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Montag, 18. September 2017

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Das ist eine Attitüde des schlechten Verlierers"

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Fortsetzung folgt. (Foto: imago/Uwe Kraft)

Fortsetzung folgt.

FC Bayern - FSV Mainz 4:0 (2:0)

"Wir hatten große Lust, ein Zeichen zu setzen." Thomas Müller war gutgelaunt nach der besten Saisonleistung des FC Bayern, ...

... dessen Coach Carlo Ancelotti zuvor bereits angezählt worden war.

"Das war auch ein Zeichen, weil Franck ein sehr wichtiger Spieler ist. Wir spielen seit acht Jahren zusammen und verstehen uns sehr gut. Wenn wir Titel gewinnen wollen, brauchen wir einen Ribéry." Arjen Robben erklärt seinen Torjubel, für den er eigens zu Kollege Franck Ribéry auf der Münchner Ersatzbank gesprintet war.

Später ließ sich Robben sogar ohne jedes Schmollen gegen den Franzosen auswechseln.

Die niederländisch-französische Freundschaft erstaunte Teamkollege Müller doch ein wenig, er frotzelte: "Es gab schon Zeiten, in denen Robben und Ribéry weniger Sympathie füreinander hatten."

"Wir haben zum falschen Zeitpunkt gegen Bayern gespielt. Wenn die Bayern einen Toptag haben und sehr spielfreudig sind, dann muss man Dinge akzeptieren." Mainz-Coach Sandro Schwarz redet nicht schön, was nicht schönzureden ist.

RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach 2:2 (2:1)

"Wir dürfen uns nicht am eigenen Spiel ergötzen, sondern müssen zielstrebig bleiben. Das ist der Entwicklungsschritt, den wir noch setzen müssen, um eine Spitzenmannschaft zu werden." RB-Trainer Ralph Hasenhüttl legte nach dem Remis gegen Gladbach den Finger in die Leipziger Wunde.

"Die Szene mit Lars Stindl ist für mich Elfmeter, auch wenn der Videoschiedsrichter es anders gesehen hat." Gladbach-Trainer Dieter Hecking, unbeirrbar.

"Er hat ein Loch in der Lippe. Ich weiß nicht, ob er getackert wurde - bestimmt. Jetzt hat er ein Pflaster drüber." Gladbachs Matthias Ginter zum Tritt ins Gesicht von Mitspieler Christoph Kramer.

Leipzigs Naby Keita sah für die Aktion die Rote Karte, ...

... Kramer konnte nach Entschuldigung und Behandlung weiterspielen.

Werder Bremen - FC Schalke 1:2 (1:1)

"Die ersten zehn Spieltage schauen die Pessimisten und die Optimisten auf die Tabelle. Aber die Realisten gucken erst später auf die Tabelle." Bremens Trainer Alexander Nouri fürchtet nach null Siegen an den ersten vier Spieltagen die Tabelle wie der Teufel das Weihwasser.

"Ich treffe erst den Ball und rutsche dann unglücklich in ihn rein. Ich wünsche ihm eine gute Besserung." Schalkes Thilo Kehrer zu seinem Foulspiel an Bremens Max Kruse, ...

... der dabei einen Schlüsselbeinbruch erlitt. Er wird Werder wochenlang fehlen.

Hannover 96 - Hamburger SV 2:0 (0:0)

"Wir werden am Ende der Saison nicht Erster sein. Das steht eigentlich so gut wie fest." Hannovers Trainer André Breitenreiter nahm die zwischenzeitliche Tabellenführung seiner 96er nach dem Freitagsspiel gegen Hamburg ganz cool auf.

Ganz auf Linie seines Trainers präsentierte sich auch Martin Harnik: "Wir drehen jetzt nicht durch und glauben, dass wir bei den Großen mitzocken können."

HSV-Coach Markus Gisdol haderte nach der Pleite nicht nur mit selbiger, sondern auch mit dem Verletzungspech: "Das hinterlässt schon Spuren in unserem Spiel."

Eintracht Frankfurt - FC Augsburg 1:2 (0:1)

"Ich habe das Tor nicht gesehen. Ich habe nur gesehen: Die Jungs kommen alle auf mich zu. Da habe ich langsam mal angefangen, zu jubeln." Augsburgs Philipp Max, ahnungsloser Torschütze.

"Wir müssen heute traurig sein - und das zurecht." Frankfurts Trainer Niko Kovac war außerdem zornig und frustriert.

Außerdem noch ratlos war Eintracht-Keeper Lukas Hradecky: "Wir lieben die Auswärtsspiele in dieser Saison viel mehr. Aber ich kann nicht erklären, warum."

VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg 1:0 (0:0)

"Leider haben wir heute nicht nur schlechtes Wetter, sondern auch ein ganz, ganz schlechtes Spiel des VfL gesehen. Man kann das schon als Rückschlag bezeichnen." Wolfsburgs Manager Olaf Rebbe fand klare Worte ...

... für den VfL-Reinfall im Stuttgarter Regen.

Größter Pechvogel war aber ein Stuttgarter: VfB-Kapitän Christian Gentner erlitt beim Zusammenprall mit Wolfsburgs Keeper Koen Casteels ...

... Brüche des unteren und seitlichen Augenhöhlenbodens, des Nasenbeins und des Oberkiefers.

"Das waren dramatische Momente, wir hatten Riesenangst, dass was passiert ist, was bleibende Schäden hinterlassen könnte", berichtete VfB-Trainer Hannes Wolf später sichtlich geschockt. Inzwischen gab es leichte Entwarnung von Gentner, der aber wochenlang ausfallen wird.

"Ich bin total happy. Aber nicht wegen dem Punkt, sondern wegen dem Milchreis, den es eben in der Kabine gab. Danke an Hoffenheim, ich habe schon lange keinen so guten Milchreis mehr gegessen - unglaublich gut." Herthas Trainer Pal Dardai, dankbar und mutmaßlich auch satt.

Ebenfalls pappsatt: Dardais Figuren-Double Julian Nagelsmann. Der Hoffenheim-Coach wetterte gegen sein Team: "Wir haben in der zweiten Halbzeit nach sechs, sieben Minuten das Verteidigen eingestellt und das Gegentor kassiert."

1899-Torschütze Sandro Wagner tröstete sich mit dem Blick auf die Tabelle, in der Hoffenheim auf Rang fünf liegt: "Acht Punkte nach vier Spielen ist ordentlich."

Bayer Leverkusen - SC Freiburg 4:0 (3:0)

Wie klingt Erleichterung? So: "Ich freue mich riesig, dass wir heute endlich einen Sieg eingefahren haben. Leistung und Ergebnis passen heute perfekt zusammen." Sagte überaus erleichtert Heiko Herrlich nach seinem Bundesliga-Premierensieg als Bayer-Coach.

Kevin Volland überragte als Doppelpacker und löste damit das Leverkusener Druckventil: "Den Druck haben wir heute schon gespürt. Wenn du das heute verlierst, hängst du richtig drin. Umso wichtiger war, dass wir heute von vorne bis hinten eine souveräne Vorstellung gezeigt haben."

Seine Bundesliga-Premiere feierte bei den Leverkusenern der für 17,5 Millionen Euro verpflichtete 19-jährige Grieche Panagiotis Retsos, der hinterher artig sagte: "Es war eine große Ehre, hier zu spielen und mit dieser Mannschaft einen Sieg zu feiern."

Freiburg-Coach Christian Streich erkannte die Unterlegenheit seines SC an: "Leverkusen war zu stark für uns heute. Wir waren absolut chancenlos."

Danach gab es aber Streich-eleinheiten für sein Team um Kapitän Julian Schuster: "Das war sehr schlecht, was wir in der ersten Halbzeit gemacht haben. In dieser Verfassung ist Leverkusen aber auch kein Maßstab für uns. Wir dürfen den Jungs keinen Druck machen, sondern müssen sie auf dem Weg begleiten."

Borussia Dortmund - 1. FC Köln 5:0 (2:0)

Nicht über das Dortmunder Schützenfest gegen überforderte Kölner wurde nach dem Duell von Tabellenführer gegen Schlusslicht diskutiert, sondern über den irregulären Weg dorthin.

Denn Dortmunds 2:0 durch Abwehrchef Sokratis hätte nicht zählen dürfen - weshalb FC-Sportdirektor Jörg Schmadtke einen Protest ankündigte.

"Meiner Einschätzung nach ist das Spiel durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichterteams entschieden worden. Ich plädiere dafür, dass wir uns an das Protokoll halten, in dem klar festgelegt ist, wann der Assistent einzugreifen hat und wann nicht. Es kann nicht jeder machen, was er will. Wir werden auf jeden fall Protest einlegen und streben eine Neuansetzung an", sagte Schmadtke.

Was wiederum BVB-Boss Hans-Joachim Watzke auf die Palme brachte, der Köln scharf attackierte: "Wenn man nicht verlieren kann, greift man zu solchen Mitteln. Schießt man im Spiel zwei Mal aufs Tor und der Gegner macht fünf Tore, dann hat man einfach zurecht verloren und muss sich das klipp und klar eingestehen. Das ist eine Attitüde des schlechten Verlierers."

Fortsetzung folgt.

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