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Geldfresser: Überflüssige Versicherungen

 
Geldfresser: Überflüssige Versicherungen

Draufgängertum liegt uns nicht - wir sind schließlich nicht Chuck Norris.

Sicherheit ist uns wichtig. Ohne Netz und doppelten Boden bewegen wir uns ungern.

Deshalb haben Versicherungsvertreter leichtes Spiel mit uns. Wenn wir uns dadurch besser geschützt fühlen, schließen wir gern zusätzliche Policen ab. Viele davon sind allerdings überflüssig.

Beispiel: Glasbruchpolice. Wie oft ist Ihnen schon eine Scheibe zerbrochen? Nie? Und wenn doch: Hat Sie der Vorfall in den Ruin gestürzt?

Wohl kaum. Trotzdem gaben die Deutschen allein im Jahr 2006 485 Millionen Euro für Glasbruchversicherungen aus.

Dabei zahlt die Versicherung nur, wenn die Scheibe wirklich kaputt ist. Für Kratzer und Absplitterungen sieht man keinen Cent.

Und noch ein Beispiel für eine Versicherung, die keiner braucht: Die Insassenunfallpolice. Sie soll Fahrer und Mitfahrer schützen, wenn sie im eigenen Auto zu Schaden kommen.

Bis vor ein paar Jahren hatte die Police noch eine gewisse Lebensberechtigung, weil es tatsächlich Fälle gab, in denen die Mitfahrer nicht geschützt waren. Beispielsweise bei Fahrerflucht oder ungeklärter Schuldfrage.

Heutzutage sind die Mitfahrer aber in jedem Fall durch die Haftpflicht des Fahrers oder des Unfallgegners abgesichert. Seitdem ist die Police ungefähr so sinnvoll wie ein Skianzug im Sommer.

Während die Insassenunfallpolice ihre große Zeit hinter sich hat, ist der Haus- und Wohnungsschutzbrief gerade erst im Kommen. Die Idee eines Pannenservice für den Haushalt ist gar nicht so schlecht.

Das Übel kommt ja meist unverhofft. Beispielsweise als Wespenschwarm, der sich vorm Fenster einnistet.

Oder in Form eines verstopften Abflussrohres.

Man muss auch kein ausgesprochener Schussel sein, um sich versehentlich auszusperren. Shit happens.

Ein Anruf bei der Pannen-Hotline genügt und die Versicherung schickt den entsprechenden Fachmann vorbei. Alles schön und gut.

Aber: Ist der Einsatz des Schlüsseldienstes wirklich eine ernstzunehmende finanzielle Gefahr? Kann man den Klempner ohne Versicherung nicht bezahlen? Kurz: Ist die ganze Sache wirklich 50 bis 60 Euro im Jahr wert? Wenn ja, schlagen Sie zu. Ansonsten: Sparen Sie sich das Geld. Üblicherweise ist die Leistung ohnehin bei 500 Euro pro Schaden gedeckelt.

Der Verkäufer im Elektromarkt bietet nach der Beratung oft noch den passenden Schutzbrief für Handy, Laptop und Co an. Unterschreiben Sie, bekommt er Provision - und Sie eine weitere überflüssige Versicherung.

Schließlich muss der Händler während der Gewährleistungsfrist sowieso für Reparaturen sorgen. Und bei Diebstahl bringen die Versicherer ohnehin meist das Argument der groben Fahrlässigkeit.

Das hören oft auch Bestohlene, die Geld von ihrer Reisegepäckversicherung bekommen möchten. Diese Police können sich Urlauber also ruhig sparen. Schließlich ist das Leben schon so teuer genug.

Sterben ist allerdings auch nicht billig - für eine einigermaßen würdevolle Beisetzung muss man mehrere tausend Euro kalkulieren. Eine Sterbegeldversicherung soll diese Kosten übernehmen.

Allerdings muss man dafür zu Lebzeiten tief in die Tasche greifen. Wer vorsorgen will, sollte das Geld besser in eine Risikolebensversicherung oder einen Sparplan investieren.

Tierfreunde wollen ja nur das Beste für ihren Liebling. Da liegt die Versuchung nahe, für Miezi...

...und Mopsi eine Krankenversicherung abzuschließen.

Doch bei mehreren hundert Euro Jahresprämie müssen Hund und Katze schon Dauergast beim Tierarzt sein, damit sich das ganze lohnt.

Zum Schluss aber noch eine wirklich unverzichtbare Police - zumindest für alle Golfer. Die laufen nicht nur ständig Gefahr, vom Ball erschlagen zu werden, sondern tragen auch ein enormes finanzielles Risiko:

Wer gleich beim ersten Abschlag einlocht, muss eine Clubrunde ausgeben. Nicht ganz billig, Golfer-Gaumen sind schließlich verwöhnt. Doch die Versicherungsbranche lässt niemanden im Stich: Die "Hole in one"-Police bewahrt vor diesem Armutsrisiko. (Bilder: dpa, pixelio)

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