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Sonntag, 30. März 2014

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Das ist unverschämt, brutal und respektlos"

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FC Bayern München - TSG Hoffenheim 3:3 (3:2) (Foto: dpa)

FC Bayern München - TSG Hoffenheim 3:3 (3:2)

FC Bayern München - TSG Hoffenheim 3:3 (3:2)

Der FC Bayern München absolviert in der Bundesliga seine Meistertour. Wenn er das so spektakulär tut wie gegen Hoffenheim, haben alle etwas davon: In einem abwechslungsreichen Spiel machten die Bayern drei Tore - kassierten aber auch drei.

"Es ist einfach schön, sagen zu können, das 3:3 ist nicht glücklich, sondern es ist verdient. Es gab in dieser Saison vorher zwei Unentschieden gegen Bayern, aber mit 48:1 Chancen für die Bayern." Alexander Rosen, Sportlicher Leiter von 1899 Hoffenheim, hat nicht etwa Klebstoff geschnüffelt - sondern recht.

Als Torwart von Hoffenheim weiß man ohnehin, worauf man sich einlässt. Jens Grahl nahm die Gegentore gelassen hin: "Man muss hier mutig spielen, nur so geht's. Wenn du halt sieben kriegst, kriegst du sieben. Aber wir schießen auch wieder sieben."

Für die Bayern traf einer doppelt, der sonst nur Kurzarbeit leistet. Dementsprechend anstrengend waren die 90 Minuten für den 35-jährigen Claudio Pizarro: "Am Ende hatte ich Krämpfe überall."

Tom Starke durfte gegen seinen Ex-Verein auch mal wieder ran und wurde angesichts des ungewohnten Punktverlusts existenzialistisch: "Wir sind auch Menschen, keine Maschinen."

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 2:3 (2:1)

2:0 geführt, trotzdem noch verloren. Stuttgarts Keeper Sven Ulreich wähnt mittlerweile höhere Mächte gegen sich: "Das Schicksal möchte nicht, dass wir Spiele gewinnen."

"Die Situation ist ziemlich hart, ich würde sagen: brutal." Klare Worte vom Abgrund von VfB-Präsident Bernd Wahler.

Die meisten Fans unterstützen ihre Mannschaft vorbehaltlos, aber nach dem Spiel war die Stimmung am Tiefpunkt. BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte Verständnis: "Ich bin selbst Schwabe, und ich weiß, wie wir sind."

Seinem Gegenüber Huub Stevens machte Klopp Mut: "Ich will nicht erwarten, dass ihr bei 24 Punkten durch die Straßenzüge feiert, aber wenn man die Ruhe bewahrt, hat der VfB die Qualität, um drin zu bleiben. Ich bin mir sicher, dass es reichen wird."

Stevens, von einer Grippe geschwächt, präsentierte sich wortkarg. Aber immerhin, ein Funken Hoffnung klang aus den wenigen Worten. Der Auftritt gegen diese Spitzenmannschaft aus Dortmund zeige den "Weg, wie man da unten rauskommen kann". Nun gelte: "Kämpfen und zusammenhalten."

SC Freiburg - 1. FC Nürnberg 3:2 (1:2)

Das Spiel an sich war schon aufregend genug. Emanuel Pogatetz erzielt in der 6. Minute die Führung für Nürnberg, es folgten noch zwei Elfmeter, vier Tore - und als Schlusspunkt die gelb-rote Karte gegen Pogatetz. Und nach dem Match rastete Nürnbergs Trainer Gertjan Verbeek aus.

"Wenn man so von einem Kollegen behandelt und beschimpft wird: So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist unverschämt, brutal und respektlos", sagte Verbeek in Richtung Christian Streich, der ihn angeblich beleidigt habe. Der Holländer boykottierte gar die Pressekonferenz. "Ich will mich nicht neben meinen Kollegen setzen. Das ist für mich kein Kollege."

Christian Streich reagierte geschockt: "Unglaublich, so eine Unterstellung. Das ist völliger Wahnsinn, so was zu sagen. Unfassbar."

Verbeek hatte auch noch einen Kommentar zu Schiedsrichter Jochen Drees auf Lager. Der Club habe "fast die ganze Zeit gegen zwölf Mann gespielt", sagte er, Drees sei der Lage nicht gewachsen gewesen: "Wenn ein Spieler bei mir so schlecht spielt, spielt er das nächste Spiel nicht. Der darf nie wieder ein Spiel pfeifen. Da muss vielleicht der Deutsche Fußball-Bund Maßnahmen ergreifen."

Schalke 04 - Hertha BSC 2:0 (1:0)

Schalke hatte keine größeren Probleme mit dem Aufsteiger aus der Hauptstadt und setzt den Erfolgskurs in der Bundesliga fort.

Angesprochen auf die Jugendoffensive auf Schalke, antwortete "Oldie" Klaas-Jan Huntelaar, immerhin schon 30: "Wir haben viele gute junge Spieler im Kader. Ich persönlich fühle mich aber auch noch sehr jung."

Warum hat eigentlich Schiedsrichter Günter Perl ihr Tor zum 1:2 nicht anerkannt, Sebastian Langkamp? "Das weiß nur er selber."

Die Berliner finden in der Rückrunde einfach nicht mehr in die Spur: "Es ist mental nicht so einfach, weil wir nicht die Ergebnisse erzielen", meinte Trainer Jos Luhukay.

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 2:1 (0:1)

Kurz vor Schluss sieht es nach Unentschieden aus in Wolfsburg. Bis Naldo aus fast 40 Metern abzieht ...

... und der Ball im Winkel einschlägt. "Ich habe vor drei Spielen auf die Tribüne geschossen, und der Co-Trainer hat gesagt: Du schießt nicht mehr. Ich bin gespannt, was er jetzt sagt."

"Das war für alle überraschend, auch für mich", gab Trainer Dieter Hecking zu.

Dem 2:0 der Frankfurter versagte Schiedsrichter Peter Gagelmann die Anerkennung, was Trainer Armin Veh auf die Palme brachte: "Das akzeptiere ich nicht. Ich muss es akzeptieren, aber ich akzeptiere es trotzdem nicht."

Bayer Leverkusen - Eintracht Braunschweig 1:1 (0:0)

Auch in Leverkusen stand der Schiedsrichter im Mittelpunkt. Guido Winkmann stellte Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht vom Platz. Der war sich keiner Schuld bewusst: "Ich habe mich innerlich geärgert, mit der Bank, mit meinem Stuhl, sonst mit keinem, der auf dem Platz war."

Sein Kollege musste angesichts der mauen Leistung seiner Mannschaft eine ungewohnte Seite zeigen. "Ich bin etwas lauter geworden. Es ist gut für meine Zukunft, dass ich lerne, ein anderes Gesicht zu zeigen. Wenn ich richtig böse bin, kann ich sehr laut werden", sagte Sami Hyypiä.

FSV Mainz 05 - FC Augsburg 3:0 (2:0)

Den Führungstreffer erzielte Niko Bungert - der war erst kurz vor Spielbeginn für den verletzten Nikolce Noveski in die Startelf gerutscht. Kein Problem, meinte Thomas Tuchel: "Den kannst du nachts wecken und er fängt sofort an zu verteidigen."

Bei Augsburg lief gar nix zusammen - das 0:2 war gleich "das dämlichste Tor, das ich je bekommen habe". Sagt Matthias Ostrzolek. Der hatte bei einem Rettungsversuch seinen Torhüter Marvin Hitz am Kopf getroffen. Der Ball ging ins Tor, der Keeper k.o.

Manchmal bleibt eben nur Schulterzucken, meint Trainer Markus Weinzierl: "In der ersten Hälfte ist alles zusammengekommen. Zwei Verletzte und ein Eigentor, das hat man selten. Nach der Pause war der Wille da, aber die notwendige Frische hat gefehlt. Wir müssen leider so eine klare Niederlage auch einmal so hinnehmen."

Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV 3:1 (1:1)

Der HSV spielte 75 Minuten lang gut und konzentriert, es stand 1:1 - und dann schlug Gladbach zweimal innerhalb von 180 Sekunden zu. "Das war sehr bitter", klagte HSV-Juwel Hakan Calhanoglu. "Nach dem 1:2 war die Sache erledigt. Wir sind zusammengebrochen. Wenn man da unten steht, hat man so ein Pech."

Vom gebürtigen Rand-Hamburger Max Kruse gab es eine Runde Mitgefühl: "Ich hoffe für die Fans und die ganze Stadt, dass es nicht soweit kommt. Der HSV hat die richtige Einstellung heute gezeigt."

Der dritte Sieg aus den letzten vier Spielen, aber Gladbachs Trainer Lucien Favre blieb auf dem Boden: "Das war ein Arbeitssieg. Es war sehr schwer, aber nicht unverdient. Wir haben sehr effizient gespielt. Am Anfang hatten wir Angst zu spielen, nachher haben wir mit Geduld reagiert. Das 1:1 war sehr wichtig, der HSV war bei Kontern sehr gefährlich."

Kollege Mirko Slomka behält den Kopf oben: "Die Lage ist insgesamt weiter bedrohlich. Wir haben es nicht geschafft, uns abzusetzen. Die Mannschaft ist sehr niedergeschlagen. Aber wir hatten auch sehr viele gute Aktionen. Ich sehe bei einigen Spielern eine deutliche Steigerung."

Hannover 96 - Werder Bremen 1:2 (1:0)

Der Abstiegskampf schuf in Hannover einen Gänsehautmoment. Vor allem für Sebastian Prödl, der in der 90. den Bremer Fans den Sieg schenkte. "Dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Es ist unglaublich. Es ist so schön, so spät ein Tor zu machen."

Auch wenn Bremen mit nun 32 Punkten acht Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz hat, warnt Sportdirektor Thomas Eichin: "Wir sind noch nicht am rettenden Ufer. Wir dürfen nicht anfangen zu glauben, wir wären schon irgendwo."

Bei 96 herrschte nach dem Last-Minute-Schock Katzenjammer: "Das Tor ist das einzig Gute am Spiel. Ansonsten war es eine extrem schlechte Leistung von uns", sagte Sportdirektor Dirk Dufner.

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