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Sonntag, 01. Februar 2015

Der Rückrundenstart in Wort und Witz: "Das ist in die Hose gegangen"

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VfL Wolfsburg - FC Bayern 4:1 (2:0) (Foto: imago/MIS)

VfL Wolfsburg - FC Bayern 4:1 (2:0)

VfL Wolfsburg - FC Bayern 4:1 (2:0)

"Wir haben uns sehr viel vorgenommen, das ist in die Hose gegangen." Das sagte Bayern-Keeper Manuel Neuer nach dem missratenenen Rückrundenauftakt.

Sein persönliches Wochen-Highlight blieb deshalb die Einweihung seiner Wachsfigur in Berlin.

Dass Neuer in 90 Minuten gegen Wolfsburg ebensoviele Tore kassieren würde wie zuvor in der gesamten Hinrunde, nämlich vier, überraschte sogar die Wolfsburger. "Ein Ergebnis und Spiel, was wir uns so gar nicht erhofft hätten", frohlockte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs.

Bayern-Coach Josep Guardiola fand ganz nüchtern: "Sie waren besser im richtigen Moment."

Etwas euphorischer kommentierte die spanische Sportzeitung "Marca" den Triumph: "Wolfsburg frisst die Bayern auf. Sie zerstören die unbesiegten Bayern in einer magischen Nacht. Kevin de Bruyne war der große Star des Spiels."

Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer zerstreute aber alle Bedenken, dass die Münchner nun in eine Krise stolpern könnten. "Es war ein kollektives Versagen. Das wird nicht mehr vorkommen", fachsimpelte Beckenbauer tröstend im Bezahlfernsehen und versicherte: "So schlecht werden die Bayern nicht alle Tage sein."

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund 0:0

BVB-Coach Jürgen Klopp musste nach dem Rückrundenauftakt keine Niederlage erklären, aber einen kleinen Absturz. Trotz des Punktgewinns beim Champions-League-Aspiranten aus Leverkusen rutschten die Dortmunder auf den letzten Tabellenplatz.

Vor allem der destruktive Anti-Fußball der Dortmunder überraschte dabei viele Beobachter. Klopp hatte dafür aber eine simple Erklärung: "Wir können nicht Abstiegskampf predigen und Champagner-Fußball fordern." Mit ihrer Spielweise verhinderte die Borussia immerhin die achte Auswärtsniederlage.

"Um das Schönspielen müssen sich in diesem Jahr andere kümmern", verkündete BVB-Mittelfeldspieler Nuri Sahin trotzig.

Das fand auch Klopp, der die desaströse Passquote seiner Mannschaft mit Humor nahm: "Mit 45 Prozent hätten wir wahrscheinlich gewonnen."

FC Schalke - Hannover 96 1:0 (1:0)

Schalkes Trainer Roberto di Matteo musste trotz des siegreichen Rückrundenauftakts auch über Dinge sprechen, die mit Fußball nichts zu tun haben - wie die Rote Karte seines Torjägers Klaas-Jan Huntelaar. Und er sagte: "Huntelaar ist kein böser Spieler. Er wollte ihm nicht wehtun."

Rüde umgetreten hatte Huntelaar Hannovers Manuel Schmiedebach aber dennoch, die Rote Karte war berechtigt, überflüssig und dürfte einige Spiele Sperre bedeuten. Ganz sicher fehlt der Torjäger den Gastgebern jetzt im Gastspiel beim waidwunden FC Bayern.

VfB Stuttgart - Borussia Mönchengladbach 0:1 (0:0)

Der VfB Stuttgart beendete sein Spiel gegen Gladbach zwar mit elf Spielern, aber ohne Punkte - unter anderem, weil dieser Schuss in der Nachspielzeit nicht ins Tor ging.

Damit blieben die Stuttgarter im fünften Heimspiel in Folge ohne Tor, ...

... was Neu-Sportdirektor Robin Dutt aber offiziell nicht kümmert. "Ich halte mich nicht mit Statistiken auf", verkündete er, was beim Projekt Nervenbehalten womöglich das richtige Rezept ist. Denn Dutt hat auch erkannt: "Wer zuerst hadert, wird unten bleiben."

Moralisch aufbauen werden sie sich in Stuttgart wahrscheinlich mit dem Umstand, dass sie sich durchaus gute Chancen erspielt hatten. Das räumte auch Gladbachs Siegtorschütze Patrick Herrmann ein, der angesichts der späten VfB-Druckphase bekannte: "Da ist mir das Herz sehr tief in die Hose gerutscht."

FSV Mainz - SC Paderborn 5:0 (1:0)

Akute Torarmut, so lautete die Diagnose für die Mainzer von Kasper Hjulmand vor dem Rückrundenstart. Dann kam dieses wundersame 5:0 gegen Paderborn, und Hjulmand sagte: "Es ist schwierig am Anfang, aber wenn es kommt, dann kommt es."

Für zusätzliche Freude sorgte der sich anbahnende Transfer von Ex-Mainzer Andre Schürrle vom FC Chelsea nach Wolfsburg, an dem der FSV als Ausbildungsverein mitverdienen würde - auch wenn Schürrle dann bald wieder wechselt. "Von uns aus kann er nächste Saison für 50 Millionen Euro wieder nach England wechseln", freute sich Manager Christian Heidel über erwartete Einnahmen von 1 Million Euro aus dem Wolfsburg-Deal.

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 4:1 (0:1)

Mann des Tages in Freiburg war ein Bremer. Warum? Weil Werder-Leihgabe Nils Petersen in Hälfte 2 mit einem lupenreinen Hattrick zum Matchwinner avancierte.

Auf seine Heldentat reagierte Petersen mit jener Gelassenheit, die er auf der Werder-Bank einstudiert hat: "Wenn ich von den Jungs solche Vorlagen bekomme, dann ist es für jeden Stürmer einfach. Jetzt mal übertrieben: Da hätte man auch eine Kiste Bier vorne reinstellen können, die hätte die drei Dinger vielleicht auch gemacht."

Dass ihn SC-Coach Christian Streich erst in der 2. Halbzeit gebracht hatte, veranlasste Petersen aber zu einem kleinen Appell: "Nicht dass der Trainer denkt, er kann mich jetzt nur noch in der zweiten Halbzeit bringen."

Die Kirsche auf der Sahnetorte war für Freiburg indes das "Ja!" zum Stadionneubau. Ein entsprechender Bürgerentscheid erhielt am Sonntag eine klare Mehrheit.

Frankfurts Marco Russ, nach 46 Sekunden zum 1:0 für die Eintracht erfolgreich, schwante angesichts der Defensivkollapses in der 2. Halbzeit und des nächsten Gegners Schlimmes: "So kriegen wir zwölf Tore gegen Wolfsburg."

FC Augsburg - 1899 Hoffenheim 3:1 (2:1)

Markus Weinzierl wurde mit dem FC Augsburg zum Schneekönig: "Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Der Sieg tut unheimlich gut."

Seine Erklärung: "Wir haben auch die schwierigen Bedingungen besser angenommen als der Gegner." Lohn ist Platz fünf, punktgleich mit Gladbach und Schalke: "Der Blick auf die Tabelle ist sensationell. Wir freuen uns, aber bleiben auf dem Boden."

Hoffenheims Coach Markus Gisdol war bedient: "Mit dem Schnee kam der FC Augsburg gut ins Spiel. Sie haben sehr wuchtig und einfach gespielt, wir zu kompliziert. Wir haben phasenweise ordentlich Druck ausgeübt, aber uns zu viele einfache Fouls geleistet."

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