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Montag, 07. Dezember 2015

Münchner Mammutprozess: Was bisher im NSU-Verfahren geschah

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6. Mai 2013: Eineinhalb Jahre nach dem Auffliegen des NSU beginnt unter großen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess vor dem OLG in München. (Foto: picture alliance / dpa)

6. Mai 2013: Eineinhalb Jahre nach dem Auffliegen des NSU beginnt unter großen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess vor dem OLG in München.

6. Mai 2013: Eineinhalb Jahre nach dem Auffliegen des NSU beginnt unter großen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess vor dem OLG in München.

Zschäpe ist wegen Mittäterschaft an zehn Morden, zwei Bombenanschlägen und mehr als einem Dutzend Banküberfällen angeklagt, die der NSU-Zelle vorgeworfen werden, sowie in einem Fall der schweren Brandstiftung.

Sie hatte sich nach dem mutmaßlichen Suizid ihrer Komplizen Uwe Böhnhard und Uwe Mundlos im November 2011 der Polizei gestellt.

Mit ihr sind vier weitere mutmaßliche NSU-Helfer angeklagt.

14. Mai 2013: Die Anklage wird verlesen.

4. Juni 2013: Der Angeklagte Carsten S. gesteht, die Mordwaffe geliefert zu haben, mit der die mutmaßlichen NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt neun Migranten erschossen haben sollen.

6. Juni 2013: Mit Holger G. entschuldigt sich erstmals einer der Angeklagten bei den Familien der Opfer. G. räumt ein, Zschäpe und ihren Komplizen nach ihrem Untertauchen 1998 seinen Reisepass und Geld überlassen zu haben.

2. Juli 2013: Zwei Polizisten berichten über Gespräche mit Zschäpe, nachdem diese sich gestellt hatte. Ein BKA-Beamter zitiert sie mit der Aussage, dass sie "sich nicht gestellt hätte, um nichts zu sagen".

Doch Zschäpe schweigt beharrlich in dem Verfahren, so wollen es ihre Anwälte.

1. Oktober 2013: In einer emotionalen Zeugenaussage vor Gericht schildert der Vater des Kasseler Mordopfers Halit Yozgat unter Tränen, wie er seinen 21-jährigen Sohn am 6. April 2006 erschossen in einer Blutlache fand.

Yozgat war der neunte Migrant, der vom NSU getötet worden sein soll.

20. November 2013: Die Mutter von Uwe Böhnhardt belastet Zschäpe schwer. Mit ihrer Aussage, die drei mutmaßlichen NSU-Terroristen seien "gleichberechtigt" gewesen, untermauert sie die Anklage.

Böhnhardt drückt den Opfern ihres Sohnes ihr Mitgefühl aus.

27. November 2013: Zschäpes Mutter verweigert die Aussage.

18. Dezember 2013: Der Vater von Uwe Mundlos sorgt für einen Eklat, weil er den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl beleidigt und "kleiner Klugsch..." nennt.

16. Januar 2014: Erstmals wird der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter verhandelt, die im April 2007 in Heilbronn erschossen wurde. Ihr damals lebensgefährlich verletzter Kollege kann sich nicht an den Tathergang erinnern.

Der Fall gibt bis heute Rätsel auf. Die Waffen der Beamten wurden später neben den Leichen von Böhnhardt und Mundlos gefunden.

16. Juli 2014: Zschäpe entzieht ihren Pflichtverteidigern Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm überraschend das Vertrauen.

Das weckt Hoffnungen, dass die Angeklagte ihr Schweigen brechen könnte, zu dem ihr die Verteidiger geraten hatten.

22. Juli 2014: Zschäpes Antrag auf Abberufung ihrer drei Verteidiger, mit deren Verhandlungsführung sie offenbar unzufrieden ist, scheitert.

6. Juli 2015: Mit dem Münchner Rechtsanwalt Mathias Grasel bekommt Zschäpe einen vierten Pflichtverteidiger. Die Angeklagte hat ihn selbst darum gebeten, nachdem ihr Verhältnis zu ihren bisherigen Verteidigern als zerrüttet gilt.

20. Juli 2015: Die bisherigen Pflichtverteidiger wollen ihr Mandat beenden. Das Gericht lehnt den Antrag ab.

24. Juli 2015: Zschäpe zeigt Sturm, Heer und Stahl wegen eines Gesprächs mit dem Vorsitzenden Richter an, sie scheitert auch damit. Wegen des Streits kommt der Prozess ins Stocken.

2. Oktober 2015: Nach einem Bericht von "Spiegel online" handelt es sich bei der als Nebenklägerin zugelassenen Meral K. um ein Phantom.

Die Frau, angeblich Opfer des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße, existiert nicht.

9. November 2015: Zschäpes Verteidiger Grasel kündigt an, dass seine Mandantin aussagen will und sorgt damit für einen Paukenschlag.

Zschäpes Aussage wird am 9. Dezember 2015 verlesen. Sie behauptet darin, von den Morden ihrer Mitbewohner Böhnhardt und Mundlos immer erst im Nachhinein erfahren zu haben.

Den NSU habe es nicht gegeben.

16.12. 2015 Auch Ralf Wohlleben sagt aus. Er bestreitet, die Waffe für Böhnhardt und Mundlos beschafft zu haben und belastet den Mitangeklagten Carsten S.

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