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Es ist nicht zu übersehen: Das alte Jahr neigt sich dem Ende zu.
Und weil es auch 2007 eine ganze Reihe von Änderungen gibt, sollen diese nachfolgend aufgeführt werden.
Aber bitte nicht alles "so schwarzmalen", gibt mir mein Chef noch auf den Weg.
Nee, 2007 wird ein blühendes Jahr und dass, obwohl es ...
... als das Jahr mit der (bisher) größten Steuererhöhung in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen wird.
Pünktlich zum 1. Januar werden beim Einkauf 19 statt bislang 16 Prozent Mehrwertsteuer fällig.
Für ein Auto mit einem Wert von ca. 25.000 Euro fallen z.B. 4.750 statt bislang 4.000 Euro Umsatzsteuer an. Den Mehrbetrag kann man ja an anderer Stelle einsparen ...
... !!!!
Die gute Nachricht ist ohnehin die, dass Lebensmittel nicht von der Steuererhöhung betroffen sind.
Nicht für alle angenehm: Künftig muss man nicht nur zwei Jahre länger für die Rente arbeiten, ...
... sondern darf auch mehr dafür abdrücken. Der Rentenbeitrag steigt von jetzt 19,5 auf 19,9 Prozent. Aber das ist kein Grund zum Jammern!
Denn glaubt man den Versprechungen der Koalition, soll er nach dieser Erhöhung bis 2013 stabil bleiben. Und dann bis zum Jahre 2018 auf 19,2 Prozent sinken. Aber bleiben wir im Jahr 2007.
Anders als im Koalitionsvertrag festgeschrieben, sinken die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Statt jetzt 6,5 Prozent werden nur noch 4,2 Prozentpunkte abgezogen.
Und es gibt noch mehr Grund zur Freude: Mit Elterngeld und Änderungen des Unterhaltsrechts soll unsere Gesellschaft noch kinderfreundlicher werden.
Das alte Jahr wird sicher mit einem Generationenkonflikt im Kreißsaal enden: Das Baby will raus, aber Mama muss noch durchhalten ...
... aber für all jene, die erst nach Mitternacht niederkommen, gibt es eine schöne Stange Geld vom Staat. Zumindest die so genannten Gutverdiener profitieren vom neuen Elterngeld.
Denn nicht mehr das Familieneinkommen wird zu Grunde gelegt, sondern der Einzelverdienst. 67 Prozent vom letzten Nettolohn (die Obergrenze liegt bei 1.800 Euro) gibt es monatlich ein Jahr lang für Mütter oder Väter.
Einen Bonus gibt es obendrauf, wenn der Partner ebenfalls eine Jobpause von mindestens zwei Monaten einlegt. In der Gesetzgebungsphase diffamierte mann diese wahrscheinlich eher von Männern genutzte Variante als "Wickelvolontariat".
Und weil das neue Elterngeld "so toll und ganz unbürokratisch ist", hat ein Team von "Über-Mutter" und Familienministerin von der Leyen einen Elterngeldrechner entwickelt. Link: http://www.bmfsfj.de/Elterngeldrechner/weiter.do
Neues Thema: Mit der zum April geplanten Unterhaltsreform soll das Prinzip "Einmal Professorengattin, immer Professorengattin" durchbrochen werden. Für den Unterhalt ist dann nicht mehr der Lebensstandard während der Ehe maßgeblich, ...
... sondern auch anderweitige Unterhaltspflichten des nunmehr geschiedenen Ehegatten. Dessen Einkommen soll mehr als bislang den Kindern und den tatsächlich erziehenden Partnerinnen zugutekommen.
Eine geschiedene kinderlose Frau wird sich ungeachtet des ehelichen Lebensstandards künftig wohl selbst um ihr Auskommen kümmern müssen!
Die so genannte Reichensteuer kommt! Wer mehr als 250.000 Euro verdient, zahlt weitere drei Prozentpunkte auf den Spitzensteuersatz (42 Prozent).
Verheiratete dürfen bis zu einer halben Million verdienen.
Aber auch weniger gut Betuchte werden zur Kasse gebeten:
Ab 2007 behandelt das Finanzamt Fahrten von Berufspendlern zur Arbeit als Privatsache. Es sei denn, man wohnt weit genug weg vom Arbeitsort: Erst ab dem 21. Kilometer dürfen 30 Cent pro gefahrenem Kilometer als Werbungskosten abgezogen werden.
Die tatsächlichen Kosten für ein Bus- oder Zugticket können überhaupt nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden. Auch hier gilt eine Pauschale ab dem 21. Kilometer.
Nicht meckern, sondern zusammenrücken und Fahrgemeinschaften bilden! Oder den Chef um einen kleinen Bonus bitten: Ein Tankgutschein bis maximal 44 Euro ist steuer- und abgabenfrei!
Auch auf Sparer kommen harte Zeiten zu, denn der Sparerfreibetrag wird halbiert. Für Singles bleiben 750 Euro, Verheiratete können nur noch 1.500 Euro freistellen.
Die Kosten für ein Arbeitszimmer konnte man bislang mit bis zu 1.250 Euro absetzen. Das gibt es grundsätzlich nicht mehr.
Das Arbeitszimmer muss ab 2007 den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bilden.
Auch Lehrer, die in der Schule häufig keinen ordentlichen Arbeitsplatz für Vorbereitungen und Korrekturen haben, können künftig kein Arbeitszimmer mehr geltend machen. Denn Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist die Schule, nicht der heimische Schreibtisch.
Kindergeld gibt es ab 2007 nur noch bis zum 25. Lebensjahr. Es sei denn, die Familieneinkünfte liegen unter 7.680 Euro. Dann zahlt die Familienkasse wie bisher bis zum 27. Geburtstag.
Zwei Ausnahmen gibt es jedoch: Ist das Kind im letzten Jahr 24 Jahre alt geworden, besteht ein Anspruch bis zur Vollendung des 26. Lebensjahrs. Feierte das Kind seinen 25. oder 26. Geburtstag, gilt die alte Regelung.
Und noch eine gute Nachricht: Familienunternehmen können ab dem kommenden Jahr leichter auf Tochter oder Sohn übertragen werden.
Nach einem Gesetzesentwurf soll die Erbschafts- und Schenkungssteuer künftig unter einer Bedingung vollständig entfallen.
Die Firma muss zehn Jahre in ähnlicher Größe fortgeführt werden.
Am 1. April 2007 soll die neue Gesundheitsreform in Kraft treten. Noch stehen viele Details und Termine nicht fest.
Fest steht aber, dass Ende 2008 ein einheitlicher Beitragssatz für gesetzlich Versicherte festgelegt wird. Die Beiträge fließen dann nicht mehr vom Arbeitgeber an die einzelnen Kassen - sondern in den Gesundheitsfonds!
Aus diesem wird den Kassen eine Summe X pro Versichertem überwiesen. Reicht das Geld nicht aus, kann die Kasse einen Zusatzbeitrag verlangen. Der darf bis zu acht Euro ohne Einkommensprüfung betragen, jeder Betrag darüber darf ein Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens nicht überschreiten.
Den betroffenen Versicherten steht dann allerdings frei, zu kündigen und die Kasse fristlos zu wechseln.
Im neuen Jahr dürfte sich die ärztliche Versorgung auf dem Lande verbessern, denn für Ärzte gibt es ab 2007 einige Erleichterungen:
Sie können Zweitpraxen eröffnen, als Vertragsarzt verkürzt arbeiten, parallel im Krankenhaus tätig sein und ...
... in dünn besiedelten Gebieten auch im höheren Alter (über das 68. Lebensjahr hinaus) noch Hand am Patienten anlegen.
Pharmaunternehmen werden künftig gezwungen, neue Arzneimittel für Kinder und Jugendliche zu entwickeln. Der Schutz vor Nachahmerpräparaten wird um sechs Monate verlängert.
Ab dem 1. Januar dürfen Zigaretten an Automaten nur noch gegen Altersnachweis abgegeben werden. Funktioniert mit dem EU-Führerschein oder mittels EC-Karte.
Geplant war sie für den Sommer 2006. Passiert ist wenig. Jetzt soll die Pflegereform offenbar 2007 in Angriff genommen werden.
Ziel ist es, die Finanzsituation der Pflegekassen zu stabilisieren und die häusliche Pflege zu stärken.
Der Verbraucherschutz wird auch 2007 Thema sein. Da Bundespräsident Köhler das Verbraucherinformationsgesetz nicht unterschreiben wollte, ...
... dürfte die Bundesregierung hier einen neuen Anlauf starten.
Ab März 2007 wird die Zulassung länger stillgelegter Autos erleichtert. Die Betriebserlaubnis erlischt dann nicht mehr automatisch nach 18 Monaten. Bis zu sieben Jahren genügt eine Haupt- und Abgasuntersuchung, um das Fahrzeug wieder auf die Straße zu bringen.
Ebenfalls ab kommenden März dürfen "besonders belastete Umweltzonen" in Städten nur noch von Autos mit Feinstaubplakette befahren werden.
Zwar stehen explizit keine Termine auf der Agenda, aber die Debatten über Arbeitsmarktreformen dürften weitergehen. Stichwort Mindestlohn, Kündigungsschutz und Rentenpolitik.
Das erklärte Ziel der Bundeskanzlerin ist es, die Lohnnebenkosten von derzeit rund 42 Prozent unter die Marke von 40 Prozent zu senken.
Na dann, ein Prosit auf das nächste Jahr! Alles wird gut.
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