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Jeder trägt's anders: Welcher Krisentyp sind Sie?

 
Jeder trägt's anders: Welcher Krisentyp sind Sie?

Die meisten können das Wort schon nicht mehr hören, aber man kommt ja nicht drum herum: ...

Reden wir von der KRISE!

Wie tief stecken wir drin? Sind wir vielleicht schon wieder draußen? Oder erleben wir gerade die Ruhe vor dem Sturm?

Wir wissen es nicht. Wirtschaftswissenschaftler wissen es nicht. Und Marktforscher wissen es erst recht nicht. Sie haben sich dafür einer Frage gewidmet, die fast genauso wichtig ist: Wie gehen wir mit der Krise um?

Das ist für Markenhersteller von großem Interesse, schließlich wollen sie ihre Ware an den Kunden bringen, Krise hin oder her. Was will er also, der Kunde in der Krise?

Kommt ganz auf die Persönlichkeit an, sagt TNS Infratest. Sechs verschiedene Konsumentenstrategien für die Rezession haben die Marktforscher ausgemacht. Welcher Krisentyp sind Sie?

1. Der Rebellische

Alles geht den Bach runter? Nicht mit Ihnen! Sollen die anderen ruhig den Gürtel enger schnallen, Sie machen da nicht mit.

Im Gegenteil. Nach der Devise "wann, wenn nicht jetzt" stürzen Sie sich auf günstige Gelegenheiten. Um vielversprechende Kaufmöglichkeiten nutzen zu können, würden Sie auch Schulden machen – ist ja gerade billig.

Moralische Bedenken beschäftigen Sie weniger: Wenn der Nachbar sein Haus zum Schleuderpreis veräußern muss, stehen Sie als Kaufinteressent als Erster auf der Matte. Klar, die Krise fordert Opfer – von den anderen.

Kurz und gut: Während sich andere im Selbstmitleid suhlen, ist Ihnen klar, dass diese Krise Sie zum Gewinner macht.

2. Der Helfer

Sozusagen das Gegenmodell zum Rebell. Auch wenn Sie selbst vielleicht nicht so stark betroffen sind: Die aktuelle Situation sorgt Sie, und Sie werden sich Ihrer Verantwortung gegenüber Ihrer Umwelt bewusster.

Mit der Krise ist es ja ein bisschen wie mit einem Stau auf verschneiter Autobahn: Egal ob Mercedes oder klappriger Polo – wenn alle feststecken, ist man sich gleich sehr viel näher als im fließenden Verkehr. Nicht nur räumlich, sondern auch emotional: Gemeinsame Negativ-Erlebnisse steigern die Verbundenheit.

So geht es Ihnen auch in der Rezession: Die Gemeinschaft rückt in den Fokus, und Sie versuchen, für alle das Beste draus zu machen. Eine Fahrgemeinschaft spart Sprit, und wenn Ihre Freunde knapp bei Kasse sind, laden Sie eben zum Videoabend oder zum gemeinsamen Kochen ein.

Die Krise geht uns eben alle an – und Sie haben pragmatische Lösungen.

3. Der Experte

Wahrscheinlich haben Sie die Krise schon vorausgesagt, als andere den Dax bei 9000 Punkten sahen.

Sie analysieren sorgfältig und denken langfristig. Deshalb macht Ihnen die aktuelle Situation zu schaffen – worauf bauen, wenn alles unsicher ist? Sie wollen schließlich nichts dem Zufall überlassen.

Von Ihren wohl überlegten Plänen werden Sie wirtschaftliche Turbulenzen dennoch kaum abbringen. Im Gegenteil: Gerade in einer unsicheren Zeit ist es wichtig, auf solide, bleibende Werte zu setzen.

Ob Einbauküche, Auto oder Flachbildfernseher: Wenn Sie von der Qualität überzeugt sind, kaufen Sie auch in Krisenzeiten – der Entscheidungsprozess kann sich allerdings hinziehen, schließlich müssen Sie erst genügend Expertenwissen sammeln. Ihre Kinder und Kindeskinder werden es Ihnen danken.

4. Der Herrscher

Egal wie lange die Krise noch dauert und wie heftig Sie Ihre Nachbarn trifft: Die Rezession kann Sie nicht erschüttern. Und Ihren Platz auf der Gewinnerseite werden Sie mit Sicherheit behalten.

Dazu qualifiziert Sie Ihre natürliche Führungsrolle. Klar, das Terrain wird unsicherer – aber Sie wissen, wo's lang geht. Zumindest gelingt es Ihnen, diesen Eindruck zu erwecken.

Bescheidenheit ist eine nette Eigenschaft - bei anderen Leuten. Sie dagegen wollen wissen, wofür Sie so hart arbeiten und gönnen sich am liebsten von allem das Beste. Und das soll auch in der Krise so bleiben.

Kompromisse dürfen keinesfalls zu Lasten des Komforts gehen. Ihr Zugeständnis an die Krise ist allenfalls ein gewisses Understatement: Weiterhin setzen Sie auf 1A-Qualität, nur sollte die eben nicht so protzig daherkommen. Was nicht heißt, dass sie weniger kostet.

5. Der Beschützer

Nicht, dass Sie die Krise herbeigesehnt hätten – aber irgendwie war Ihnen schon lange klar, dass die Party nicht ewig weitergehen würde. Und jetzt geht's also bergab. Wer weiß, wie lange noch?

Sie jedenfalls geben nicht viel auf hoffnungsvolle Umfrageergebnisse. Das Schlimmste kommt noch, und darauf wollen Sie vorbereitet sein.

Höchste Zeit, die Reserven aufzufüllen: Überlebensvorräte im Keller zu bunkern, wäre vielleicht noch etwas voreilig, aber auf jeden Fall tut man gut daran, ein finanzielles Polster zu schaffen und eventuelle Schulden schnell zurückzuzahlen.

Beim Einkauf achten Sie jetzt verstärkt auf günstige Preise, Sie schneiden Rabattcoupons aus der Zeitung aus, sammeln Treuepunkte und ja, Sie haben eine Kundenkarte.

Auch wenn Sie es nicht offen zugeben: Irgendwie begrüßen Sie die Rückkehr von Tugenden wie Sparsamkeit und Bescheidenheit dann doch.

6. Der Freigeist

Ein Wunder, dass Sie noch mitlesen. Denn eigentlich können Sie dieses ganze Krisengelaber schon lange nicht mehr hören.

Klar, die Rezession merken Sie auch langsam im eigenen Geldbeutel – aber müssen wir deshalb jetzt alle Trauer tragen? Können wir nicht einfach weitermachen wie bisher? Nein?

Schade. Einschränken wollen Sie sich nämlich eigentlich gar nicht. Und wenn, dann soll es wenigstens nicht weh tun.

Oscar Wilde gibt Ihr Motto vor: "Ich kann allem widerstehen. Nur nicht der Versuchung."

Ist Ihr Traumsofa um 50 Prozent reduziert, ist es vielleicht immer noch viel zu teuer – aber man beachte nur die Ersparnis! Und sparen sollen wir doch alle, nicht wahr?

Kommt dann noch ein zinsloser Kredit hinzu, können Sie das Angebot beim besten Willen nicht mehr ausschlagen.

Und so hat die Krise am Ende auch für Sie noch etwas Gutes. (Text: Isabell Noé)

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