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Die Bundesliga in Wort und Witz: "Das Tor hat ja keinen Punkt gekostet"

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Die Frage war nicht ganz ernst gemeint, die Antwort von Freiburgs Coach Christian Streich äußerst spröde. (Foto: dapd)

Die Frage war nicht ganz ernst gemeint, die Antwort von Freiburgs Coach Christian Streich äußerst spröde.

Die Frage war nicht ganz ernst gemeint, die Antwort von Freiburgs Coach Christian Streich äußerst spröde.

Ob sich die von ihm zur Überraschungsmannschaft gecoachten Freiburger nach zwei Nullnummern in zwei Rückrundenspielen in einer Torkrise befinden, ...

... wurde Streich nach dem 0:0 gegen Bayern-Verfolger Bayer Leverkusen gefragt.

Antwort Streich: "Damit kann ich leben."

Immerhin hatte sein SC gegen Leverkusen im zweiten Rückrundenspiel zum zweiten Mal nicht verloren und den Ambitionen der Werkself auf die nächste Vize-Meisterschaft einen kleinen Dämpfer verpasst.

Viel gefragter als Streich war am 19. Bundesliga-Spieltag dennoch Lewis Holtby, der an einer anderen Nullnummer direkt beteiligt war.

Der seiner international ambitionierten Schalker beim national akut abstiegsgefährdeten FC Augsburg.

Zum einen sollte Holtby erklären, wie es zur torlosen Punkteteilung kommen konnte. Konnte er nicht: "Ich würde das gerne beantworten, jeder stellt sich die Frage und versucht noch eine Schippe draufzulegen. Aber es hat nicht geklappt."

Dann musste er eine Antwort darauf geben, ob er nach seinem Ja-Wort zu den Tottenham Hotspurs ab Sommer 2013 schon auf gepackten Koffern sitze – falls man schon im Winter 2013 nicht mehr ohne einander das Fußballdasein bestreiten wolle. Antwort: "Meine Wohnung ist noch komplett, der Kühlschrank ist noch voll, Wasser ist noch drin, Essen auch."

Seine Lage umschrieb er deshalb wie folgt: "Keine Ahnung, ob es mein letztes Spiel war. Ich habe keine Stöpsel im Ohr und keinen Newsticker. Ich kann nur abwarten, was die Offiziellen machen."

Offiziell für abgestiegen erklärt wurde der FC Augsburg von vielen Experten und der n-tv.de Sportredaktion nach der bescheidenen Hinrunde.

Nun rächen sich die Schwaben, die 2013 vier von sechs Punkten holten, dafür.

Bei dem entgegen landläufiger Fußballreflexe nicht gefeuerten Coach Markus Weinzierl sorgt das für Genugtuung: "In der Winterpause haben uns viele abgeschrieben - die haben alle einen Fehler gemacht."

Keine Fehler machte Hannover 96 am 19. Spieltag bei der Chancenverwertung gegen den VfL Wolfsburg, ...

... was dessen Neucoach Dieter Hecking bedauert.

"Wir sind an der brutalen Effizienz von Hannover 96 gescheitert", erklärte er die Niederlage bei seinem Ex-Klub.

Der musste ab der 34. Minute in Unterzahl seine Führung verteidigen, weil Verteidiger Sebastien Pocognoli ein denkwürdig missratenes Bundesligadebüt erlebte und früh vom Platz flog.

Sein Verteidiger-Kollege Johan Djourou vermisste Pocognoli aber nicht übermäßig, er fand: "Der Platzverweis hat unseren Teamspirit noch mehr angehoben."

Ganz großen Frust schiebt 1899 Hoffenheim, dort gibt es weder ein Team noch Spirit. Zudem hat sich der fälschlicherweise schon abgeschriebene FC Augsburg erdreistet, in der Tabelle vorbeizuziehen.

Für den Retortenklub bedeutet das, dass er vorerst auf einem direkten Abstiegsplatz rangiert.

Manager Andreas Müller beschwichtigt aber professionell: "Die Tabelle? Es bringt nichts, die jetzt anzuschauen. Die werde ich nach dem 34. Spieltag ansehen. Wir sind erst am 19. Spieltag. Wir sind noch nicht abgestiegen."

Trainer Marco Kurz, in der Winterpause als Retter verpflichtet, sieht es ähnlich: "Wir wissen, was wir können, wir wissen, dass es schwer wird, aber wir schaffen es."

Das mit dem Klassenerhalt will auch Eintracht Frankfurt in diesem Jahr schaffen. Berechtigten Anlass zur Hoffnung gibt diesbezüglich der aktuelle Tabellenplatz, Rang vier.

Trotz der Horror-Rückrunde vor zwei Jahren, als die Eintracht schon einmal nach Europa schaute und in der 2. Liga landete.

Im Gegensatz zu damals spielt diesmal 1899 Hoffenheim mit und keinen Fußball, betont Mittelfeldtalent Sebastian Rode: "Wir haben jetzt schon einen sehr großen Vorsprung auf Hoffenheim."

Noch schlechter als Hoffenheim ist bisher noch Greuther Fürth platziert, es sind ja erst zwei Rückrundenspieltage absolviert.

Allerdings ist Fürth mit null Punkten aus zwei Spielen auch nicht wirklich gut aus den Startlöchern gekommen, genauer gesagt sogar noch einen Zähler schlechter als Hoffenheim.

Also, was tun, Herr Mike Büskens, vor dem nächsten Spiel bei Ex-Klub FC Schalke? "Ich kann ja nächste Woche fünfmal zum Training in die Halle gehen statt zweimal."

In Gladbach freute sich Düsseldorfs Trainer Norbert Meier darüber, dass seine Fortunen den Gegner bei ihrer 1:2-Niederlage zumindest noch etwas zittern ließen.

Es war ja so: "Man konnte nach 15 Minuten nicht davon ausgehen, dass es noch einmal spannend wird."

Gladbachs Stürmer Luuk de Jong, der mit einem Handelfmeter gegen ihn maßgeblich am Spannungsbogen mitgebaut hatte, war hingegen unzufrieden.

Weil er den von Dani Schahin verwandelten Elfmeter gegen sich nicht verhängt hätte. Warum? Darum: "Ich laufe dahin und habe die Arme neben dem Körper, denn ich kann nicht ohne meine Arme laufen."

Sein Teamkollege Thorben Marx freute sich nach dem Zittersieg – über die drei Punkte, aber auch über seine persönliche Lebensplanung.

"Zum Glück bin ich schon verheiratet", bekannte der Mittelfeldspieler in realistischer Einschätzung der Tatsache, dass ihn die gegen Düsseldorf erlittene Platzwunde auf der Stirn derzeit leicht entstellt.

In Dortmund zeigte sich Doppeltorschütze Jakub Blaszczykowski nach dem 3:0 gegen Nürnberg gönnerhaft. "Wichtiger als meine beiden Tore ist es, dass wir wieder zu Null gespielt haben", befand der Flügelflitzer.

Nach dem 5:0 in Bremen zum Rückrundenstart hat der Noch-Meister seine Bilanz damit auf ansehnliche 6 Punkte bei 8:0-Toren geschraubt.

Coach Jürgen Klopp flippte dennoch nicht aus vor Freude: "Es ist nicht so, dass ich vor Glückseligkeit nicht stehen könnte. Wir haben nicht das Gefühl, ein perfektes Spiel gemacht zu haben. In der ein oder anderen Situation hätten wir es geschickter anstellen können."

Ein Grund für den starken Start in die zweite Halbserie ist Rückkehrer Nuri Sahin, der gegen Nürnberg in der 76. Minute aufs Feld durfte und sein Heimdebüt feierte.

Mit Sahin sind die Qualität und der Konkurrenzkampf im BVB-Kader gestiegen, freut sich Coach Klopp: "Es ist ein wahnsinniger Luxus, so wechseln zu können."

Und es beflügelt, sagt der überragende Spielmacher Ilkay Gündogan: "Jeder will spielen und kitzelt so noch mehr aus sich raus. Nuri macht mich und uns als Team noch besser."

In Hamburg hatte HSV-Keeper Rene Adler nach dem 3:2-Erfolg im Nord-Derby gegen Werder Bremen gute Laune – weil er einen Fehler gemacht hatte, der letztlich nicht relevant war für das Ergebnis.

"Da merkt man, dass ich alt werde und nicht so schnell runterkomme", scherzte der Wieder-Nationalkeeper über die Szene in der 54. Minute, als er einen zentralen und nicht scharfen Schuss von Sokratis unter dem Körper durchflutschen lassen hatte: "Natürlich muss ich den halten."

Aber, betonte er: "Das Tor hat ja keinen Punkt gekostet. Wichtig ist der Sieg."

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