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"You'll never walk alone": Deutschland, deine Fußballtempel

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Mit dem Schal in der Hand, dem Vereinsemblem auf der Brust und Stolz im Herzen pilgern jede Woche mehr als eine Million Menschen in deutsche Fußball-Stadien. Für sie sind es Wallfahrtsstätten, ja Fußballtempel - und der Kampf um den Ball und die Punkte ist ihre Religion.

Mit dem Schal in der Hand, dem Vereinsemblem auf der Brust und Stolz im Herzen pilgern jede Woche mehr als eine Million Menschen in deutsche Fußball-Stadien. Für sie sind es Wallfahrtsstätten, ja Fußballtempel - und der Kampf um den Ball und die Punkte ist ihre Religion.

Mit dem Schal in der Hand, dem Vereinsemblem auf der Brust und Stolz im Herzen pilgern jede Woche mehr als eine Million Menschen in deutsche Fußball-Stadien. Für sie sind es Wallfahrtsstätten, ja Fußballtempel - und der Kampf um den Ball und die Punkte ist ihre Religion.

Reinaldo Coddou H., 1971 in Santiago de Chile geboren und im ostwestfälischen Bielefeld aufgewachsen, ist so ein "Fußballpilger". Er gründete im Jahr 2000 zusammen mit Philipp Köster die Fußball-Kultzeitschrift "11 Freunde". Heute widmet er sich vor allem der Panorama-Fotografie - wie in seinem Bildband "Fußballtempel" zu sehen.

Darin befinden sich 60 großformatige Bilder von Kultstätten des deutschen Fußballs, alten und neuen: Der "alte" Aachener Tivoli, Heimstätte der Alemannia, aufgenommen 1998, ist eine davon.

Das Erzgebirgsstadion bietet den heimischen Auer "Schachtscheißern" nicht nur Zweitligafußball, sondern auch ein atemberaubendes Gebirgspanorama und eine einmalige Stimmung.

In Berlin steht nicht Deutschlands größtes Stadion, aber wohl das bekannteste. Schließlich findet hier alljährlich das Endspiel um den DFB-Pokal statt. 2006 wurde hier zudem Italien zum Weltmeister gekürt. Derzeit können die Fans der heimischen Hertha einen Sieg ihres Teams nach dem anderen feiern - auch wenn es nur Zweitligaerfolge sind.

Die "gelbe Wand" in Dortmund sucht mit fast 24.500 Stehplätzen europaweit ihresgleichen. Hier schlägt das Herz des BVB. Und nicht umsonst heißt es: "Bist du der Gegner, erdrückt sie dich" - 100 Meter breit, 52 Meter tief und 40 Meter hoch.

In der Commerzbank-Arena, hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2005, feiern sich die Eintracht-Fans. Obwohl noch immer das Banner "Waldstadion" von den Rängen prangt - die Stimmung in der mehr als 51.000 Fußballfans Platz bietenden Arena ist einmalig. Erst recht, wenn die Eintracht ihren berüchtigten Offensivfußball zelebriert.

In Köln wird eigentlich immer Fußball gefeiert, egal wie der FC spielt, ob "Prinz Poldi" trifft oder wieder mal ein Trainer gehen muss. Der Nachfolger des Müngersdorfer Stadions ist fast immer ausverkauft, bei 50.000 Plätzen keine einfache Angelegenheit.

Das Leipziger Zentralstadion ist die größte Fußballarena der neuen Bundesländer. Wurden im alten "Oval" schon einmal 100.000 Zuschauer gezählt, passen nach dem "WM-Umbau" nun 45.000 Fans hinein. Allerdings ist es derzeit nur bei Spielen der Nationalmannschaft gut gefüllt. Leipzigs Fußballvereine tummeln sich - leider - in den unteren deutschen Spielklassen.

Die Leverkusener BayArena, früher Ulrich-Haberland-Stadion, ist zwar mit neuerdings knapp 30.000 Plätzen eher klein, aber es zählt zu den deutschen Stadion-Schmuckkästchen. Die Fans bekommen in der Regel immer Offensivfußball des Heimteams zu sehen.

Der "altehrwürdige" Bökelberg: Hier zauberten einst Netzer, Heynckes, Vogts und Co. - Hennes Weisweiler formte die berühmte Fohlen-Elf. Für die Fußball-WM entstand aber eine neue, moderne Arena. Die Stimmung ist geblieben: frenetisch.

"Mia san mia" heißt's in der Allianz-Arena in München. Der größte "Autoreifen" Deutschlands ist Heimspielstätte von gleich zwei Klubs: Bayern und 1860. Richtig heimisch fühlen sich aber nur die "Großkopferten". Die ...

... Fans der 60er sehen sich immer noch zurück in "ihr" Gründwalder Stadion im Stadtteil Giesing. Ehrlich und direkt statt pompös und aufgeblasen - wie die "Sechzger" selbst.

Zum Abschluss noch einmal eine "alte Kultstätte" des deutschen Fußballs: das Saarbrücker Ludwigspark-Stadion. 1953 eröffnet und stimmungstechnisch als Fotografie eingefangen 2008. Rund 35.000 Fans passen hinein.

Das Gelsenkirchener Parkstadion - hier im Jahr 1998 - bot selbst mit Laufbahn um das Fußballfeld - eine einmalige Stimmung. Auch Musikstars wie Pink Floyd, Rolling Stones oder Michael Jackson ließen es hier krachen. Schalke 04 spielt aber nicht mehr dort.

Ein Umzug aus ihrem Millerntor-Stadion käme für die "Totenköpfe" von St. Pauli nicht in Frage. Deshalb wird es systematisch modernisiert und umgebaut. Damit auch morgen noch die "Hells Bells" von AC/DC beim Einmarsch der Mannschaften den Fans einen wohligen Schauer pber den Rücken laufen lassen können.

Für "Fußballtempel" hat Reinaldo Coddou H. über 60 Stadien während eines Fußballspiels fotografiert. Der Bildband mit doppelseitigen Panorama-Fotografien auf insgesamt 192 Seiten im Format 40x30 Zentimeter ist im Verlag "Edition Panorama" erschienen. Er kostet 48,00 Euro (ISBN 978-3-89823-420-7).

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