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Seit 100 Tagen ist Barack Obama nunmehr der mächtigste Mann der Welt und soviel ist sicher:
Der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit die Welt beeindruckt.
Auf seinen rastlosen Auslandsreisen jubelten ihm die Menschen zu.
Die Mächtigen der Welt buhlten um Termine ...
... und Nähe.
Fasziniert verfolgen die meisten Amerikaner die Omnipräsenz ihres neuen Präsidenten.
Mit einem Feuerwerk an politischen Initiativen und Reformen, ...
... an Auftritten vor Soldaten ...
... und Bürgern, ...
... als Talkshow-Gast, ...
... Sportexperte oder ...
... "Herrchen" des neuen "First dog" im Weißen Haus dominiert der große Kommunikator unangefochten ...
... die Schlagzeilen.
Nur wenige hörten allerdings genau hin, wenn Obama den Führungsanspruch der USA hervorhebt, sagt, dass nicht nur die USA, sondern "auch andere sich ändern müssen".
Der 47-jährige Demokrat hat eine neue Weltordnung im Visier, ...
... die nicht auf Militärkraft, ...
... sondern auf Verständigung begründet ist.
Er begeistert Millionen mit seiner Vision einer friedlichen, atomwaffen-freien Welt.
Und das Weiße Haus zieht nach 100 Tagen eine stolze Bilanz:
Angesichts der dramatischen Rezession hat Obama das größte Konjunkturprogramm der Geschichte auf den Weg gebracht.
Hunderte Milliarden Dollar sind für Gesundheitsreform, ...
... Klimapolitik und Infrastruktur eingeplant.
Obama ordnete wie versprochen die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo und geheimer CIA-Gefängnisse an, ...
... schwor allen Foltermethoden ab und ...
... beschloss einen Truppenabzug aus dem Irak.
Eine "neue Strategie" soll Afghanistan stabilisieren.
Die Zweifel an den Macher-Qualitäten des unerfahrenen Ex-Senators aus Chicago sind geschwunden.
Mit Fleiß, Disziplin und viel Lässigkeit scheint der "coole" Obama die Supermacht zu steuern.
Die intellektuelle Qualität seiner Spitzenleute ist kaum umstritten.
Auch wenn konservative Institute und Frankreichs Präsident Sarkozy noch Kompetenzprobleme der Obama-Truppe sehen.
Obama sei zwar sehr intelligent und charismatisch, "aber er ist erst seit zwei Monaten gewählt und hat noch nie in seinem Leben ein Ministerium geführt. Es gibt einige Dinge, zu denen er keine Meinung hat", sagte Sarkozy.
Der ewige Wahlkämpfer Obama sucht mit seinem "Yes, we can"- Optimismus auch die Regierungsarbeit zu meistern.
Aber während laut Umfragen die "Obamania" weltweit grassiert, ...
... nimmt in den USA die Kritik zu. Obamas Absicht, parteiübergreifend regieren zu wollen, ist schon früh gescheitert.
Republikaner wie Senator John McCain wettern über eine "maßlose, gefährliche Verschuldungspolitik".
Die Opposition geißelt Obamas Billionen-Spritzen als "heimliche Verstaatlichung", die die USA auf den Weg "in den Sozialismus" trieben.
Die US-Linke dagegen sieht mit Sorge die US-Truppenverstärkungen in Afghanistan.
Auch der Truppenabzug im Irak erscheint vielen halbherzig, denn ...
... zumindest bis 2011 bleiben noch zehntausende US-Soldaten dort.
Und Guantánamo soll erst 2010 geschlossen werden.
Die ersten 100 Tage Obama haben durchaus "Wandel" gebracht:
Der junge Präsident konnte, gemeinsam mit seiner glamourösen, hochgebildeten Ehefrau Michelle, erfolgreich das Ansehen der USA wieder aufpolieren.
Seine Charme-Offensive scheint zu wirken.
Europäische Politiker sind hocherfreut über den neuen, bescheidenen Ton, den neuen, respektvollen Stil der US-Regierung.
Umfragen zeigen, dass auch die Amerikaner erstmals seit langem wieder glauben, politisch auf dem richtigen Kurs zu sein.
Die politischen Prüfsteine für Obamas Präsidentschaft liegen aber noch in der Zukunft:
Werden der Iran oder Syrien Obamas Offerten der Verständigung aufgreifen?
Werden die Gespräche mit Russland tatsächlich Abrüstung, Kompromisse bei den Streitthemen wie Raketenabwehr und NATO-Erweiterung bringen?
Wird es mit China eine Gemeinsamkeit gegen Nordkoreas nuklearen Alleingang geben?
Löst Obama beim Klimagipfel in Kopenhagen Ende 2009 sein Versprechen ein, die USA auf einen neuen Klima-Kurs zu bringen?
Vor allem aber fragen sich die US-Bürger, wann die riesigen Staatsausgaben den versprochenen Effekt bringen, die Konjunktur wieder anzukurbeln.
Noch hat Obama nichts von seinem Star-Effekt verloren, ...
... noch stehen die meisten Amerikaner hinter ihrem Präsidenten. Neuesten Umfragen zufolge unterstützen über 60 Prozent die Außenpolitik Obamas.
Noch gibt es, nach 100 Tagen, viel Nachsicht angesichts des schweren Erbes, das Obama antreten musste.
Aber seine Gegner formieren sich schon, um die Idee des "neuen Amerika" als "große Show" zu entlarven. (alle Bilder AP, dpa, Reuters)
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