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Reif für die Europa League: Bordeaux blamiert die Bayern

 
Reif für die Europa League: Bordeaux blamiert die Bayern

Bayern München droht in der Champions League ...

... zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte das frühzeitige Aus.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister unterlag im Gruppen-Heimspiel gegen Girondins Bordeaux nach einer teilweise erschreckend schwachen Vorstellung ...

... mit 0:2 (0:1) ...

... und kann den fest eingeplanten Einzug ins Achtelfinale der "Königsklasse" nicht mehr aus eigener Kraft schaffen.

Die Münchner, in der Bundesliga derzeit auch nur Sechster, liegen als Dritter der Gruppe A bereits sechs Punkte hinter den Franzosen zurück, nachdem es schon im Hinspiel vor zwei Wochen eine 1:2-Pleite gegeben hatte.

Während das Team von Laurent Blanc schon frühzeitig dank des direkten Vergleichs die K.o.-Runde erreicht hat, sind der FC Bayern und sein Trainer Louis van Gaal in den zwei abschließenden Gruppenspielen zuhause gegen Maccabi Haifa (25. November) und bei Juventus Turin (8. Dezember) zum Siegen verdammt.

Aber auch dann ist der deutsche Rekordmeister noch auf Schützenhilfe angewiesen, um das Achtelfinale zu erreichen.

Weil Juventus Turin in Haifa 1:0 gewann, liegen die Italiener nun bereits vier Zähler vor den Münchnern.

Gegen Bordeaux waren die schon vor der Partie ungewöhnlich angespannten Bayern von Coach Louis van Gaal dem Druck vor 66.000 Zuschauern ...

... in der ausverkauften Arena über weite Strecken nicht gewachsen.

Vor allem in der ersten Hälfte enttäuschte der behäbige und uninspirierte Rekordmeister auf der ganzen Linie.

Nach der Pause zeigten die Münchner dann bei der Chancenverwertung zum wiederholten Male in dieser Saison Nerven.

Bordeaux ging in der 37. Minute ...

... durch Spielmacher Yoann Gourcuff überraschend in Führung, der bezeichnenderweise per Kopf traf.

Dabei machte Bayern-Kapitän Mark van Bommel keine gute Figur, was er nach dem Schlusspfiff auch unumwunden einräumte: "Ich muss mitlaufen beim ersten Gegentor, das geht auf meine Kappe. Außerdem müssen wir in Führung gehen. Wir haben in der zweiten Halbzeit volles Risiko gespielt, der Ball ging aber eben nicht ins Tor.“

Allerdings schien Gourcuffs Kopfball-Aufsetzer für Torwart Jörg Butt, der im Hinspiel zwei Elfmeter pariert hatte, keineswegs unhaltbar.

Vor der Partie gegen die Franzosen hatte Trainer van Gaal erklärt: "Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir gewinnen."

Doch meist machten die Bayern wenig Anstalten, entschlossen nach vorne zu spielen.

Die Münchner kontrollierten zwar weitgehend die Partie, Raumgewinn erzielten sie bei ihren Aktionen aber kaum.

Die stürmischen 20 Bayern-Minuten zu Spielbeginnn, vor denen Girondins-Trainer Laurent Blanc sein Team gewarnt hatte, fielen aus.

In der Anfangsphase ergab sich nur eine gute Möglichkeit für den Rekordmeister, als Girondins-Keeper Cedric Carrasso eine verunglückte Flanke von Edson Braafheid gerade noch an die Latte lenken konnte (2.).

Es folgten 30 Minuten Leerlauf und erst dann die besten Bayern-Szenen vor der Pause: Zunächst scheiterte Bastian Schweinsteiger mit einem Freistoß ...

... an Carrasso.

Wenige Sekunden später wehrte Bordeaux-Verteidiger Michael Ciani einen Schuss von Miroslav Klose klar mit der Hand ab. Schiedsrichter Pedro Proenca aus Portugal ließ jedoch weiterspielen.

Ohne den nach wie vor verletzten Franck Ribery und ohne Arjen Robben, der erst in der 46. eingewechselt wurde, ...

... fehlten den Münchnern vor allem in der ersten Halbzeit oft überraschende Momente in ihrem Spiel.

Schweinsteiger hatte zwar als zentraler offensiver Mann hinter den beiden Spitzen Luca Toni und Miroslav Klose viele Ballkontakte.

Viel sprang dabei aber nicht heraus.

Wie so oft im letzten Jahr und auch am Wochenende beim 0:0 gegen den VfB Stuttgart in der Liga glänzte der Nationalspieler vor allem als Tempoverschlepper und engagierter Sicherheits- und Rückpasser.

Bordeaux, das in der Defensive gut organisiert war, versteckte sich vor der Pause zwar keineswegs, verzeichnete bis zur Führung aber auch keine klare Torchance.

Die eine Chance durch Gourcuff reichte den Franzosen jedoch.

Nach dem Wechsel erhöhten die Münchner, die neben Ribery den angeschlagenen Ivica Olic sowie die gesperrten Thomas Müller und Daniel van Buyten ersetzen mussten, durch die Hereinnahme von 25-Millionen-Einkauf Robben das Tempo und den Druck.

Dadurch ergaben sich auch einige Möglichkeiten.

Bereits in der 47. Minute hatte Toni die erste hundertprozentige Chance in Halbzeit zwei: Der Weltmeister schoss aber freistehend über das Tor.

Einen Schuss von van Bommel konnte Marc Planus gerade noch abblocken (52.).

In der 62. Minute verfehlte dann zunächst Robben um Zentimeter das Ziel, …

… ehe auch der kurz zuvor eingewechselte Mario Gomez eine gute Chance vergeben durfte. Er scheiterte an Carrasso.

Damit war die Bayern-Herrlichkeit aber auch schon wieder vorbei.

In der Folgezeit verpuffte der Elan der Münchner wieder.

Bordeaux-Keeper Carrasso geriet nicht mehr ernsthaft in Bedrängnis.

Die Entscheidung besorgte dann Marouane Chamakh (89.).

Vorausgegangen war ein grober Schnitzer von Innenverteidigertalent Holger Badstuber ...

... und Torwartroutinier Butt, ...

... die Ball und Gegner freundlicherweise passieren ließen.

Chamakh nahm das Gastgeschenk dankend an.

Es scheint, als sei die angekündigte Verpflichtung einer neuen Nr. 1 für die Bayern doch nicht so spurlos am in den letzten Wochen starken Butt vorbeigegangen, wie von ihm selbst vor dem Bordeaux-Spiel noch behauptet.

Coach van Gaal haderte nach der erneuten Pleite gegen Bordeaux weniger mit seinem Team als mit dem Fußballgott.

"In einem Spitzenspiel ist es immer wichtig, ein Tor zu schießen. Wir hatten diesmal kein Glück. Im Strafraum gab es ein Handspiel von Bordeaux, das hätte einen Elfmeter geben müssen. Das sind Kleingkeiten, die ein Spiel entscheiden. Wir waren nicht glücklich, aber auch nicht gut genug. Das war nicht unser bestes Spiel. Wir sind aber noch nicht raus, wir haben noch eine kleine Chance.“

Nur: In der eigenen Hand haben die Bayern ihr Schicksal in der Champions League zunächst nicht mehr. Düstere Aussichten für ein Team, das vor der Saison für mehr als 80 Millionen Euro verstärkt wurde.

Und für den Trainer dieser Mannschaft. (Text: cwo/sid)

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