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Die kanadische Stadt Vancouver richtet die nächsten Olympischen Winterspiele aus.
Sie finden vom 12. bis zum 28. Februar 2010 statt.
Vancouver ist nach Montreal 1976 (im Bild) und Calgary 1988 die dritte kanadische Stadt, welche Olympische Spiele veranstaltet.
Die Stadt setzte sich gegen die Mitbewerber ...
... Pyeongchang in Südkorea, ...
… das österreichische Salzburg und Bern in der Schweiz durch.
Vorbildlich: Anders als andere Veranstalter, die ihre sportlichen Großereignisse erst auf den letzten Drücker fertigstellen konnten, liegen die Kanadier gut in der Zeit. (Drachenflieger am Strand von Spanish Banks in Vancouver)
Ende August 2009 besuchte das Internationale Olympische Komitee die Stadt und verkündete danach: "Vancouver is ready”.
Alle Sportstätten in Vancouver, wo unter anderem die Eishockey-, Eiskunstlauf- und Eisschnelllaufmeisterschaften stattfinden, sind bereits fertig. (Im Bild: das "Coliseum", Ort der Eisschnell- und Eiskunstlaufwettbewerbe)
Ebenso die im zwei Stunden entfernten Whistler - Austragungsort für die Wettkämpfe in Alpinski und nordischen Disziplinen sowie Rodeln.
Die spektakuläre "Peak to Peak Gondola", die in elf Minuten vom Gipfel des Whistler Mountain zum Blackcomb Mountain schwebt, ging schon im Dezember 2008 in Betrieb.
Der Fackellauf begann am 30. Oktober 2009.
Nach der Entzündung der Olympischen Flamme im griechischen Olympia ...
... wurde sie aus Athen nach Victoria geflogen, verteilt auf fünf einzelne Lampen.
Dort wurde sie nicht nur mit Jubel und Freude, sondern auch mit Protestaktionen...
... von Olympiagegnern begrüßt. Sie kritisierten unter anderem die Millioneninvestitionen für die zweiwöchige Sportveranstaltung, während das Geld an anderer Stelle dringend gebräucht würde, bspw. im Bildungs- und Gesundheitsbereich.
Nach dem Start in Victoria ...
... wird das Feuer nun 45.000 Kilometer durch Kanada getragen. Es wird der längste inländische Fackellauf der olympischen Geschichte. Er führt durch 1037 Städte und Gemeinden - auch das ist ein Rekord, ebenso wie die Anzahl der Läufer:
Es gibt etwa 12.000 Fackelträger - zu Fuß, ...
... auf dem Surfbrett, ...
... auf Booten, Hundeschlitten, Schneemobilen, Pferden, in Flugzeugen und anderen Fortbewegungsmitteln.
Der Fackellauf führt von der Provinzhauptstadt Victoria auf Vancouver Island aus durch ganz Kanada. Die Ankunft in Vancouver ist für den 11. Februar 2010 geplant. (Und so sieht übrigens die Fackel aus - die leicht geschwungene Form soll Linien im Eis oder Schnee nachempfinden.)
Im BC Place Stadium (Bildmitte) werden die Eröffnungs- und die Abschlussfeier der Winterspiele stattfinden.
Die offiziellen Maskottchen heißen "Miga", "Quatchi" und "Sumi" (v.l.n.r.). Sie sind von der indianischen Mythologie inspiriert und haben ganz unterschiedliche, eigene Charaktere.
Miga (r) ist ein snowboardender Seebär, dessen Wesen von Aktion und Abenteuerlust bestimmt wird. Ganz anders Quatchi: Er ist ein schüchterner und sanfter Riese.
Der "Sasquatch", auch Bigfoot genannt, ist eine beliebte Figur in den Legenden der Einheimischen an der Pazifikküste. Der Hockey-Fan soll an die Geheimnisse und Wunder der kanadischen Wildnis erinnern.
Sumi stellt ein Phantasie-Tier mit den Flügeln eines Donnervogels und den haarigen Beinen eines Schwarzbären dar. Der Name stammt von dem Wort "sumesh" (beschützender Geist) ab. Er liebt die Umwelt und ist Fan sämtlicher paralympischer Sportarten.
Aber es ist nicht alles eitel Sonnenschein - es gibt auch Ärger im Vorfeld der Winterspiele: Die Inuit, eine Eskimo-Volksgruppe, wollen auf die ihrer Ansicht nach unwürdigen Lebensbedingungen in Kanada aufmerksam machen. (Zweisprachiges Verkehrsschild in Iqaluit)
Auch die Finanzkrise macht den Organisatoren Probleme. Durch fehlende Sponsoren gibt es Einnahmeausfälle von 19 Millionen Euro.
Und nicht nur das: Auch die Kosten für das Olympische Dorf in Vancouver ufern aus. Ein Prüfbericht von Anfang Oktober 2009 kommt zu dem Schluss, dass das Projekt Athletendorf den bereits mehrmals aufgestockten Etat von umgerechnet 646 Millionen Euro um mindestens 84 Millionen Euro überschreiten wird. (Baustelle des Olympischen Dorfs in Vancouver)
Und das ist noch nicht alles: Auch der Verkauf der Sportler-Wohnungen nach den Spielen wird wahrscheinlich weit weniger einbringen als ursprünglich kalkuliert. Der starke Preisverfall auf dem Immobilienmarkt werde dazu führen, ... (Olympisches Dorf in Vancouver kurz vor der Fertigstellung)
... dass die als Eigentumswohnungen angebotenen Sportler-Unterkünfte weitaus schwerer zu verkaufen sein werden als gedacht, schlussfolgert der Prüfbericht. Ein doppelter Verlust für die Stadt: Einerseits bleiben die erwarteten Einnahmen aus, andererseits laufen Unterhaltskosten für die 1100 Wohnungen weiter.
Das Olympische Dorf in Downtown Vancouver, das während der Winterspiele 2730 Einwohner beherbergen wird, soll Anfang November an das Olympia-Organisationskomitee VANOC übergeben werden.
Auch im Co-Olympiaort Whistler gibt es ein Athletendorf, in das ebenso viele Sportler und Betreuer einziehen werden.
Der Erlös aus dem Verkauf von Fanartikeln wird das Riesenloch wohl nicht stopfen.
"Im besten Fall werden wir unsere Kosten decken können", so Bürgermeister Gregor Robertson (links). Er, die Bewohner Vancouvers ...
... und die Mehrheit der Kanadier schauen dennoch voller Vorfreude ...
... auf den Beginn der Spiele.
Wenn es endlich losgeht, ist der Ärger meist vergessen. (Text: Andrea Beu)
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