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Mittwoch, 02. August 2017

Bundestagswahlkampf: Welche Partei hat die besten Plakate?

Von Helena Schmidt

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Als letzte der großen Parteien hat die SPD ihre Werbeplakate für die Bundestagswahl 2017 vorgestellt. Eckehard Ernst, Geschäftsführer der Werbeagentur Comeo, bewertet für n-tv.de die Motive. (Foto: Emmanuele Contini)

Als letzte der großen Parteien hat die SPD ihre Werbeplakate für die Bundestagswahl 2017 vorgestellt. Eckehard Ernst, Geschäftsführer der Werbeagentur Comeo, bewertet für n-tv.de die Motive.

Als letzte der großen Parteien hat die SPD ihre Werbeplakate für die Bundestagswahl 2017 vorgestellt. Eckehard Ernst, Geschäftsführer der Werbeagentur Comeo, bewertet für n-tv.de die Motive.

Das Plakat der CDU zeigt Kanzlerin Merkel mit dem Satz "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben". Damit setzt die Partei auf Altbewährtes und hat es offenbar nicht nötig, anzugreifen.

"Das ist Besitzstandswahrung und aus ihrer Position sicherlich so richtig. Merkel wird sympathisch abgebildet", sagt Ernst.

"Für eine starke Wirtschaft und sichere Arbeit" auf schwarz-rot-goldenem Hintergrund - auch ohne die Kanzlerin könne die CDU punkten, "die Strategie ist richtig und passt zur Position der Kanzlerin", sagt Ernst.

Eines des SPD-Plakate ziert Martin Schulz neben dem Slogan "Die Zukunft braucht neue Ideen. Und einen, der sie durchsetzt".

Werbeexperte Ernst findet es zu schwach: "Schulz wirkt auf dem Foto nicht als Durchsetzer. Aus Debatten kennt man durchaus aktivere Positionen und Haltungen von ihm." Hier sehe er eher wie der "nette Onkel" aus.

Dieses SPD-Plakat mit einem kleinen Mädchen und dem Slogan "Bildung darf nichts kosten. Außer etwas Anstrengung" kommt besser an.

"Kinder gehen immer", sagt Ernst. "Das ist etwas augenzwinkernd, das ist sympathisch und positioniert die SPD für Kinder, für Familie, für Bildung."

Christian Lindner von der FDP findet "Ungeduld ist auch eine Tugend" und blickt als einziger nicht in die Kamera.

Für Ernst ist das kein Nachteil: "Das ist mal was anderes, neben all den freundlich lächelnden Menschen. Es geht Lindner nicht um Sympathiepunkte, sondern um die Aufgabe."

Anders fällt Ernsts Urteil zu diesem Motiv aus: Inhalte seien gut, aber das gesamte FDP-Wahlprogramm abzudrucken verwirre eher. "Da ich es sowieso nicht lesen werde, verstehe ich es nicht", sagt Ernst.

Die Grünen haben "Umwelt ist nicht alles. Aber ohne Umwelt ist alles nichts" auf ihre Plakate geschrieben.

Damit fokussiert sich die Partei auf ein Thema. "Die Grünen wollen zurück zum Markenkern", sagt Ernst. "Sie positionieren sich geschickt als die Einzigen, die wirklich an die Umwelt denken."

Mit Sätzen wie "Zukunft kann man wollen. Oder machen" versuchen die Grünen es auf ihren Plakaten ganz ohne Gesichter. "Das Grüne als Ganzes. Wir sind ein großes Team, das für die Umwelt kämpft", analysiert Ernst.

Weiter geht es mit der Linken. Deren Motto "Lust auf die Linke" ist Ernst zu wenig: "Ich hab Lust auf ein Eis, aber bei Politik geht es um mehr. Ich weiß nicht, ob das eine Motivation ist."

Auch die anderen Plakate der Linken findet Ernst nicht optimal: "Da versucht man ein paar schöne Werte zu transportieren, aber das ist alles sehr brav und bieder."

Auch AfD-Chefin Frauke Petry setzt auf ein Wahlplakat mit einem Kind, in diesem Fall mit ihrem kleinen Sohn. Für Ernst ist das " fast schon Missbrauch dieses armen Babys". Den Claim "Trau dich, Deutschland" findet er allerdings gelungen.

Weniger geschickt sei dagegen der Spruch "'Burkas?' Wir steh'n auf Bikinis". "Man versucht, lustig zu sein. Schade, aber möglicherweise funktioniert es", sagt Ernst.

Welche Plakatkampagne ist denn nun die beste? Aus Sicht von Ernst ist es die der CDU, denn die "muss keine Experimente wagen".

Von den Plakaten der Linken ist Ernst dagegen enttäuscht: "Da hab ich schon Besseres von der Linken gesehen, was recht kreativ und aggressiv war."

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