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Dienstag, 25. März 2014

Schneller, besser, Guardiola: Die Bayern rauschen zum Meistertitel

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Es ist vollbracht: Mit 3:1 siegt der FC Bayern gegen Hertha BSC in Berlin und besiegelt damit den Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft. (Foto: picture alliance / dpa)

Es ist vollbracht: Mit 3:1 siegt der FC Bayern gegen Hertha BSC in Berlin und besiegelt damit den Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft.

Es ist vollbracht: Mit 3:1 siegt der FC Bayern gegen Hertha BSC in Berlin und besiegelt damit den Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft.

Nicht nur für die Mannschaft, auch für Trainer Josep Guardiola (hier mit Thomas Müller) ist es ein Riesenerfolg: Noch nie in der 51-jährigen Geschichte der Bundesliga stand ein Meister so früh fest - schon am 27. Spieltag.

Einziger kleiner Wermutstropfen für die Bayern-Fans an einem ansonsten perfekten Fußball-Abend: Den Ehrentreffer der Hertha zum 2:1 per Elfmeter konnte auch Keeper Manuel Neuer nicht verhindern.

Damit krönt sich der FC Bayern zum schnellsten Meister aller Zeiten - und schlägt sich in dieser Kategorie selbst. In der vergangenen Saison jubelten die Triple-Sieger erst am 28. Spieltag in Frankfurt.

"Ich bin schon einige Male Meister geworden, aber es war noch nie so kalt wie heute", sagt Trainer Jupp Heynckes damals.

Heynckes übergibt dem neuen Trainer Josep Guardiola eine fantastisch funktionierende Mannschaft - und eine schwere Bürde. Wie soll Guardiola das Triple übertreffen? Mit einer Saison im Rausch des Tempos und der Rekorde.

Dabei beginnt die Spielzeit mit einer missglückten Generalprobe: In Dortmund verliert der FC Bayern das erste Pflichtspiel unter Guardiola im Supercup mit 2:4 gegen den BVB.

Uli Hoeneß, damals noch Präsident des FC Bayern München, sagt an diesem heißen Juliabend: "So einseitig, wie viele befürchten, wird die Saison nicht." Es sind im Wesentlichen drei Gründe, aus denen Hoeneß Unrecht behält.

Die Bayern steigern sich - und zwar deutlich.

Zu viele Dortmunder verletzen sich - und zwar schwer. (im Bild: Neven Subotic erleidet am 12. Spieltag gegen Wolfsburg einen Kreuzbandriss)

Leverkusen und Schalke enttäuschen - und das zu oft.

Zum Beginn der Bundesliga-Saison läuft aber auch bei den Bayern noch nicht alles nach Plan. Josep Guardiola scheint seine Spielern zu überfordern.

Zum Auftakt gegen Mönchengladbach bringt er nur einen Sechser im Mittelfeld, Bastian Schweinsteiger. Der Systemwechsel hin zum 4-1-4-1 ist vollzogen.

Vorne geht die Rechnung auf: Die geballte Offensivpower um Arjen Robben und Franck Ribery überrennt Gladbach. Nach 15 Minuten steht es 2:0.

Wenn ein Spielzug mit einem Ballverlust endet, wird es allerdings brenzlig für die defensiv entblößten Bayern. Der Titelverteidiger lässt 11 Torschüsse zu, gibt selbst 26 ab - das Shootout geht mit 3:1 an die Hausherren.

In Frankfurt und gegen Nürnberg gewinnen die Bayern ohne Glanzlichter. Am 4. Spieltag stockt die Maschine in Freiburg zum ersten Mal. Guardiola rotiert Lahm, Boateng, Alaba, Robben, Ribery, Thiago und Mandzukic raus. Die Quittung: ein 1:1.

Guardiola schont seine Stars für den Supercup gegen Chelsea wenige Tage darauf. So unbedeutend der Titel, so tief die Feindschaft zwischen dem Katalanen und Chelseas Trainer Jose Mourinho.

Der scheint die Bayern mit seiner Kontertaktik auszustechen. Früh geht Chelsea durch Torres in Führung, hat beste Möglichkeiten - doch Ribery gleicht kurz nach der Pause aus, es geht in die Verlängerung.

Erneut erzielt Chelsea in Führung und sieht wie der Sieger aus, bis Javier Martinez in allerletzter Sekunde zuschlägt.

Im Elfmeterschießen pariert Manuel Neuer den entscheidenden Schuss von Romelu Lukaku.

Die Bayern fügen ihrer Titelsammlung den Supercup hinzu - aber das Spiel lässt die Zweifler nicht verstummen. "Zwischen Kunst und Kamikaze" lautet das Urteil im "Kicker".

Die Bundesliga-Tabelle führen zu diesem Zeitpunkt die Dortmunder an. Die Fans schwärmen von den Neuzugängen Pierre-Emerick Aubameyang und Henrikh "Mickey-Nochwas" (Joachim Löw).

Bayern-Motzki Matthias Sammer fühlt sich am 5. Spieltag zu einer Wutrede genötigt - wohlgemerkt nach einem 2:0 gegen Hannover. "Wir spielen ohne Emotion Fußball, wir machen Dienst nach Vorschrift. Wir müssen raus aus der Komfortzone."

Und siehe da, gegen den FC Schalke zeigen die Bayern erstmals Stärke, stürmen die Arena mit 4:0 und sind punktgleich mit Tabellenführer Dortmund.

Am 8. Spieltag muss Borussia Dortmund in Mönchengladbach die unglaublichste Niederlage der bisherigen Saison hinnehmen. 27 zu 6 Torschüsse verzeichnet der überlegene BVB - aber eben auch 0 zu 2 Tore.

Deshalb reicht den Bayern das unglaublichste Remis der Saison für die Tabellenführung. 78 zu 22 Prozent Ballbesitz, 14:2 Ecken, 27:5 Torschüsse, 629 zu 118 erfolgreiche Pässe - Guardiolas Mannen dominieren, schießen aber nur ein Tor, genau wie Leverkusen.

Seit diesem 8. Spieltag gewinnen die Bayern jedes Spiel. Zunächst noch holprig, wie beim 2:1 in Hoffenheim.

Spätestens das 3:0 beim BVB am 13. Spieltag bringt den Durchbruch. Ausgerechnet Mario Götze, vor der Saison aus Dortmund gekommen, erzielt das 1:0. Der größte Konkurrent liegt nun schon sieben Punkte entfernt auf Rang drei.

Allerdings plagen Verletzungen den BVB. Die Viererkette gegen die Bayern: Kevin Großkreutz, Manuel Friedrich, Sokratis, Erik Durm. Neven Subotic fällt mit einem Kreuzbandriss aus, Ilkay Gündogan absolviert wegen einer mysteriösen Rückenverletzung nur ein Bundesligaspiel, Lukas Pisczek verpasst beinahe die gesamte Hinrunde, Mats Hummels fehlt zwischendurch zwei Monate wegen einer Bänderverletzung.

Am 15. Spieltag demütigt der FC Bayern den einstigen Erzrivalen aus Bremen. 7:0 gewinnt der Tabellenführer im Weserstadion. "Heute war es eine Ehre, hier Trainer zu sein", sagt Guardiola.

Die Rückrunde lässt sich nur noch mit zwei Worten beschreiben: Totale Dominanz. 10 Spiele, 10 Siege, 35:4 Tore.

Im Vollgas-Modus fertigen die Bayern unter anderem Frankfurt mit 5:0 ab ...

... Schalke mit 5:1 ...

... und Wolfsburg mit 6:1. Guardiolas Bayern knacken mal Bundesliga-Rekorde en masse. Eine kleine Auswahl:

Die meisten Siege (15) und Punkte (47) in einer Hinrunde.

Die meisten Siege in Folge - es sind bislang 19, und die Serie dauert an.

Die meisten ungeschlagenen Spiele in Folge – bis jetzt 52.

Die meisten Liga-Spiele mit mindestens zwei eigenen Toren (19) sowie die meisten Spiele mit mindestens einem eigenen Tor (64).

Die meisten Spiele ohne Niederlage seit Saisonbeginn - das sind mittlerweile 27, Tendenz steigend.

Noch immer warten einige Bestmarken darauf, gebrochen zu werden. Einen besonderen Rekord haben die Bayern bestimmt auf dem Kieker: Noch nie hat ein Team eine Bundesliga-Saison ohne Niederlage überstanden.

In den meisten Fälle jagen die Bayern ihre eigenen Rekorde aus der Vorsaison - so wie bei den Punkten (2012/2013: 91 von 102 möglichen, momentan stehen die Bayern bei 77 Punkten).

Die Triple-Bayern holten 29 Siege, die Nachfolger stehen bei 25.

In der vergangenen Saison blieb der FC Bayern 21-mal ohne Gegentreffer, in dieser Saison sind es 14 Spiele. Bislang kassierte Manuel Neuer 13 Gegentreffer, seine Bestmarke liegt bei 18.

Die perfekte Heimsaison: 17 Siege im eigenen Stadion sind bislang unerreicht, die Bayern können das noch schaffen.

Die Triple-Bayern distanzierten den Zweitplatzierten aus Dortmund um 25 Punkte, diesmal sind es schon sieben Spieltage vor Ende der Saison ebenfalls 25 Punkte.

Ein Uralt-Rekord könnte ebenfalls fallen: 1971/72 erzielten Gerd Müller und Co. satte 101 Tore. Bei etwas mehr als drei Toren im Schnitt könnten Guardiolas Bayern sich auch diese Bestmarke holen.

Doch erstmal wird gefeiert: Prost zur Meisterschaft!

Mit der schnellsten Meisterschaft aller Zeiten im Rücken lässt sich der Rest der Saison bestimmt entspannt angehen.

Und dann geht es bald wieder von vorn los: In der nächsten Saison könnten die Bayern die Schale vielleicht noch früher gewinnen. Und sich dabei wieder selbst schlagen. Das nächste Mal also vielleicht schon am 26. Spieltag?

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