Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
SA 9° / 23°
SO 12° / 22°
Politik

Heimtückisch und geächtet: Streubomben

 
Sie sehen ein bisschen aus wie Spielzeug, ...

Sie sehen ein bisschen aus wie Spielzeug, ...

... sind aber eine tödliche Gefahr: ...

Streubomben sind besonders gefährliche Waffen, weil sie oft Kinder töten und verletzen ...

... und Blindgänger noch Jahre nach ihrem Einsatz explodieren können.

Über 100 Staaten haben in Oslo ein Abkommen über das Verbot von Streubomben unterzeichnet. Neben Deutschland zählen Frankreich, Großbritannien, Japan, Kanada und Australien dazu.

Mit den USA, Russland, China und Israel sind die wichtigsten Herstellerländer von Streumunition allerdings nicht dabei.

Vor allem im Gefolge der breiten Empörung über den Einsatz von Streubomben durch Israel im Libanon-Krieg wurde die Konvention für ein weltweites Verbot unterzeichnet. Der Libanese Hussein Marji sammelte einige der Blindgänger ein.

Wegen der vielen nicht explodierten Bomben müssen auch libanesische Kinder lernen, Streubomben zu erkennen und zu meiden.

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte zur Ächtung der Bomben: "Die Welt wird nicht mehr dieselbe sein, wenn diese bestialische Waffenart nun endlich verboten und vernichtet wird."

Der Vertrag wurde im Mai 2008 in Dublin ausgehandelt und ächtet die Entwicklung, Herstellung, Lagerung und Anwendung von Streubomben.

Außerdem sieht das Abkommen die Räumung der mit Streumunition belasteten Gebiete und Hilfe für deren Opfer vor.

Auf Druck mehrerer NATO-Staaten wurden allerdings etliche Ausnahmeregelungen in das Abkommen eingebaut. Streubomben, die bestimmte Kriterien erfüllen, werden von dem Verbot ausgenommen.

Für die Zerstörung der vorhandenen Bestände wurde im Vertrag von Oslo ein Zeitraum von acht Jahren eingeräumt. Das brandenburgische Unternehmen Nammo Buck GmbH entsorgte bereits kurz nach der Übereinkunft NATO-Raketen mit Streubomben-Munition.

Streubomben zählen zu den gefährlichsten Waffenarten der Welt: Die auf englisch als "Cluster Bomb Units" bezeichneten Waffen enthalten eine Vielzahl kleinerer Bomben, die sich in der Luft über einer riesigen Fläche ausbreiten.

In dieser NATO-Rakete M 26 stecken beispielsweise 644 der "Mini-Bomben".

Sie können aus Flugzeugen abgeworfen oder mit Raketen und als Granaten verschossen werden.

Rund fünf Prozent gehen beim Aufprall auf dem Erdboden nicht sofort hoch, sondern liegen jahrelang als unentdeckte Gefahr im Gelände.

Die Blindgänger bleiben deshalb noch Jahrzehnte nach Ende eines Konflikts eine Gefahr für die Menschen. Sie detonieren bei der geringsten Berührung.

Seit dem Beginn des Einsatzes von Streumunition wurden laut Schätzungen der UN über 100.000 Menschen durch diese Waffenart getötet oder verstümmelt.

Mehr als ein Viertel der Opfer sind Kinder, ...

... da sie die bunten Behälter der Sprengsätze für Spielzeug oder Konservendosen halten.

"Ich habe die schreckliche Wirkung dieser Waffen gesehen, als ich für das Rote Kreuz gearbeitet habe", sagt der norwegische Außenminister bei der Unterzeichnung des Verbots. "Kinder, die ihre Beine verlieren, ...

... und Bauern, die ihre Felder nicht mehr bestellen können."

Nach Angaben der Organisation Handicap International wurden seit 1965 weltweit mindestens 440 Millionen Streubomben abgeworfen, davon allein 383 Millionen in südostasiatischen Ländern wie Laos, Vietnam oder Kambodscha.

Im Afghanistan-Krieg gegen die Taliban setzten die USA sie vielfach ein (Aufnahme von 2001).

Die NATO hat bestätigt, dass bei Einsätzen der NATO-Streitkräfte im Kosovo insgesamt 1392 Streubomben mit einer Bestückung von 289.536 Submunitionen an 333 Ziel- oder Abwurforten zum Einsatz kamen.

Nach Angaben der UN-Organisation Mine Action Programme (MAPA) ist Afghanistan eines der am schwersten von nicht detonierter Streumunition betroffenen Länder der Welt.

Obwohl die MAPA dort zwischen März 1978 und Dezember 2000 mehr als 1,6 Millionen Blindgänger entfernt habe, ...

... seien durch verbliebene Explosivkörper im gleichen Zeitraum mindestens 2812 Menschen getötet und tausende weitere verletzt worden.

Allein die US-Armee hatte Schätzungen zufolge im Jahr 2008 noch bis zu 800 Millionen Streubomben in ihren Beständen. (Bilder: dpa/AP/rts)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.