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China bleibt Henkerstaat Nummer eins: Töten von Staats wegen

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Es sind Bilder, die an den zivilisatorischen Stand des Mittelalters erinnern. Auch im Jahr 2012 sind laut der Statistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International von Staats wegen vermeintliche und erwiesene Verbrecher gehängt, ... (Foto: REUTERS)

Es sind Bilder, die an den zivilisatorischen Stand des Mittelalters erinnern. Auch im Jahr 2012 sind laut der Statistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International von Staats wegen vermeintliche und erwiesene Verbrecher gehängt, ...

Es sind Bilder, die an den zivilisatorischen Stand des Mittelalters erinnern. Auch im Jahr 2012 sind laut der Statistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International von Staats wegen vermeintliche und erwiesene Verbrecher gehängt, ...

... enthauptet, ...

... erschossen ...

... und vergiftet worden.

Die neuen Zahlen ähneln denen aus dem letzten "Henkerstaaten"-Bericht: Mit 21 ist die Anzahl der Staaten, die erwiesenermaßen die härteste aller denkbaren Strafen vollstreckten, gestiegen - im Vorjahr waren es noch 20.

Amnesty International registrierte 2012 mindestens 682 Hinrichtungen. Damit blieb die Zahl auf dem gleichen Niveau wie 2011, als es 680 Exekutionen gab.

Die Zahl der Länder, in denen Todesurteile ergingen, ist dagegen von 63 auf 58 zurückgegangen.

Drei Viertel aller bestätigten Hinrichtungen weltweit wurden allein in drei Staaten durchgeführt: Iran, Irak und Saudi-Arabien.

Fünf Staaten - Botsuana, Gambia, Indien, Japan und Pakistan - nahmen im Jahr 2012 die Hinrichtungspraxis wieder auf.

Soweit die messbaren Zahlen. Doch die tatsächliche Zahl der Hingerichteten ist nach Meinung von Amnesty um ein Vielfaches höher. Die Organisation führt lediglich Länder auf, in denen die Zahlen offiziell vorliegen. Vielerorts sind die genauen Zahlen Staatsgeheimnis, wie etwa in Weißrussland, der Mongolei oder Vietnam.

Sorge bereitet da vor allem weiterhin die Lage in China. Amnesty geht davon aus, dass 2012 im aufstrebenden Riesenreich tausende Menschen zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden - und damit mehr als in allen anderen Ländern der Welt zusammen.

So öffentlich wie noch vor wenigen Jahren (Bild aus dem Jahr 2005) tötet Chinas Staatsmacht nämlich nicht mehr - wohl auch, weil die Kontakte zum Westen zugenommen haben und die Todesstrafe dort weitgehend aus den Strafgesetzbüchern verschwunden ist. Unrühmliche Ausnahme ...

... sind dabei die USA. Obwohl mit Connecticut der 17. US-Bundesstaat die Todesstrafe abschaffte, bleibt das Land in der Spitzengruppe der Hinrichtungen: 43 Menschen starben 2012 durch Exekutionen.

Damit reihen sich die USA in die Liga von Staaten wie Iran, Jemen, Nordkorea und Saudi-Arabien ein - ein Vergleich, der für eine Demokratie nicht eben schmeichelhaft ist. Auch wenn es Unterschiede gibt.

Im Gegensatz zu den chinesischen Hinrichtungen sind die folgenden Ränge in der traurigen Statistik mit harten Zahlen belegt. Demnach liegt der Iran mit mindestens 314 Hinrichtungen auf dem zweiten und der Irak mit mindestens 129 Getöteten auf dem dritten Platz.

Im Iran werden die meisten zum Tode verurteilten Menschen gehängt.

Verurteilte Menschen in Saudi-Arabien werden üblicherweise öffentlich mit einem Schwert enthauptet. Mindestens 79 Personen erlitten im vergangenen Jahr dieses Schicksal.

Damit ist das Königreich das Land mit der weltweit viertgrößten Hinrichtungszahl. Sogar die Ausstrahlung nicht regierungskonformer Inhalte über den Rundfunk kann mit der Todesstrafe geahndet werden.

In Europa vollstreckt als letztes Land nur noch Weißrussland die Todesstrafe. So geschehen dreimal im vergangenen Jahr.

In den meisten Ländern - wie eben auch in den USA - wird die Todesstrafe ausschließlich bei Gewaltverbrechen verhängt. Andere Regierungen lassen dagegen auch zweifelhafte Straftatbestände sanktionieren.

In Pakistan etwa kann Gotteslästerung das Leben kosten, im Iran Ehebruch, Homosexualität oder Drogendelikte.

Unterschiede bestehen auch in der Prozessführung, die den Todesurteilen vorangehen. Besonders kritisch beurteilte Amnesty, dass in Afghanistan, Weißrussland und weiteren Staaten Menschen aufgrund von erzwungenen Geständnissen zum Tode verurteilt würden. Im Irak sowie im Iran würden solche angeblichen Schuldeingeständnisse im Fernsehen gezeigt.

Die Organisation hat für 2012 allerdings auch gute Nachrichten zu vermelden. Mehr als zwei Drittel der 193 UN-Mitgliedsländer haben die Todesstrafe inzwischen de facto abgeschafft. In den USA kam kürzlich Maryland als 18. Bundesstaat hinzu.

Auch in Vietnam sei die Todesstrafe 2012 nicht vollstreckt worden. Darüber hinaus plane Ghana deren Abschaffung.

Wie schon 2011 kam auch im vergangenen Jahr die besonders grausame Steinigung nirgendwo auf der Welt zur Anwendung.

Doch gab es für die Hinrichtungsgegner in letzter Zeit auch schwere Rückschläge.

So wurden in großen Demokratien wie Indien und Japan nach längerer Unterbrechung wieder Todesurteile vollstreckt. Gambia schickte nach mehr als einem Vierteljahrhundert Pause gleich neun verurteilte Verbrecher in den Tod - an einem einzigen Tag.

Das jüngste Beispiel lieferte Kuwait Anfang April. In dem Golfstaat, wo fast sechs Jahre lang ein Hinrichtungsstopp gegolten hatte, wurden drei mutmaßliche Mörder zeitgleich gehängt - auf dem öffentlichen Parkplatz vor dem Zentralgefängnis.

Die Männer durften noch eine letzte Zigarette rauchen. Dann bekamen sie Kapuzen über dem Kopf, Arme und Beine wurden mit Ketten und Lederbändern gefesselt.

Ihre Leichen wurden erst vom Galgen geholt, nachdem die Fotografen ihre Bilder gemacht hatten.

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