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Die Liste des Absurden: Wo wie viel Mehrwertsteuer drinsteckt

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Wir zahlen sie beim Bäcker, im Kino, am Kiosk, beim Friseur, im Restaurant, beim Einkaufen, im Zug oder im Autohaus. (Foto: picture alliance / dpa)

Wir zahlen sie beim Bäcker, im Kino, am Kiosk, beim Friseur, im Restaurant, beim Einkaufen, im Zug oder im Autohaus.

Wir zahlen sie beim Bäcker, im Kino, am Kiosk, beim Friseur, im Restaurant, beim Einkaufen, im Zug oder im Autohaus.

Die Mehrwertsteuer ist die zweitwichtigste Einnahmequelle des Staates, gleich nach der Einkommenssteuer.

Jahr für Jahr bringt sie dem Staat viele Milliarden Euro ein - und immer wieder weckt sie die Begehrlichkeiten der Politiker, wenn diese händeringend nach weiteren Einnahmequellen für den Staat suchen.

In Deutschland beträgt die Mehrwertsteuer seit 2007 für die meisten Güter 19 Prozent, der ermäßigte Steuersatz beläuft sich auf 7 Prozent vom Nettopreis.

Einige wenige Dienstleistungen und Waren wie Arztrechnungen und Mieten sind steuerfrei.

Der ermäßigte Steuersatz sollte ursprünglich nur für Waren der Existenzsicherung wie Lebensmittel oder Agrarprodukte gelten.

Dann kamen andere Waren und Dienstleistungen dazu, die besonders gefördert werden sollten, wie Bücher oder der Personennahverkehr.

Über die Jahre hat der Gesetzgeber absurde Ausnahmeregelungen geschaffen.

Für die meisten Lebensmittel wie Fleisch, Obst, Gemüse und Milchprodukte gilt ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent.

Kompliziert wird es hier: Wer die Wurst beim Metzger kauft und zu Hause verspeist, zahlt den ermäßigten Steuersatz.

Wer sich die Wurst lieber im Restaurant oder am Imbiss schmecken lässt, zahlt den vollen Steuersatz.

Aber keineswegs alle Lebensmittel sind subventioniert. Für Gewürze, Majoran oder Basilikum gilt der niedrige Satz, ...

... für Würzmischungen dagegen der Regelsatz.

Krabben und Garnelen belegt der Fiskus mit 7 Prozent, …

... Hummer und Langusten hingegen mit 19 Prozent!

Nicht einmal alle Kartoffeln sind vor dem Gesetz gleich: Auf Frühkartoffeln zahlen wir 7 Prozent, …

... auf Süßkartoffeln aber 19 Prozent Mehrwertsteuer!

Wer glaubt, dass der Fiskus Luxusgüter eher stärker besteuert als die Güter des täglichen Lebens, sieht sich getäuscht. Denn auch Trüffel und Rennpferde unterliegen nur dem siebenprozentigen Satz.

Auf Babywindeln hingegen lasten 19 Prozent Umsatzsteuer.

Zwar verlangt der Staat beim Arztbesuch keine Mehrwertsteuer …

... beim anschließenden Gang in die Apotheke schlägt der Fiskus aber wieder mit vollem Steuersatz zu.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, einen Esel anzuschaffen, sollte überlegen, ob er nicht lieber ...

... eine Kreuzung wie Maultier oder Maulesel wählen sollte – dann wären nur 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig.

Ein Hoch auf die Bildung: Beim Buchkauf fallen 7 Prozent Mehrwertsteuer an, …

… für das Hörbuch gewährt der Staat dagegen kein Steuernachlass, da sie als Tonträger eingestuft werden.

Wer gerne schreibt, hat einen Grund zum Jubeln: 0 Prozent auf Briefmarken.

Sie sollten sich nur abgewöhnen, die Briefe auf dem PC zu schreiben. Denn falls Sie einen Neuen brauchen: 19 Prozent.

Für öffentliche Verkehrsmittel verlangt der Fiskus nur die ermäßigte Mehrwertsteuer, …

… aber bei weiten Strecken im ICE werden 19 Prozent fällig!

Eine Taxifahrt dagegen fällt in die Rubrik "täglicher Bedarf".

Sogar für Skilifte gilt der reduzierte Steuersatz. Denn: Skilifte gehören für das Steuerrecht zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Den ermäßigten Steuersatz gibt es für "Gesundes", …

… bei Alkohol kennt der Fiskus aber kein Pardon.

Auch Bier gehört nicht zum "täglichen Bedarf".

Kaffee dagegen schon.

Keine Ermäßigung gibt es für eine neue Frisur.

Der Besuch im Schwimmbad hingegen gilt als tägliches Bedürfnis.

Die Vorstellung eines Zauberkünstlers ist mit einer Theatervorführung vergleichbar und unterliegt daher dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent.

Seit dem 1. Januar 2010 werden Übernachtungen in Hotels und Pensionen ermäßigt mit 7 Prozent besteuert, …

... bei Zusatzleistungen wie Frühstück, Telefon, Internet, Fernsehen, Wellnessangebote hält der Fiskus aber wieder die Hände auf.

Auch für Wasser aus der Leitung gilt der ermäßigte Steuersatz.

Mineralwasser besteuert der Fiskus dagegen mit 19 Prozent.

Selbst zu Hause ist keine Flucht vor der Mehrwertsteuer möglich. Sowohl Erdgas und Heizöl ...

... als auch Strom liegen bei 19 Prozent.

Bei Kleidung gibt es ebenfalls kein Pardon.

Noch sind Mieten von der Steuer befreit, ...

... Handwerker müssen aber den vollen Steuersatz abführen!

Behinderte können einen Rollstuhl mit 7 Prozent Mehrwertsteuer kaufen - auf einen Treppenlift zahlen sie dagegen 19 Prozent.

Immer wieder wird diskutiert, die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze anzugleichen - nur auf welchem Niveau? (Text: Diana Sierpinski)

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