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Der islamistische Terrorismus ist in Deutschland angekommen. Sicherheitsbehörden nahmen im Sauerland drei mutmaßliche islamistische Terroristen fest.
Die Männer, zwei zum Islam übergetretene Deutsche und ein Türke, sollen "massive Bombenanschläge" geplant haben.
Ihre Anschlagsziele waren offenbar der Frankfurter Flughafen, ....
... eines der größten Luftdrehkreuze Europas, ...
... und der US-Stützpunkt Ramstein.
Im Dezember 2006 soll einer der Festgenommenen auch zwei US-Kasernengebäude in Hanau als potenzielles Anschlagsziel ausgespäht haben.
Sicher ist: Es war eine der schwerwiegendsten Terrorplanungen in Deutschland, so Generalbundesanwältin Monika Harms.
Den Ermittlungen zufolge hatte einer der Verdächtigen nach und nach zwölf Fässer mit insgesamt 730 Kilogramm 35-prozentiger Wasserstoffperoxidlösung beschafft.
Dies hätte die Sprengkraft von 500 Kilogramm TNT gehabt - ...
... und damit wesentlich mehr als Terrorbomben von Madrid im Jahr 2004 ...
... und London ein Jahr später.
Den Behörden gelang es nach eigenen Angaben, heimlich das Wasserstoffperoxid mit einer niedriger konzentrierten Lösung auszutauschen. Bürger seien daher zu keiner Zeit gefährdet gewesen.
Dennoch zeigen sich die Sicherheitsbehörden beunruhigt. "Das leitende Motiv der Gruppe in Deutschland ist Hass gegen amerikanische Staatsbürger", sagte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke.
Nach BKA-Angaben waren gleichzeitige Anschläge mit Autobomben an mehreren Orten in Deutschland mit möglichst vielen Toten und Verletzten geplant.
Die verdächtigen Männer waren offenbar im vergangenen Jahr in einem Lager im Norden Pakistans ausgebildet worden.
Zum Kern der Gruppe gehören laut Ziercke noch weitere Tatverdächtige und Kontaktpersonen.
Nach den Festnahmen durchsuchte die Polizei noch mehr als 40 Objekte in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und dem Saarland, darunter auch dieses Islamische Informationszentrum in Ulm.
Aus Ulm stammte offenbar auch der Koordinator der Anschlagspläne. Der Großraum Ulm ist nach Angaben der Sicherheitsbehörden eine der Schwerpunktregionen von Islamisten in Baden-Württemberg.
Laut dem Landesamt für Verfassungsschutz gab es hier schon vor dem 11. September 2001 eine aktive islamistische Szene. Während des Bosnien-Krieges seien Aktivisten aus der Szene zum Kämpfen in das Land gegangen.
Mit deutschen Publikationen würden "muslimisch aussehende Männer" offen auf der Straße angesprochen, um sie zu gewinnen. Im Bild das Haus eines der Festgenommenen.
Die drei Terrorverdächtigen sollen Mitglieder der Islamischen Dschihad-Union sein.
Bei der Islamischen Dschihad-Union handelt es sich um eine vorwiegend in Zentralasien aktive sunnitische Gruppierung, die sich von der islamischen Bewegung Usbekistans abgespalten hat.
Militante Mitglieder des Islamischen Dschihad-Union werden in ganz Zentral- und Südasien vermutet. Wie die jüngsten Ereignisse zeigen, hat die Gruppierung ihren Wirkungskreis nun nach Europa ausgeweitet.
Dies dürfte laut Bundesanwaltschaft unter dem Einfluss des Terrornetzwerks Al Kaida erfolgt sein. Im Winter 2006 sei eine deutsche Zelle der Dschihad-Union entstanden.
Ihr Ziel: Mitglieder in der Bundesrepublik zu rekrutieren und auch hier Anschläge zu verüben.
Mit den Festnahmen im sauerländischen Oberschledorn, ...
... wo die Männer in einem Ferienhaus bereits mit dem Bombenbau begonnen hatten, konnten die Sicherheitskräfte einen Anschlag noch verhindern.
Dennoch warnt Ziercke: "Wir müssen auch weiterhin in Deutschland sehr aufmerksam sein."
Bundesinnenminister Schäuble sieht sich in seinen Warnungen bestätigt. Deutschland sei nicht nur Teil eines weltweiten Gefahrenraums, "sondern konkret durch den Terrorismus bedroht".
Laut Verfassungsschutz leben in Deutschland etwa 3000 gewaltbereite Islamisten. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) fordert die Muslime auf, die Extremisten zu melden.
"Terroristen sind Feinde des Islam und der Menschheit. Mit dem friedliebenden Islam und den Muslimen in Deutschland hat das nichts zu tun", sagte Generalsekretär Aiman Mazyzek. "Ich bin froh, dass die Sicherheitsbehörden erfolgreich ermittelt haben."
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