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Die entzauberte Legende: Der tiefe Fall des Uli Hoeneß

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Bayern-Patron Uli Hoeneß hat sich selbst angezeigt. (Foto: picture alliance / dpa)

Bayern-Patron Uli Hoeneß hat sich selbst angezeigt.

Bayern-Patron Uli Hoeneß hat sich selbst angezeigt.

Wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe hat die Staatsanwaltschaft ermittelt, ...

... nun kommt es zum Gerichtsverfahren gegen eine der großen Figuren des deutschen Fußballs.

Seit den 80ern lenkt Hoeneß die Geschicke des FC Bayern München. Aber von vorn: ...

... Einen Namen macht sich der Mann aus Ulm erstmals Anfang der 70er Jahre. Schon mit 20 spielt sich der Jungstar des FC Bayern in die deutsche Nationalmannschaft.

Hoeneß, der zwischen 1972 und 1974 mit den Bayern dreimal den Meistertitel holt, zählt schnell zu den unverzichtbaren Spielern seiner Generation.

Gemeinsam mit Paul Breitner, Berti Vogts, Gerd Müller und ...

... natürlich Franz Beckenbauer wird er 1974 Weltmeister.

Der schnelle Außenstürmer steht auch 1976 wieder im Kader der Nationalelf. Doch Hoeneß wird zum tragischen Helden, ...

... im Finale gegen die ČSSR verschießt er den entscheidenden Elfer. Seine Karriere endet früh. 1979, im Alter von 27 Jahren, muss er aufgrund einer schweren Knieverletzung aufhören. Seine Bilanz als Spieler: 239 Bundesligaspiele mit 86 Toren, 35 Länderspiele mit 5 Toren.

Er wird Nachfolger von Robert Schwan und neuer Manager bei den Bayern.

1982 überlebt Hoeneß einen Flugzeugabsturz schwer verletzt. Er ist der einzige Überlebende.

Der jüngste Manager der Bundesliga-Geschichte macht sich schnell einen Namen. Nach sechs Jahren ohne Meistertitel formiert er um Spieler wie Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge eine neue Mannschaft, ...

... führt die Bayern zurück an die Fußball-Spitze und wirtschaftlich wieder in die schwarzen Zahlen.

Seit 1985 ist Hoeneß auch Unternehmer ...

... und produziert Wurstwaren.

Doch Hoeneß bevorzugtes Einsatzfeld ist neben dem Fußballplatz.

Dem Manager liegt der Umgang auch mit besonders sensiblen, ...

... egozentrischen und ...

... schwierigen Spielertypen.

Ein gutes Auge hat Hoeneß stets auf die Übungsleiter, die er im Laufe der Zeit kommen und gehen sieht.

Über Jahrzehnte sitzt er neben den Latteks, Trappatonis und Hitzfelds auf der Trainerbank. Seine Bilanz kann sich sehen lassen.

Hoeneß macht den FC Bayern zu einem der erfolgreichsten Vereine der Welt.

Unter seiner Führung als Manager und später als Präsident wird der Klub 18 Mal Meister, zweimal Champions-League- Gewinner und elfmal DFB-Pokal-Sieger. Hinzu kommen je einmal der Gewinn der Europa League und des Weltpokals. Der Verein ist sein Lebenswerk.

Hoeneß ist stets für seine klaren und kompromisslosen Worte bekannt.

Auch gegenüber dem eigenen Verein scheut er keine Konflikte.

Doch der harte Hund ...

... hat ein weiches Herz, nicht nur gegenüber denjenigen, mit denen er große Erfolge feiert.

Mehrfach unterstützt er auch Vereine, die finanziell in Schieflage geraten.

Auch als Hoeneß 2009 vom Manager- ins Präsidentenamt wechselt, gehört er neben den früheren Bayern-Stars Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge weiterhin zur Führungsriege.

Sein Status macht Hoeneß zunehmend ...

... auch außerhalb des Sports zum geschätzten Gesprächspartner.

Immer wieder meldet sich der Bayern-Patron auch in Talkshows zu Wort und hebt den moralischen Zeigefinger.

"In den vergangenen 20 Jahren sind in der Finanzwelt Menschen am Werk gewesen, die einen katastrophalen Job gemacht haben. Uns wurde vorgegaukelt, dass viele Finanzprodukte so unglaublich wichtig seien. Dabei hatten diese nur ein Ziel: die Taschen gewisser Leute voll zu machen", sagt er 2012 in einem Interview.

Seit seiner Steueraffäre stehen diese Worte plötzlich in einem anderen Licht.

Beim FC Bayern kann sich der Metzgersohn der Solidarität wohl auch künftig sicher sein. Schließlich wäre der Verein ohne ihn nicht das, was er heute ist.

Schon vor Abschluss der Ermittlungen und des Gerichtsverfahrens gegen Hoeneß steht jedoch fest: Das Denkmal hat Risse bekommen. Wenn Hoeneß als Präsident weitermacht, ist nichts mehr wie vorher. Seinen Ruf hat er schon jetzt verspielt.

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