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Mittwoch, 24. März 2010

DFB-Pokal als Wohnzimmer: Bremen marschiert wieder ins Finale

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An manchen Fußballabenden lügen Zahlen einfach nicht, der Abend im Weserstadion war so einer. (Foto: APN)

An manchen Fußballabenden lügen Zahlen einfach nicht, der Abend im Weserstadion war so einer.

An manchen Fußballabenden lügen Zahlen einfach nicht, der Abend im Weserstadion war so einer.

Vom Anpfiff weg war den beiden Teams deutlich anzumerken, wer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte kurz vor dem Endspiel um den DFB-Pokal stand …

… und wer sich die Halbfinalteilnahme bereits zum 20. Mal erspielt hatte: Gastgeber Werder Bremen dominierte gegen die zweitklassigen Gäste vom FC Augsburg in der ersten halben Stunde klar das Spiel.

Die Chance, im Endspiel um die Finalteilnahme das Endspiel um den Pokal erreichen zu können, ...

... lähmte das Team von Trainer Jos Luhukay.

Die große Gelegenheit, sie wurde zur großen Bürde.

Folgerichtig übernahm das wieder in Bestbesetzung angetretene Werder von Beginn an das Kommando gegen einen ängstlichen und zögerlichen Gegner.

Schon in der Anfangsviertelstunde erspielten sich die Bremer ein klares Chancenplus durch Mesut Özil (3.), ...

... Claudio Pizarro (7.) und Clemens Fritz (9.). Sie alle verfehlten jedoch aus aussichtsreichen Positionen das Augsburger Tor.

Der Zweitligist aus Bayern versuchte, aus einem kompakten Mittelfeld heraus nach vorn zu spielen.

Allerdings brachten die Augsburger in der Offensive nur wenig zustande.

Top-Torjäger Michael Thurk, der in der laufenden Zweitliga-Saison schon 21-mal ins Schwarze traf, hing meist in der Luft.

Auch der von FCA-Trainer Jos Luhukay leicht zurückhängend eingesetzte Ibrahima Traore konnte mit seiner Schnelligkeit kaum für Gefahr sorgen. Für zwingende Möglichkeiten mangelte es dem Aufstiegs-Aspiranten an Passgenauigkeit und Ideen im Aufbau.

Weil es der Zweitligist in den ersten 30 Minuten fast folgerichtig kaum in den Strafraum des Gegners schaffte, wurde die in den Spielen zuvor so wackelige Werder-Abwehr zunächst kaum gefordert.

Bremens Trainer Thomas Schaaf und die 31.645 Zuschauer im nicht ausverkauften Weserstadion sahen ein überlegen geführtes Spiel des Favoriten, aber keine Tore.

Erst nach einer halben Stunde schlug Werder aus seinem spielerischen Übergewicht dann Profit.

Nach einem sehenswerten Doppelpass mit Özil spitzelte Marin ...

... den Ball an FCA-Schlussmann Simon Jentzsch vorbei ins Tor.

Es war das dritte Pflichtspiel in Folge, in dem Marin ein Tor erzielte.

Die Führung war hochverdient.

Doch anstatt aus der Führung weitere Sicherheit zu gewinnen, ...

... verführte das 1:0 die Bremer zu Nachlässigkeiten. Wiederholt wurde der Ball bereits im Aufbau verloren.

In der 41. Minute wären die Hanseaten für ihre plötzlich fehlerbehaftete Spielweise fast bestraft worden. Bei seiner besten Aktion in der ersten Halbzeit entwischte Thurk der Werder-Abwehr und zog aus spitzem Winkel ab. Der bereits geschlagene Bremer Torhüter Tim Wiese hatte Glück, dass der Ball vom Innenpfosten zurück ins Feld prallte.

Nach dem Seitenwechsel sorgte Thurk für eine weitere Schrecksekunde beim Bundesligisten. Nach einer Hereingabe von Marcel Ndjeng drosch der 33-Jährige den Ball völlig freistehend in den Bremer Nachthimmel (52.).

Auch Werder kam weiterhin zu Chancen, wirkte aber bei weitem nicht mehr so konzentriert wie zu Beginn der Partie …

… und machte den Gegner somit zunehmend stärker.

Erst nachdem Pizarro die FCA-Abwehr düpiert hatte ...

... und frei vor Simon Jentzsch zum 2:0 traf, ...

... konnte sich Werder der 10. Finalteilnahme im DFB-Pokal endgültig sicher sein.

Bremens Keeper Tim Wiese feierte neben dem Sieg auch die Tatsache, dass sich die Abwehr vor ihm mal wieder als Abwehr präsentiert und Werder zu Null gespielt hatte.

Nach dem Spiel meinte FCA-Torjäger Michael Thurk enttäuscht: "Wir sind nicht zufrieden, denn heute war mehr drin." Sein Coach Jos Luhukay gab aber zu: "Werder hat verdient gewonnen."

"Wir können stolz sein, dass wir wieder nach Berlin fahren. Das ist eigentlich unglaublich, aber die Mannschaft ist am Limit. Das hat man heute gemerkt", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, der am 15. Mai im Berliner Olympiastadion als erster Coach zum vierten Mal den DFB-Pokal gewinnen kann.

Wer im Finale der Gegner der siegreichen Bremer sein wird, ...

... entscheidet sich in Gelsenkirchen zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern.

Wenn das Spiel hält, was das verbale Vorgeplänkel versprochen hat, wird das zweite Pokal-Halbfinale ein Kracher.

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