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Politik

"Flüchtlingslager zum Anfassen": Überleben auf der Flucht

 
Auch in diesem Jahr zeigt die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ihre Wanderausstellung "Überleben auf der Flucht - das Flüchtlingslager zum Anfassen". 2009 ist Frankfurt/Main Station.

Auch in diesem Jahr zeigt die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" ihre Wanderausstellung "Überleben auf der Flucht - das Flüchtlingslager zum Anfassen". 2009 ist Frankfurt/Main Station.

Das nachgebaute Flüchtlingslager unter freiem Himmel soll den Besuchern zeigen, ...

... unter welchen Bedingungen Flüchtlinge und Vertriebene leben.

Stellen wir uns vor, die Hälfte der Einwohner der Bundesrepublik wäre auf der Flucht.

Unvorstellbar. Doch nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" sind weltweit mehr als 35 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Vertreibung.

Zwölf Millionen Menschen mussten ihr Heimatland verlassen.

Über 23 Millionen sind innerhalb ihres eigenen Landes geflohen.

Die Zahl der intern Vertriebenen steigt, denn immer mehr Länder schließen ihre Grenzen für Flüchtlinge.

Wir wissen viel zu wenig darüber, was es heißt, auf der Flucht zu sein oder vertrieben zu werden.

Für die meisten Flüchtlinge sind Lager die letzte Rettung.

Oft bleiben sie in den Notunterkünften viel länger als geplant, da ...

... Bürgerkrieg und Verfolgung ...

... eine Rückkehr in die Heimat unmöglich machen.

Allein in der Darfur-Region im West-Sudan sind Hunderttausende auf der Flucht.

Die Bevölkerung ist Opfer von Gewalt und Vertreibung in einem Konflikt, bei dem sich seit 2003 Rebellen auf der einen und Regierungstruppen sowie arabische Milizen auf der anderen Seite bekämpfen.

Die notdürftigen Unterkünfte bieten kaum Schutz vor Hitze und Regen.

Krankheiten wie Malaria und Cholera, ...

... aber auch akute Atemwegsinfektionen wie Tuberkulose können sich in überfüllten Lagern rasch ausbreiten.

Um dagegen anzugehen, richten "Ärzte ohne Grenzen" Gesundheitszentren ein.

Sie verteilen Medikamente und ...

... sichern die medizinische Versorgung.

Da Cholera sich rasch zu einer gefährlichen Seuche ausbreiten kann, gibt es eigene Cholera-Behandlungszentren.

Erreichen die Flüchtlinge ein Lager, so sind sie häufig unterernährt und körperlich stark geschwächt.

Daher versorgen die Hilfsorganisationen sie mit Grundnahrungsmitteln wie Getreide, Zucker, Salz oder ...

... Kichererbsen.

Jede Familie kocht aber in der Regel für sich allein.

Stark unterernährte Kinder ...

... werden in ein Ernährungszentrum aufgenommen.

Bevor ihre Mütter ihnen wieder richtige Nahrung geben können, ...

... müssen viele Kinder über eine Nasensonde ernährt werden.

In diesen Zentren werden sie auch medizinisch betreut und ...

... vorbeugend gegen gefährliche Krankheiten wie Masern geimpft.

Ein großes Problem stellt laut "Ärzte ohne Grenzen" die Trinkwasserversorgung dar.

Mitarbeiter der Hilfsorganisationen versuchen, wenigstens einen Trinkwasserzugang für jeweils 250 Menschen zu schaffen.

Oft müssen die Menschen stundenlang anstehen, um ihre Kanister mit Wasser füllen zu können.

20 Liter pro Tag und Flüchtling müssen zum Trinken, Waschen und Kochen reichen. Zum Vergleich: Ein deutscher Durchschnittsbürger verbraucht täglich gut 130 Liter Wasser.

Da in den Flüchtlingslagern viele Menschen auf sehr engem Raum leben, muss besonders auf eine ausreichende Hygiene geachtet werden.

Hilfsorganisationen sind daher bemüht, ausreichend Latrinen zur Verfügung zu stellen.

In immer mehr Lagern gibt es mittlerweile auch psychologische Unterstützung für Flüchtlinge, die häufig Opfer oder Zeugen von unvorstellbaren Grausamkeiten geworden sind.

In dem "Flüchtlingslager zum Anfassen" werden typische Unterkünfte, Latrinen, ...

... Trinkwasserleitungen ...

... sowie medizinische Einrichtungen gezeigt.

Hautnah kann man hier erleben, wie der Alltag in einem Flüchtlingslager aussieht.

Die Ausstellung ist seit 2003 jeweils im Sommer zu sehen. In diesem Jahr wird sie vom 19. Juni bis zum 12. Juli 2009 in Frankfurt gezeigt.

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