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Nahverkehrs-Test in Europa: Wo kommt man gut durch die Stadt?

 
Nahverkehrs-Test in Europa: Wo kommt man gut durch die Stadt?

Die Verbindungen sind insgesamt schnell, das Umsteigen komfortabel und das System wird gut verständlich erklärt: ...

Dieses Fazit zieht der ADAC aus einem Test der öffentlichen Verkehrsmittel von 23 Großstädten in 18 europäischen Ländern (Mitte Februar 2010 veröffentlicht).

Europas Metropolen mussten in den vier Kategorien Reisezeit, Umsteigen, Information und Tickets/Preise bestehen.

Am besten schneidet München ab. Die bayerische Landeshauptstadt punktet unter anderem mit dynamische Anzeigen bei der U-Bahn, ...

... der S-Bahn ...

... und in Bussen. Hier werden den Fahrgästen die nächsten Haltestellen angezeigt.

München erhält als einzige der 23 getesteten Städte die Note "sehr gut".

Die Tester loben hier schnelle Verbindungen, umfangreiche Informationen an Haltestellen und in Fahrzeugen sowie einen guten Internetauftritt - nur "ausreichend" gibt es jedoch für das Preisniveau.

Mit "gut" werden elf Städte bewertet, darunter mit Hamburg, Frankfurt/Main, Leipzig und Köln auch die vier anderen deutschen Städte, in denen getestet wurde.

Berlin war entgegen der ursprünglichen Planung nicht dabei, weil es dort zum Testzeitpunkt große technische Probleme mit der S-Bahn gab. Diese Ausnahmesituation hätte den Test verfälscht, hieß es.

Testverlierer ist die kroatische Hauptstadt Zagreb. Hier gibt es etwa Bushaltestellen, die außer einem Schild mit Bussymbol keinerlei Informationen zu bieten haben und nicht weiter gekennzeichnet sind.

Meist geht es dort in den öffentlichen Verkehrsmitteln nur im Schneckentempo dem Ziel entgegen: Wer in Zagreb mit der Tram fährt, zuckelt im Schnitt mit 13 Kilometern pro Stunde durch die Innenstadt, ..

... in München schafft sie um die 20 km/h. Eine U-Bahn fährt in Zagreb nicht. Zudem gibt es dort keine Fahrplanauskunft mit Start- und Zieleingabe im Internet. Rolltreppen fehlen, dafür behindern Stufen das Einsteigen in die Züge. Für Rollstuhlfahrer wird eine Fahrt zum Hindernislauf.

Ein Totalausfall war Athen: In der griechischen Hauptstadt gebe es nicht einmal eine gemeinsame Webseite der drei verschiedenen U-Bahn-Linien, bemängelt der ADAC. Außerdem würden die Namen von Haltestellen auf den einzelnen Seiten zum Teil unterschiedlich angegeben.

Verlässliche Informationen über die Athener Verkehrsbetriebe seien "Mangelware" und würden vor Ort meist auch nur auf Griechisch gegeben. Athen wurde daher bei dem Test gar nicht erst bewertet.

Auch kritikwürdig: In Städten wie Lissabon oder Madrid muss jedes Mal ein neues Ticket kaufen, wer zum Beispiel von der Metro auf den Bus umsteigt.

In Lissabon herrscht zudem ein Tarifchaos: Dauerfahrer stehen vor einer unübersichtlichen Menge von mehr als 70 verschiedenen Tarifen und Zonenmöglichkeiten, ...

... in Barcelona kommt man da mit sechs Varianten aus.

Auch preislich gibt es wirklich krasse Unterschiede: In London bspw. kostete ein Monatsticket nur für den Stadtbereich satte 111 Euro, ...

... in Prag und Warschau jeweils nur rund 20 Euro.

Den Testern fiel auch negativ auf, dass in den Hauptstädten Bern, Oslo und Brüssel in der Woche nachts keine Busse und Bahnen fahren.

In den Bussen in Helsinki werde die nächste Haltestelle den Fahrgästen weder angesagt noch angezeigt.

In Rom bleibt man manchmal regelrecht auf der Strecke: Die Tester erlebten dort, wie zwei Busse einfach ohne Stopp an der Haltestelle vorbei fuhren, weil sie überfüllt waren.

Aber auch bei den deutschen Testkandidaten fanden die Tester eine Schwachstelle: den Preis (Ausnahme: Leipzig). Mit nur 48 Prozent der erreichbaren Punkte lagen sie deutlich hinter dem Rest Europas, der in dieser Kategorie im Schnitt 74 Prozent erzielte.

Die Tester waren am Ende insgesamt zufrieden: Knapp die Hälfte der Städte schnitt gut ab - ein Hoffnungsschimmer für die Stadtbewohner in Zeiten von Klimawandel und Verkehrsinfarkt. (Text: Andrea Beu/ADAC, dpa)

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