonders im 1. Jahrhundert nach Christus war der dortige Baaltempel eines der wichtigsten religiösen Bauwerke im gesamten Vorderen Orient.

Um das Jahr 100 wurde die Stadt ein zentraler Handelsknotenpunkt, sie profitierte besonders von der Anbindung an die Seidenstraße und gelangte rasch zu großem Reichtum.

Es entwickelte sich in eine ganz eigentümliche Kultur, die griechisch-römische und orientalische Elemente verschmolz. Viel wird wohl bald nicht mehr von ihr übrig sein.

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