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Land der aufgehenden Sonne: Japan

 
Land der aufgehenden Sonne: Japan

In keinem anderen Land auf der Welt treffen Traditionen...

... und Moderne so hart aufeinander wie im "Land der aufgehenden Sonne".

Das moderne Japan beruft sich mit seiner Verfassung auf eine parlamentarische Demokratie, ...

... in der der Kaiser das Staatsoberhaupt ist. Allerdings hat er nur repräsentative Aufgaben.

Regierungschef dagegen ist der Premierminister. Im Bild: Yoshihiko Noda, der das Amt seit Ende August 2011 bekleidet.

Seit 1868 ist Tokio offiziell die Hauptstadt Japans. Mit 34.471.650 Einwohnern (2005) im Ballungsgebiet ist Tokio die größte Metropolregion der Welt.

Die Hauptstadt liegt an der Bucht von Tokio auf der Insel Honshu in der Kanto-Ebene.

Die Flagge des Landes wird Hinomaru genannt, was so viel bedeutet wie Sonnenscheibe. Der weiße Hintergrund steht für Ehrlichkeit und Reinheit.

Der rote Kreis symbolisiert Aufrichtigkeit und Leidenschaft (im Bild: Handgreiflichkeiten unter japanischen Abgeordneten).

Die japanische Verfassung ist seit 1947 in Kraft. Sie verbietet Japan, einen Krieg zu führen oder eine Armee aufrechtzuerhalten. Der Dienst in der so genannten "Self Defence Force" ist freiwillig.

Japan zeichnet sich aus durch seine Extreme in allen Bereichen. So hat das Land zum Beispiel nachweisbar den ältesten und kürzesten Liedtext einer Nationalhymne. Sie trägt den Titel: "Die Herrschaft seiner Majestät".

Die Todesstrafe ist bis heute eine legale Bestrafungsmethode im japanischen Rechtssystem. Sie wird laut Umfragen sogar vom größten Teil der Bevölkerung (73 Prozent) befürwortet. (Symbolbild)

Auch klimatisch und geografisch betrachtet, weist Japan Besonderheiten auf. Der Norden des Landes liegt - wie Deutschland - in der gemäßigten Klimazone.

Kalte Winter und die Möglichkeit zu zahlreichen Wintersportarten gehören dazu.

Im Süden Japans dagegen ist das Klima feucht-subtropisch. Die Winter sind milder, die Sommer heißer.

Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die Hauptinseln des Landes sind Hokkaido, Honshu, Shikoku und Kyushu. Außerdem gehören rund 3.000 kleinere Inseln zum Land dazu.

Über das gesamte Archipel verläuft eine Gebirgskette. Diese macht ungefähr 73 Prozent der gesamten Landmasse aus. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan, auch Fujiyama genannt. Er ist 3.776 Meter hoch.

Japan hat eine Gesamtfläche von 377.801 Quadratkilometern. Größere Ebenen finden sich nur in den vier Hauptballungsgebieten Kanto, Kansai, Kyoto und Kobe (Satellitenbild). Wegen des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terrassenfeldbau kultiviert.

Rund 98 Prozent der Gesamtbevölkerung Japans (rund 127 Mio.) leben auf den vier Hauptinseln des Landes.

Da die Bevölkerung stetig wächst und damit auch der Bedarf an Land, sind bebaubare Grundstücke in der Nähe von Ballungsgebieten wahre Luxusgüter.

Durch Aufschüttungen im Meer versucht Japan, neues Land zu gewinnen. So auch beim Kansai Airport in der Bucht von Osaka. 1994 feierlich eröffnet, folgten ständige Nachbesserungen, damit der Flughafen nicht im Meer versinkt (NASA-Satellitenbild).

Wegen der besonderen Lage und Beschaffenheit des Landes sind Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürme und Vulkanausbrüche in Japan keine Seltenheit.

Von den insgesamt 240 Vulkanen sind 40 noch aktiv.

Japan ist durch seine geografischen Besonderheiten mit einer einmaligen Tier- und Pflanzenwelt ausgestattet.

Der Japanische Marderhund beispielsweise wird Tanuki genannt. Er ist eine Art Waschbär.

Die Japanische Rotkiefer ist der am weitesten verbreitete Baum des Landes.

Die japanische Hunderasse Shiba Inu, was soviel bedeutet wie Feuerholz-Hund, ist längst auch in Europa bekannt und beliebt.

Auch der Koi (Brokatkarpfen), der in herrlichen Farben glänzt, hat seit einiger Zeit Liebhaber auf der ganzen Welt, die gern ein kleines Vermögen für die Tiere ausgeben.

Scheinbar haben die Eigenheiten der japanischen Kultur alle Industrienationen erreicht. Das reicht von Teezeremonien, die in Volkshochschulkursen angeboten werden, bis hin ...

... zur japanischen Kampfsportart Karate, die weltweit Anhänger findet.

Ganz besonders aber hat sich die japanische Kochkunst durchgesetzt, ...

... angeführt vom exklusiven Sushi, ...

... das nach strengen Regeln eigentlich nur von Sushi-Meistern hergestellt und angeboten werden darf.

Aber auch hier macht der moderne Japaner eine Ausnahme und lässt - aus Kostengründen - eine Maschine die wohlschmeckenden Reisteile formen.

Die Begeisterung der Japaner für Hightech-Artikel ist ungebrochen.

Vor allem Hightech-Spielzeug (auch für Erwachsene), ...

... wie beispielsweise der elektronische Quälgeist mit dem Namen Tamagotchi, schafft es immer wieder, zum Export-Schlager zu werden.

Aber auch japanische Comics, so genannte Mangas, japanische Trickfilme ...

... und Trickfilmhelden haben Fans überall auf der Welt. Besonders beliebt bei Mädchen: die Katze Hello Kitty, die sehr an die Comic-Figur Miffy erinnert.

Japan liegt mit seinen Exporten weltweit auf Rang vier und gilt als zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt.

Besonders undurchsichtig und schwer nachvollziehbar ist für Touristen und Geschäftsreisende die japanische Höflichkeit. Sie basiert auf einer Vielzahl von komplizierten Verhaltensregeln und -normen.

Zur japanischen Höflichkeit gehören unter anderem das Lächeln, das Verbeugen und die Anrede. Für Begrüßung, Dank, Verabschiedung und Entschuldigungen gibt es feste Verhaltensregeln und spezielle Sprachwendungen.

Die japanische Sprache ist nicht nur wegen ihrer zahlreichen Schriftzeichen ein Geheimnis, sondern auch wegen ihrer Aussprache und ihrer Regeln.

So vermeiden es Japaner beispielsweise, das Wort "Nein" zu benutzen. Sie vermitteln die Ablehnung oder Negation durch Ignorieren oder eine bestimmte Aussprache des Wortes "hai", das eigentlich "ja" bedeutet.

Harmonie ist in Japan ein hohes Gut, welches angestrebt und geschützt wird. Das gilt sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Raum.

Verhaltens- und Benimmregeln werden den Kindern in einer strengen und geradlinigen Erziehung beigebracht. Japanische Kinder sind in der Öffentlichkeit äußerst diszipliniert.

Kinder stehen in Japan im Mittelpunkt der sozialen Aufmerksamkeit. So gilt auch die Kindheit als glücklichste Zeit eines Japaners oder einer Japanerin.

Die japanische Gesellschaft pflegt eine ungebrochene Haltung Kindern, Müttern und der Familie gegenüber.

Kindergeschrei wird ignoriert bzw. als Ausdruck der Gesundheit des Kindes gewertet.

Japanische Sprösslinge werden gern herausgeputzt und gestylt. Trotz aller Hochachtung wird den Kindern sehr früh beigebracht, Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu nehmen.

Die Geschlechterrollen werden in Japan stark betont. In der Arbeitswelt spielen Männer die Hauptrolle. Einige Ehen werden auch heute noch arrangiert.

Allerdings gibt es beim Familienleben und der Zuteilung der Geschlechterrollen große Unterschiede zwischen Stadt ...

... und Land. Auch die Freizeitbeschäftigungen der Japaner ...

... unterscheiden sich regional und nach Altersgruppen. Lernspiele haben jedoch in jeder Altersklasse Hochkonjunktur und finden auch im Ausland reißenden Absatz.

Reisen, Fotografieren und pachinko, eine Art Flipperspiel, gehören zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der jungen Stadt-Japaner.

Ältere Menschen dagegen haben noch traditionelle Hobbys.

Das Gärtnern gehört dazu. Vor allem japanische Bonsais sind wahre Meisterwerke, die wiederum nach strengen Regeln gestaltet werden. Aber das ist bereits ein neues Kapitel. (Bilder: AP, dpa, wikipedia)

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