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Tränen bei den Rothemden im thailändischen Bangkok.
Leichen liegen auf den Straßen des Finanzviertels der Metropole.
Immer noch steigt Rauch auf, von brennenden Barrikaden.
Das Militär hat die Proteste niedergewalzt.
Hunderte Soldaten stürmten das Gebiet ...
... und setzten die Rothemden außer Gefecht.
Auch mit schwerem Gerät.
Die Soldaten gingen mit aller Härte vor.
Bereits in den letzten Tagen hatten ...
... Scharfschützen Demonstranten und deren Anführer gezielt mit Kopfschüssen getötet.
Ein Vorgehen, das allgemein scharf verurteilt wird.
Zwar dürfte die Regierung erreicht haben, dass kurzfristig wieder Ruhe einkehrt. Doch um welchen Preis? Die beidseitige Brutalität hat den Hass sicher nur zementiert.
Nach dem massiven Vorstoß ergaben sich die Anführer der Rothemden zwar.
Sie zeigten sich aber dennoch unnachgiebig. "Nur, weil wir uns ergeben, heißt das nicht, dass wir verloren haben", sagte einer von ihnen.
Er rief allerdings die verbliebenen Demonstranten, die Widerstand leisten wollten, zur Aufgabe auf.
Die Verhaftungen der Anführer ...
... wurden demonstrativ im Fernsehen gezeigt.
Mehrere Demonstranten, darunter Frauen, hätten das mit wütendem Protest quittiert, berichteten Augenzeugen. Sie legten mehrere Feuer, unter anderem in einem Einkaufszentrum.
In den Provinzen im Nordosten des Landes, wo viele der Demonstranten zu Hause sind, versammelten sich hunderte Rothemden aus Protest gegen die Militäraktion.
Die Armee ließ zügig verlauten, die Lage im Land sei unter Kontrolle. Doch der Konflikt sitzt eben tief.
Die sogenannten Rothemden sind größtenteils Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Die Demonstranten werden angeführt von der Vereinigten Front für Demokratie gegen Diktatur (UDD), die ihre Anhänger vor allem unter der ärmeren Landbevölkerung hat.
Sie ist nicht im Parlament vertreten und hält die Verbindung zu Thaksin, der im Exil lebt. Zwar unterstützen nicht alle Rothemden uneingeschränkt den Kurs des ehemaligen Ministerpräsidenten. Der Unmut über den Putsch des Militärs gegen Thaksin aber eint die Demonstranten.
Die Gruppe hat eigene TV-Kanäle, Magazine, Internetseiten, Radiostationen und Musikalben. Die Demonstranten organisierten in der Vergangenheit füreinander unter anderem Krankenspitäler, Duschen und Kantinen.
Neben rund 1000 Sicherheitskräften für Proteste unterhalten die Rothemden eine paramilitärische Einheit.
Nach eigenen Angaben wollen die Rothemden mehr Demokratie erstreiten und den Einfluss der Elite zurückdrängen, zu der sie Vertraute des Königshauses, einflussreiche Geschäftsleute, Generäle und Angehörige des Justizapparats zählen.
Die Demonstranten werfen diesen Gruppen Amtsmissbrauch und Verschwörung zum Sturz gewählter Regierungen vor. Die UDD hält auch die derzeitige Regierung für illegal, da diese nicht gewählt, sondern vom Militär in einem "stillen Staatsstreich" im Dezember 2008 eingesetzt worden sei.
Die UDD verlangt Neuwahlen und setzt auf einen Sieg der Puea Thai Partei (PTP), die Thaksin nahesteht.
Die Rothemden sind eine gut organisierte und kraftvolle außerparlamentarische Opposition.
Die UDD hat aber auch den Ruf, zur Gewalt zu neigen. In den vergangenen 14 Monaten kam es mehrfach zu Konfrontationen mit der Polizei und dem Militär.
Die Regierungsanhänger haben sich unterdessen in der außerparlamentarischen Bewegung PAD organisiert.
Sie hatten Ende 2008 wochenlang die internationalen Flughäfen von Bangkok blockiert und damit zum Sturz einer Regierung von Thaksin-Anhängern beigetragen.
Thailand bleibt also ein tief gespaltenes Land.
Mal hat die eine, mal die andere Seite Oberwasser.
Dieses Hin und Her bremst inzwischen neben der demokratischen Entwicklung auch das wirtschaftliche Vorankommen Thailands.
Als ehemaliger Pantherstaat kämpft Thailand eigentlich darum, vom Entwicklungsland zu einer modernen Industrienation zu werden.
Die aktuellen Ereignisse zeigen: Davon ist das Land noch sehr weit entfernt.
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