Bilderserie

America first, Family first: Trump scheitert an eigenen 100-Tage-Zielen

Von Lisa Schwesig

Bild 1 von 65
Kein US-Präsident hat die USA jemals so gespalten wie ... (Foto: AP)

Kein US-Präsident hat die USA jemals so gespalten wie ...

Kein US-Präsident hat die USA jemals so gespalten wie ...

... Donald Trump. Am 29. April ist er 100 Tage im Amt.

Viele seiner Versprechen hat er innerhalb dieser Zeit nicht eingelöst.

Dabei hatte sich Trump seit seiner Amtseinführung am 20. Januar selbst eine 100-Tage-Agenda auferlegt.

Knapp 43 Prozent der US-Amerikaner stimmen der Politik ihres Präsidenten aktuellen Umfragen zufolge dennoch zu. Etwa 52 Prozent lehnen sie ab.

Die Umfrage-Daten werden seit Trumps Amtsantritt von "Real Clear Politics" erhoben. Sie schwanken durchschnittlich um bis zu zehn Prozentpunkte.

Bei seinem Amtsbeginn Ende Januar waren 43 Prozent mit der Arbeit des 70-Jährigen zufrieden und 45 Prozent unzufrieden.

Die Statistik zeigt: Die Zahl seiner Befürworter (schwarzer Balken) und seiner Kritiker (roter Balken) driftet auseinander, große Veränderungen gibt es aber nicht in den vergangenen vier Monaten.

Viele Trump-Fans bleiben dem Republikaner verbunden, selbst wenn ...

... auf der Haben-Seite der vergangenen 100 Tage vergleichsweise wenig steht: ...

... Als größte Errungenschaft Trumps gilt die Verpflichtung von Neil Gorsuch am Obersten Gerichtshof der USA. Der Richter tritt sein Amt beim Supreme Court auf Lebenszeit an.

Trumps Außenpolitik wird einerseits bewundert, anderseits abgelehnt.

Sein Wahlspruch "America first" zeigt sich vor allem bei seinen außenpolitischen Ambitionen: ...

... Kritiker werfen Trump eine Abschottungspolitik vor.

Für sein entschiedenes Handeln im Syrienkrieg erntet er allerdings von vielen Seiten Applaus.

CNN-Journalist Fareed Zakaria kommentierte die US-Bombardierung eines syrischen Flughafens folgendermaßen: "Ich glaube, dass Donald Trump gestern Abend Präsident der Vereinigten Staaten wurde."

Neben CNN lobten auch andere liberale Medien die Militäraktion - auch wenn sie sonst ein eher zwiespältiges Verhältnis zu Trump pflegen.

Immer wieder hetzt Trump gegen verschiedene Medien: Er wirft ihnen vor, "Fake News" zu verbreiten und verweigert beispielsweise den Zutritt zu Pressekonferenzen.

Der US-Politologe Randall Schweller sagte im Gespräch mit n-tv.de in Bezug auf die Trump-Berichterstattung: "Ich habe noch nie so viel Negativität in den Medien erlebt."

Negativität äußert sich auch immer wieder bei den Protestmärschen gegen Trump.

Beim "March for Science" am 22. April demonstrierten Tausende Wissenschaftler und Studenten gegen Trumps Ankündigung, Forschungsgelder einzusparen.

Nachdem im Wahlkampf ein Video des Republikaners veröffentlicht wurde, in dem er davon sprach, Frauen zwischen die Beine zu fassen, gingen Millionen Menschen beim "Women's March" weltweit auf die Straße.

Sie trugen pinkfarbene Mützen, sogenannte Pussy Hats. Diese sind zum Zeichen des feministischen Widerstands gegen den Milliardär geworden.

Auch das aufblasbare Huhn ist ein Symbol der Anti-Trump-Bewegung. Es kam im Zusammenhang mit Forderungen an Trump, seine Steuererklärung öffentlich zu machen, zum Einsatz.

Laut dem "Forbes"-Magazin besitzt der Immobilientycoon ein Vermögen in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar.

Immer wieder wird kritisiert, dass Trumps wirtschaftliche und politische Interessen zu nah beieinander liegen, auch wenn ...

... er sein Firmenimperium offiziell an seine Söhne Donald J. und Eric übergeben hat. Auch das sorgt für Unmut, denn ...

... aus der "First Family" hat Trump Gegnern zufolge längst ein neues Wahlmotto gemacht: "Family First".

Seine Ehefrau Melania macht sich in Washington zwar bisher rar, gilt laut "New York Times" aber als eine seiner wichtigsten Beraterinnen.

Gleiches gilt für Tochter Ivanka, die gelegentlich als Botschafterin ihres Vaters entsandt wird, und deren Ehemann ...

... Jared Kushner. Trumps Schwiegersohn hat den Posten des "Senior Advisor" inne, ist also Top-Berater der Regierung. Zudem soll er den Friedensprozess im Nahen Osten vorantreiben.

Die beiden gelten bereits als das "Powerpaar" im Weißen Haus. Kritiker werfen Trump jedoch Vetternwirtschaft vor.

Der frühere Ethikbeauftragte der Regierung unter George Bush, Richard Painter, mahnt einen "Missbrauch des öffentlichen Amtes zum privaten Vorteil" an.

Obwohl die "First Daughter" offiziell als Assistentin angestellt ist, residiert sie in einem eigenen Büro im Weißen Haus.

Dort hielt sich Donald Trump in den ersten 100 Tagen seiner Amtsperiode nicht so oft auf wie seine Vorgänger.

Gerne regiert er das Land von seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Das Golfklubhaus dient ...

... Trump auch für Staatsessen, wie hier mit Japans Premierminister Shinzo Abe.

Gegner des US-Präsidenten behaupten deshalb, er verbringe mehr Zeit in Florida als in Washington.

Tatsächlich kosten Trumps Besuche den Steuerzahler mehrere Millionen Dollar. Denn für die First Family sind umfangreiche Schutzmaßnahmen nötig.

Für finanzielle Verluste sorgen auch First Lady Melania und Trumps jüngster Sohn Barron. Die beiden wohnen noch immer im Trump Tower in New York und ziehen erst mit dem Ende des Schuljahres im Sommer mit ins Weiße Haus ein.

Kosten sparen will Trump mit vielerlei Maßnahmen: ...

... "Make America great again" lautet sein wichtigster Slogan. Für die Umsetzung sollen ...

... Tausende Jobs für US-Amerikaner geschaffen, die Infrastruktur ausgebaut und das Steuersystem reformiert werden.

In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit hat Trump davon nichts umsetzen können.

Medienwirksam unterzeichnete der US-Präsident aber insgesamt ...

... 25 Dekrete. Die meisten enthielten Prüfaufträge für Behörden.

So konnte Trump weder den Einreisestopp für Menschen aus muslimischen Ländern noch ...

... eine Abkehr von Obamacare, der Gesundheitsvorsorge seines Vorgängers Barack Obama, durchsetzen.

Auch die im Wahlkampf versprochene Mauer an der US-Grenze zu Mexiko wurde bisher nicht gebaut.

All diese Dinge standen auf Trumps 100-Tage-Agenda, die er mittlerweile selbst als "lächerlich" bezeichnet.

"Ich sehe gerade erst, wie groß das alles ist", gestand Trump kurz nach Amtsantritt.

Viele seiner Themen können im politischen Tagesgeschäft nicht realisiert werden.

US-Politologe Randall Schweller sagte: Trump sei "beständig in seiner Unbeständigkeit und seiner Impulsivität".

Beobachter des US-Präsidenten sehen seine Impulshandlungen als mögliches Problem: ...

... Sie blicken mit Sorge auf Trumps Nordkorea-Politik.

Schweller sieht die "Möglichkeit eines Krieges mit Nordkorea in den kommenden vier Jahren bei 50 zu 50".

"Amerikaner werden nicht damit leben können, dass Kim Jong Un Kalifornien zerstören kann", sagte er n-tv.de.

Dementsprechend befindet sich ein Militärangehöriger, der die Codes für die US-amerikanischen Nuklearwaffen bei sich trägt, stets in der Nähe des US-Präsidenten.

Zuletzt schickte Trump Marinestreitkräfte in Richtung Nordkorea - und rief damit Besorgnis im Ausland hervor.

Trumps Haussender Fox News beurteilte die ersten 100 Tage Amtszeit folgendermaßen: "Was auch immer passiert, Trump verfehlt in dramatischer Weise seine selbst gesteckten Ziele."

Der Politikkommentator des Senders NBC schrieb: "Dies sind die schlechtesten 100 Tage, seit diese Messlatte eingeführt wurde."

15 Mitarbeiter im Weißen Haus mussten bereits ihre Posten räumen.

"Ein großer Teil des Problems besteht darin, dass die Trump-Leute einen lausigen Job gemacht haben, als sie die Mitarbeiter vorab abklopften", erklärte der Politblog "The Daily 202" aus Washington.

Mindestens 1285 Tage bleiben Trump bis zur kommenden US-Wahl am 3. November 2020, um seine Wahlversprechen einzulösen und mehr als das Geheimnis ...

... seiner Krawatte zu lösen, die er offensichtlich mit Klebestreifen befestigt.

weitere Bilderserien