Zum Anhalter Bahnhof ist es nicht weit, er ist nur eine S-Bahn-Station vom Potsdamer Platz entfernt.Bild 1 von 24 Im Berlin des Nazi-Regimes wurden am Anhalter Bahnhof Tausende Menschen zusammengetrieben, in Güterwaggons gesperrt ...Bild 2 von 24 ... und in die Konzentrations- und Vernichtungslager gefahren.Bild 3 von 24 Im Zwischengeschoss des unterirdischen Bahnhofs Potsdamer Platz wird am 23. Januar eine Wanderausstellung zur Rolle der Deutschen Reichsbahn bei den Deportationen von drei Millionen Juden, Sinti und Roma eröffnet.Bild 4 von 24 Der Titel: "Sonderzüge in den Tod".Bild 5 von 24 Die historischen Fakten sind weitgehend erforscht. Über die Orte der Ausstellung hatte es aber mehr als zwei Jahre lang eine Auseinandersetzung gegeben.Bild 6 von 24 Die deutsch-französische Journalistin Beate Klarsfeld wollte ihr eigenes Projekt über das Schicksal jüdischer Kinder, die von Frankreich nach Auschwitz transportiert wurden, in deutschen Bahnhöfen zeigen.Bild 7 von 24 Dagegen wehrte sich Bahnchef Helmut Mehdorn. Das Thema sei "viel zu ernst, als dass man sich brötchenkauend und in Eile auf dem Weg zum Zug damit beschäftigen kann", argumentierte Mehdorn noch Ende 2006.Bild 8 von 24 Nun wird es aber doch so gemacht. Nachdem sich Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) eingeschaltet hatte, einigten sich die Bahn und Klarsfeld auf ein gemeinsames Konzept.Bild 9 von 24 "Wir sind zum Ehepaar Klarsfeld nach Paris gefahren, das Treffen dort brachte die Verständigung", berichtet die Konzernhistorikerin der Deutschen Bahn, Susanne Kill.Bild 10 von 24 Sie erarbeitete das Konzept der Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Centrum Judaicum und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin.Bild 11 von 24 Die Grundlage bildet die Dauerausstellung, die im Nürnberger Bahnmuseum zur Reichsbahn im Nationalsozialismus zu sehen ist.Bild 12 von 24 Serge und Beate Klarsfeld steuerten Fotos und Biografien von deportierten jüdischen Kindern aus Frankreich bei.Bild 13 von 24 Beate Klarsfeld wird eine der Rednerinnen bei der Eröffnung sein.Bild 14 von 24 Die Dokumentation mache deutlich, dass die Verschleppung der Menschen vor allem in den Jahren 1940 bis 1945 "vor aller Augen stattfand", sagt die Historikerin Kill.Bild 15 von 24 In Berlin seien die verhafteten Juden "zu Fuß durch die Stadt gegangen".Bild 16 von 24 Aber in dem Unrechtsstaat sei "das Wegschauen angesagt" gewesen. So gebe es von den Deportationen auch nur wenige Fotos, etwa von SS-Leuten.Bild 17 von 24 Zu sehen sind diese Dokumente auf 40 Stellwänden, über Kopfhörer sind außerdem die Berichte von Zeitzeugen zu hören.Bild 18 von 24 An jedem Ort werden auf Tafeln "Menschen dieser Stadt" vorgestellt.Bild 19 von 24 In Berlin ist es Gert Rosenthal. Der Zehnjährige wurde 1942 vom Güterbahnhof Moabit nach Lettland verschleppt und dort umgebracht.Bild 20 von 24 Sein Bruder Hans überlebte den Krieg. Er versteckte sich bis 1945 in einer Berliner Laubenkolonie.Bild 21 von 24 Später wurde er ein bekannter Entertainer im deutschen Fernsehen.Bild 22 von 24 Bis zum 11. Februar 2008 bleibt die Ausstellung am Potsdamer Platz, wo auch die Deutsche Bahn ihren Sitz hat.Bild 23 von 24 Dann wird sie in mindestens acht anderen Bahnhöfen gezeigt, darunter Frankfurt am Main, Münster, München, Halle und Stuttgart. (Text: Bernd Röder / Bilder: AP, dpa)Bild 24 von 24