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"Qualität der Neuen ist vom Feinsten": Die Bundesliga in Wort und Witz

 
"Qualität der Neuen ist vom Feinsten": Die Bundesliga in Wort und Witz

Der Ball rollt wieder in der Fußball-Bundesliga und gibt damit Anlass zu hintergründigen Spielanalysen, ehrlichen Unmutsäußerungen, verbalen Eigentoren oder Lobhudeleien. Die Sprüche des 1. Spieltags in Wort und Bild.

"Im letzten Jahr hatten wir nach drei Spielen nur zwei Punkte. Jetzt haben wir schon nach dem ersten Spiel drei Punkte. Es geht bergauf." Gesagt hat das Bayern-Kapitän Mark van Bommel nach dem 2:1 gegen den VfL Wolfsburg - dem ersten Münchner Auftaktsieg seit drei Jahren.

FCB-Coach Louis van Gaal wirkte nach dem Last-Minute-Erfolg sogar regelrecht beschwingt und er erklärte auch wieso: "Ein Sieg und drei Punkte, das macht mich froh."

Etwas zerknirschter kam Wolfsburgs neuer Coach Steve McClaren daher: "Das war die denkbar schlechteste Art, ein Spiel zu verlieren." Damit war es wohl auch das denkbar schlechteste Trainerdebüt für ihn.

Die denkbar beste Art, ein Spiel zu gewinnen, zelebrierte 1899 Hoffenheim beim 4:1 gegen Werder Bremen.

Dass Luiz Gustavo in der zweiten Minute per Handspiel im Strafraum die Werder-Führung ermöglicht hatte, konnte Coach Ralf Rangnick verschmerzen.

Schließlich hatte er beobachtet: "Immer wenn er mit dem Fuß gespielt hat, hat er richtig gut ausgesehen."

Deutlich gedämpfter war die Stimmung bei Bremens Coach Thomas Schaaf, immerhin musste er nach dem vierten sieglosen Auftaktspiel in Folge einsehen: "Wir wollten mal von Saisonbeginn an vorne dabei sein. Aber offensichtlich geht es für uns immer erst am 2. Spieltag richtig los."

Dann wurde Schaaf noch gefragt, was genau seine Mannschaft in Hoffenheim nicht umsetzen konnte. "Ziemlich alles!" lautete die Antwort nach extrem kurzer Bedenkzeit.

Bemerkenswert war auch, was Freiburgs Coach Robin Dutt zum ersten Spiel seines Teams einfiel: "Letztlich war der Fußball doch gerecht. Der verdiente Sieger ist vom Platz gegangen."

Das war deshalb bemerkenswert, weil im Breisgau nicht der Gastgeber, ...

... sondern Aufsteiger FC St. Pauli mit 3:1 gewann.

Zwei Tore hat Sdrjan Lakic beim 3:1-Sieg des 1. FC Kaiserslautern in Köln erzielt, doch anschließend erinnerte er gänzlich uneuphorisch an Ikarus: "Es ist nur ein Spiel. Wir dürfen jetzt nicht fliegen, das kann tödlich sein."

Kölns Lukas Podolski pflichtete bei, er fand nämlich: "Die Lauterer waren ganz schlecht. Wir hatten sogar mit zehn Mann bessere Chancen."

Fatalerweise waren die Kölner aber schon nach zwei Minuten nur noch 10 Mann auf dem Platz gewesen, weil sich Youssef Mohamad nach 87 Sekunden die schnellste Rote Karte der Bundesligageschichte bei Schiedsrichter Felix Brych abholte.

Und fatalerweise konnte Köln keine seiner guten Chancen, sondern nur diesen Torwartfehler von Tobias Sippel für einen Treffer nutzen. Irregulär weil abseits war das Tor außerdem noch.

Angesichts dieser doch offensichtlichen Defizite zeigte sich Kölns Trainer Zvonimir Soldo als fairer Verlierer: "Wir hätten alle drei Tore verhindern können, haben aber dennoch am Ende verdient verloren."

Gladbachs Trainer Michael Frontzeck macht hier zwar scheinbar den Hampelmann, wählte aber für seine Analyse nach dem 1:1 gegen Nürnberg einen ganz und gar nicht sportlichen Vergleich. Er fand: "Wir haben uns zurückgebissen."

Das Gladbacher Zurückbeißen war deshalb notwendig, da Jens Hegeler den "Club" in seinem ersten Bundesligaspiel für Nürnberg mit seinem ersten Tor in Führung geschossen hatte. "Er hat eine super Quote. Mal gucken, wie lange er die halten kann", lobte FCN-Keeper Raphael Schäfer den famosen Einstand.

Auch zum Saisonziel des "Clubs" gab Schäfer bereitwillig Auskunft: "Platz 15 - das ist unser erklärtes Ziel. Jedes Jahr ein Platz besser und dann irgendwann um den ersten Platz spielen."

Wie Nürnberg wird auch Hannover 96 zu den Abstiegskandidaten gezählt.

Der 2:1-Heimerfolg zum Saisonstart gegen Eintracht Frankfurt hat jedoch für Optimismus an der Leine gesorgt.

Sportdirektor Jörg Schmadtke ist trotz des sehr glücklichen Erfolgs überzeugt: "Wenn wir noch 33-mal eine solche Einstellung und eine solche Leidenschaft zeigen, dann ist mir nicht bange."

In Dortmund erkannte BVB-Trainer Jürgen Klopp die Überlegenheit des siegreichen Gegners aus Leverkusen durchaus an, gegen den man sich selbst durch "rein fußballerische Fehler auf die Verliererstraße" gebracht habe.

Nicht unerwähnt lassen wollte er aber das Abseitstor von Sebastian Kehl, weil es gar kein Abseitstor gewesen war: "Schade, dass Kehls Tor nicht gezählt hat, das hätten wir heute gebraucht. So haben wir den Faden nicht gefunden."

Rundum glücklich darüber, wie seine Mainzer den VfB Stuttgart nach Strich und Faden dominiert hatten, war Thomas Tuchel. Er schwärmte: "Die Art und Weise des Sieges freut mich besonders. Vor allem die Qualität der Neuen ist vom Feinsten, deshalb sind wir noch nicht am Ende."

Gelegenheitsgästen im Mainzer Bruchweg legte er ans Herz, wiederzukommen: "Wer heute zum ersten Mal im Stadion war, dem kann man nur sagen: Herzlich willkommen, das ist 17 Mal so."

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