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Die Bundesliga in Wort und Witz: "Das Leben endet nicht mit solchem Dreck"

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Die Personalie Robert Lewandowski erhitzte unter der Woche die Gemüter in der Bundesliga. (Foto: dpa)

Die Personalie Robert Lewandowski erhitzte unter der Woche die Gemüter in der Bundesliga.

Die Personalie Robert Lewandowski erhitzte unter der Woche die Gemüter in der Bundesliga.

Grund war der angeblich perfekte Wechsel des Torjägers von Borussia Dortmund zum FC Bayern, den beide Vereine weder engagiert dementieren noch kurz und knapp bestätigen wollten.

Gut, dass es Lothar Matthäus (nicht im Bild) gibt.

Die Blitzlichtgestalt des deutschen Fußballs verriet in seiner Tätigkeit als Bezahlfernsehexperte, ...

... die er in Ermangelung eines Trainerjobs quasi in Vollzeit ausfüllt: Der Wechsel ist perfekt, offen ist nur noch der Zeitpunkt.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der auch als Präsident immer noch alle Transfers absegnete, bot Matthäus daraufhin umgehend eine Stelle an: "Wenn Lothar Ihnen das bestätigt, dann wird er demnächst hier als Manager anfangen können."

Ein wenig wundern tat sich Hoeneß dann aber doch über Matthäus: "Lothar Matthäus hat sich in den letzten Monaten immer mit Frauen beschäftigt und jetzt diskutiert er plötzlich über neue Spieler beim FC Bayern."

"Scheinbar hat er sein Jagdfeld etwas verändert."

Ein neues Jagdfeld brauchen auch die Bayern angesichts nun schon 15 Punkten Vorsprung auf Noch-Meister Borussia Dortmund

Hoeneß schwärmt zwar: "Ich kann mich an Siegen von Bayern München nicht satt sehen. Ich fühle mich sehr wohl. Die Mannschaft von Jupp Heynckes liefert eine sensationelle Leistung ab, und man wird jedes Mal extrem gut unterhalten."

Man muss deshalb nicht Abitur haben wie Schalkes Christoph Metzelder, um zu dem Schluss zu kommen: "Die Bayern sind unfassbar dominant." Und die Liga oben längst entschieden.

Selbst mit dem zweiten Anzug reichte es gegen Schalke zu einem lockeren 4:0-Sieg. "Der Trainer hat Mut, er hat echt 'nen Arsch in der Hose", ...

... kommentierte Nationalspieler Mario Gomez die Entscheidung von Jupp Heynckes, …

... … die Ersatzgarde um Arjen Robben (25 Millionen Ablöse), Boateng (18 Mio.) und ihn selbst (35 Mio.) gegen Schalke überraschend in die Startelf zu rotieren.

In Hannover verkündete Manager Andreas Müller am 21. Spieltag eine einfache Wahrheit: "Der beste Fußball ist der einfache Fußball."

Müller sagte das allerdings, weil seine Hoffenheimer diesen einfachen Fußball - abgesehen von einem einfachen Fehler des Neu-Keepers Heurelho Gomes - wieder einmal nicht gespielt und deshalb mit 0:1 verloren hatten.

Dass Hoffenheim auf dem Relegationsplatz auf der Stelle tritt, finden in der Liga aber nicht alle schlecht.

"Der Abstand (nach oben) ist gleichgeblieben, weil auch andere Teams im Kampf um den Relegationsplatz verloren haben. Das macht natürlich Mut", kommentierte Fürths Torwart Wolfgang Hesl die Niederlage der Hoffenheimer.

Das eigene Spiel machte Hesl weniger Mut. Nach dem Coup beim FC Schalke in der Vorwoche setzte es daheim eine 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg.

Die Rote Laterne leuchte damit weiter im Frankenland, auch wenn Trainer Mike Büskens seinem Team wieder einmal eine engagierte Leistung bescheinigte: "Die Mannschaft hat ihr Herz in beide Hände genommen, um der Tabelle ein anderes Gesicht zu geben."

Das macht auch Fürths Verteidiger Lasse Sobiech Mut: "Wir sind trotzdem irgendwie von uns überzeugt."

Allerdings weiß Sobiech auch: "Für den zweiten Sieg haben wir lange gebraucht. Wenn wir das noch mal so machen, sieht's schlecht aus für uns." Zur Erinnerung: der erste Sieg gelang am 2. Spieltag mit dem 1:0 in Mainz, der zweite am 20. Spieltag auf Schalke. Macht zwischendrin 18 Spiele ohne Sieg – zu viele bei nur noch 13 regulären Saisonspielen.

In Frankfurt musste Trainer Armin Veh eine uninspirierte Vorstellung seiner Eintracht ertragen, erstmals blieb sein Team daheim in dieser Saison ohne Tor.

Das 0:0 gegen den 1. FC Nürnberg war glücklich, für den Tabellenvierten, und vor allem dem erneut starken Keeper Kevin Trapp zu verdanken, weshalb Veh konstatierte: "Wenn wir eines nicht brauchen in Deutschland, dann sind das Torhüter aus dem Ausland."

Vehs Gedanken schweiften deshalb schon zum 22. Spieltag: "Nächste Woche spielen wir in Dortmund. Ich hoffe, dass wir dann nicht dafür büßen müssen, dass sie heute verloren haben."

Die Formulierung "verloren" war dabei ein schöner Euphemismus für das, was dem Noch-Meister im Heimspiel gegen den Hamburger SV widerfahren war.

1:4 stand es nach 90 Minuten, und das nicht einmal unverdient.

"Es gehört zum Fußball dazu, dass man solche scheiß Tage erlebt, aber man könnte komplett auf sie verzichten", bilanzierte BVB-Coach Jürgen Klopp das Heimdebakel.

Nach dem Schlusspfiff wollte er aber immerhin gemerkt haben, "das Leben geht weiter und endet nicht mit solch einem Dreck."

Aus Dortmunder Sicht ging das Leben aber doch noch etwas dreckig weiter, ...

... weil HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart (l.) im Freudentaumel des Sieges recht offenherzig beschrieb, ...

... wie er die Rote Karte gegen Dortmunds Robert Lewandowski erlebt hatte.

"Der Schiedsrichter wollte keine Rote zeigen. Da habe ich ein wenig Theater gemacht. Dann hat er sich mit seinen Assistenten besprochen und dann doch die gerechte Rote gegeben", sagte van der Vaart der "Bild am Sonntag".

Klopp sagte dazu: "Das ist der schlechteste Satz, den ich in meinem ganzen Leben gehört habe. Warum sagt er so etwas nachher?"

Experten wie Ex-Schiri Markus Merk sagten übrigens zum Lewandowski-Foul an Per Skjelbred: "Schiedsrichter Manuel Gräfe hat vollkommen richtig entschieden. Robert Lewandowski zieht voll durch. Das ist ein rücksichtsloses Spiel, und das muss mit Rot bestraft werden."

Stuttgarts Angreifer Vedad Ibisevic (l.) trägt nach dem 21. Spieltag eine Überzeugung in sich, die hier: "Es kann nur noch besser werden."

Grund war die Fehlerkette daheim beim 1:4 gegen Werder Bremen, deren außergewöhnlich Häufung Ibisevic optimistisch stimmt: "Fehler können natürlich passieren. Aber doch nicht in jedem Spiel."

Manager Fredi Bobic weiß aber: "Wenn man in einer Negativspirale steckt, ist das schwer zu stoppen."

In Mönchengladbach ärgerte sich Bayer Leverkusen über eine 3:3-Niederlage gegen den rheinischen Rivalen, ...

... der gefühlt aus zwei Chancen drei Tore machte.

"Das ist halt die Faszination Fußball - wenn auch mal in einem negativen Fall für uns", kommentierte Leverkusens Sportchef Rudi Völler den Endstand frustriert.

"Die waren selber erschrocken, dass sie plötzlich führten", klagte Völler über die 1:0-Pausenführung für die Gladbacher.

Den Endstand besorgte übrigens Patrick Herrmann in der 86. Minute per Kopf. Damit hielt die Serie des 21-Jährigen, der nun in den letzten fünf Ligaspielen gegen Leverkusen jeweils getroffen hat.

Die Gladbacher haben das Problem jedoch erkannt, durch Cheftrainer und Chefanalytiker Lucien Favre. Fazit: "Wenn Du den Ball nicht hast, ist es schwer, Fußball zu spielen." Ein Satz zum Einrahmen.

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