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"Die Fans zahlen für so eine Scheiße auch noch Geld": Die Bundesliga in Wort und Witz

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Autsch! Das tat weh, HSV. Zu Hause 1:5 gegen die TSG Hoffenheim. Kein Wunder, ... (Foto: imago sportfotodienst)

Autsch! Das tat weh, HSV. Zu Hause 1:5 gegen die TSG Hoffenheim. Kein Wunder, ...

Autsch! Das tat weh, HSV. Zu Hause 1:5 gegen die TSG Hoffenheim. Kein Wunder, ...

... dass danach Kraftausdrücke Konjunktur hatten: "Das tut mir leid, die Fans zahlen für so eine Scheiße auch noch Geld", sagte Torwart René Adler.

Und was sagte der Trainer Torsten Fink? "Heute war Scheiße. Fertig."

Auch sonst gab es einigen Gesprächsbedarf in der Liga. Der Spieltag in Wort und Witz.

Eintracht Frankfurt - Bayern München 0:1 (0:1)

"Wir wollten hier nicht schön spielen und Fußball zelebrieren. Wir wollten nur die drei Punkte", sagte Manuel Neuer nach der Partie. Dabei hatten die Bayern Glück, dass Schiedsrichter Peter Gagelmann einem Treffer von Alex Meier die Anerkennung verweigerte.

Kurz vor Schluss enteilte Meier, bekam einen kleinen Schubser - aber keinen Elfmeter. Frankfurts Boss Heribert Bruchhagen hält seinen Stürmer für zu fair: "Meier kriegt in 400 Jahren keinen Elfmeter. Der lässt sich nie fallen, das ist der Preis."

Frankfurts Trainer Armin Veh war restlos bedient: "Es war ein reguläres Tor, aber der Linienrichter war dagegen. Außerdem war es ein klarer Elfmeter, es war ein klares Foulspiel gegen Alexander Meier. Wenn du benachteiligt wirst, holst du keinen Punkt".

Was für ein Sonnenkind dagegen Trainerkollege Pep Guardiola. "Ich bin glücklich und zu 100 Prozent zufrieden", sagte er. Punkt aus.

Hamburger SV - TSG Hoffenheim 1:5 (1:1)

Zum Davonrennen war die Leistung des HSV in der zweiten Halbzeit. "Das war eine Demontage, absolut katastrophal", sagte Torhüter René Adler.

Nicht davonlaufen will Trainer Thorsten Fink. Mehr als Thomas-Doll-Gedächtnisparolen hat er aber auch nicht drauf: "Die Mannschaft lässt mich seit eindreiviertel Jahren nicht einmal zwei bis drei Spieltage durchatmen. Aber ich werde nicht aufgeben."

Kapitän Westermann will dem Trainer keine Schuld an der Misere geben: "Wir hatten Vorgaben, aber dann machte jeder, was er wollte."

Gästetrainer Markus Gisdol hatte sogar ein wenig Mitleid: "In der zweiten Halbzeit hatten wir eine Phase, in der war jeder Schuss ein Treffer. Vielleicht ist das Ergebnis am Ende auch ein bisschen zu hoch ausgefallen."

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 4:0 (0:0)

Die Euphorie ist ausgebrochen in Wolfsburg. Der neue Star Luiz Gustavo dachte gleich nach dem klaren Sieg über Schalke schon mal ein ganzes Stück weiter: "Wir wollen nach oben. Da sind Bayern und Dortmund. Die müssen wissen, Wolfsburg ist auch da."

Schalke dagegen sollte darüber nachdenken, vor dem Spiel Espresso zu reichen. "Wenn der eine oder andere immer eine Sekunde pennt, wird es schwierig", sagte Coach Jens Keller.

"Ich kann da nicht einfach so drüber hinweggehen", meinte Keller. Es folgten eine geharnischte Ansprache und eine ausführliche Videoanalyse am Sonntag.

Am Mittwoch geht es in der CL-Qualifikation um Millionen - ohne den verletzten Klaas-Jan Huntelaar. "Es sieht nicht gut aus", sagte Keller nach dem Spiel, und tatsächlich: Wegen eines Innenbandteilrisses im Knie wird der Niederländer mindestens vier Wochen fehlen.

In der CL-Quali geht es dann gegen Saloniki und Huub Stevens, von dem Manager Horst Heldt keine Gefälligkeiten erwartet: "Auch wenn Huub durch und durch Schalker ist - er wird versuchen, uns sportlich zu schlagen."

VfB Stuttgart - Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)

"Das ist sauärgerlich, saubitter", klagte Daniel Schwaab nach seinem Eigentor, das die Entscheidung brachte.

Ärgerlich für Bruno Labbadia war sicherlich auch, dass schon beim ersten Heimspiel wieder "Bruno raus!"-Rufe aus dem Fanblock ertönten.

Dabei hatte er ein engagiertes Spiel seiner Elf gesehen: "Wir haben einen hohen Aufwand betrieben. Viele Sachen waren wirklich gut, aber das Ergebnis ist natürlich schlecht. "

Allerdings sind die Stuttgarter viel zu harmlos, hat auch Sportvorstand Fredi Bobic bemerkt: "Am Sechzehner ist bei uns Schluss. Das ist ein bisschen zu früh."

Nach dem Schlusspfiff kochten die Emotionen hoch, als sich Bayer-Torwart Leno und Cacau bedenklich nahe kamen. "Das war eine Grenzsituation", sagte der Brasilianer. Die Sache sei aber erledigt. "Er hat sich entschuldigt, dass er überreagiert hat."

SC Freiburg - FSV Mainz 05 1:2 (0:0)

Der Mainzer Torschütze Nicolai Müller verriet das einfache Erfolgsrezept der Mainzer an diesem Tag: "Das haben wir letztes Jahr schon so gemacht, dass wir in der zweiten Halbzeit bergab gespielt haben. Es hat wieder geklappt." Der Rasen im Freiburger Stadion fällt in Richtung Norden um knapp einen Meter ab.

Die Freiburger Spieler müssen sich dagegen bei den Kommentaren ihres Trainers so langsam vorkommen wie Waldorfschüler: "Was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten leisten können, haben wir heute wieder gezeigt."

Kollege Tuchel fand's trotzdem ein schweres Spiel: "In der Bundesliga hängen die Trauben sehr hoch, vor allem auswärts. Zwei Siege aus zwei Spielen sind mehr, als man sich wünschen kann."

Werder Bremen - FC Augsburg 1:0 (1:0)

Die Ansage des Spiels machten die 42.000 Zuschauer mit einer Choreografie für den ehemaligen Trainer Thomas Schaaf.

Auch der neue Trainer bekam eine Portion Motivation mit, wobei Robin Dutt aber auch nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel nicht abheben wollte: "Jetzt sind wir bis Ende September im Mittelfeld."

Und damit war die Tiefstapelei noch nicht beendet: "Die Mannschaft kämpft um jeden einzelnen Punkt, deshalb war dieser Sieg auch nicht unverdient. Die Augsburger haben gut und mutig gespielt, aber wir haben uns richtig dagegengestemmt. Es ist uns aber völlig klar, dass wir weiterhin ein schwieriges Jahr vor uns haben."

Trainer Markus Weinzierl vom FC Augsburg sagt, was man nach einer knappen, aber verdienten Niederlage eben so sagt: "Eigentlich kann ich meiner Mannschaft wenig vorwerfen. Leider hat sie sich für ihren Aufwand am Ende nicht belohnen können. Sie hatten genug Chancen, um den Ausgleichtreffer zu erzielen, aber es sollte eben nicht sein."

Borussia Mönchengladbach - Hannover 96 3:0 (1:0)

Für das erste Highlight der Partie sorgte ein übereifriger Rasensprenger, Schiedsrichter Jochen Drees musste unterbrechen, aber nach kurzer Pause ging es weiter.

Schlecht für 96, denn danach brannte die Borussia ein Offensivfeuerwerk ab. Das erkannte auch Gästetrainer Mirko Slomka an: "Das Spiel der Gladbacher war heute in der Offensive von hoher Kreativität geprägt. Wir müssen und können in vielen Bereichen vieles besser machen."

Wie ambitioniert die Borussia mittlerweile ist, verdeutlich Sportdirektor Max Eberl in einem sehr originellen Bild: "Wir haben Ansprüche, bei den Großen mitzupinkeln."

96-Spieler Leon Andreasen führte die Niederlage auf babylonisches Sprachengewirr zurück: "Wir hatten heute eine Viererkette, in der keiner ein Wort Deutsch spricht."

1. FC Nürnberg - Hertha BSC Berlin 2:2 (1:0)

Auf dem Spielfeld konnte man sich schon fragen, wer hier eigentlich der Aufsteiger ist - nach dem Spiel auch. "Die Mannschaft hat Moral gezeigt. Wir haben zwei Punkte und sind in der Liga angekommen", sagte Nürnbergs Trainer Michael Wiesinger, erleichtert über den späten Ausgleich.

Enttäuschung dagegen bei Gästetrainer Jos Luhukay: "Wir haben heute zwei Punkte liegenlassen. Es ist bitter, wenn man auswärts so überlegen ist und gewinnt dann nicht".

Borussia Dortmund - Eintracht Braunschweig 2:1 (0:0)

Vor der Partie scherzten Torsten Lieberknecht und Jürgen Klopp miteinander, die beiden kennen sich aus gemeinsamen Mainzer Zeiten.

Danach gab es für Lieberknecht wenig Grund zur Freude: "Unsere eigenen Fehler sind von Dortmund sensationell ausgenutzt worden", sagte der 40-Jährige.

Den ersten Patzer der bis dahin recht gut stehenden Abwehr des Aufsteiger nutzte Jonas Hofmann zum 1:0. "Ich soll einfach so wie im Training Gas geben und Spaß haben", sagte Matchwinner danach auf die Frage, was ihm Trainer Klopp mitgegeben habe bei seiner Einwechslung.

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