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Bei zwei Anschlägen in der Moskauer U-Bahn sind mitten im Berufsverkehr 39 Menschen getötet worden.
Mehr als 70 Fahrgäste wurden verletzt.
Zuerst sprengte sich eine Selbstmordattentäterin in der Station "Ljubjanka" im Stadtzentrum in die Luft. Über dem Bahnhof liegt das Hauptquartier des russischen Geheimdienstes FSB.
Wenige Minuten später gab es eine Explosion an der Haltestelle "Park Kultury". Die Sprengstoffanschläge hatten eine Wucht von 3 beziehungsweise 1,5 Kilogramm TNT.
Die Behörden gehen von einem "terroristischen Hintergrund" aus. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, gemäß des Terrorismusparagrafen 205 des russischen Strafgesetzbuchs seien Ermittlungen eingeleitet worden.
Bisher hat sich noch keine Extremistengruppe zu den Taten bekannt. Nach Angaben des russischen Geheimdienstes FSB wurden die Anschläge von zwei Frauen verübt.
Die Selbstmordattentäterinnen hätten die Bomben bei sich getragen, sagte der Moskauer Staatsanwalt Juri Semin. Es werde geprüft, ob sie über ein Mobiltelefon gezündet wurden.
Nach Angaben von Ermittlern tragen die Anschläge auf die Metro die Handschrift der Islamisten. Experten in Moskau vermuten, dass es sich um einen Racheakt islamistischer Untergrundkämpfer aus dem Nordkaukasus handelte.
Russische Sicherheitskräfte hatten in der Konfliktregion, in der auch das frühere Kriegsgebiet Tschetschenien liegt, zuletzt Dutzende Rebellen getötet.
Der russische Präsident Dmitri Medwedew kündigte einen unerbittlichen Kampf gegen die Extremisten an. Russland werde ohne zu Zögern den "Krieg gegen Terror" fortsetzen.
Die Sicherheitskräfte würden kompromisslos gegen Terroristen vorgehen, so Medwedew, die Menschenrechte müssten aber bei Polizeieinsätzen gewahrt bleiben.
"Es deutet vieles darauf hin, dass aus dem Umfeld tschetschenischer Widerstandskämpfer oder anderer Unruheregionen im Kaukasus diese Selbstmordattentate verübt worden sein könnten", sagte der Terrorismus-Experte Michael Lüders bei n-tv.
Zwar sei die Lage in Tschetschenien "oberflächlich befriedet", aber "es gibt nach wie vor kein wirkliches politisches Konzept seitens der Regierung in Moskau, mit den Unruheregionen im Nordkaukasus umzugehen", so Lüders.
Sollten tatsächlich eine Spur in den die Attentäter aus dem Nordkaukasus kommen, befürchtet Lüders das Schlimmste:
"Es wird Vergeltungsmaßnahmen geben, militärische Exkursionen mit vermutlich vielen Toten, auch auf ziviler Seite, was dann wiederum den Terror derer, die glauben, Widerstand zu leisten, erneut beflügeln wird. Es ist ein endloser Kreislauf der Gewalt", so Lüders weiter.
Dieser könne nur unterbrochen werden, wenn die Regierenden und die demokratische Opposition, die nicht im Untergrund wirkt im Nordkaukasus, miteinander Verhandlungen aufnähmen über eine andere Zukunft des Kaukasus. "Aber dazu ist die Regierung in Moskau in der Vergangenheit nie bereit gewesen."
Es waren die ersten Anschläge in der Moskauer Metro seit sechs Jahren. Zuletzt sprengte sich 2004 ein Selbstmordattentäter in der Metro in die Luft und riss 40 Fahrgäste mit in den Tod. Damals hatte sich ein Untergrundkämpfer aus der Unruheregion im Nordkaukasus in die Luft gesprengt.
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