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"Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-Vorstellung": Die Bundesliga in Wort und Witz

 
"Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-Vorstellung": Die Bundesliga in Wort und Witz

Verkehrte Welt in der Fußball-Bundesliga: In Kaiserslautern, Mainz und Hannover gelang drei Teams ein überraschender Traumstart in die Saison.

Dagegen gingen vermeintliche Spitzenteams wie Schalke und Wolfsburg …

… mit Superstars wie Raúl und Diego bisher leer aus.

Der zweite Spieltag kommentiert von denen, die ganz nahe dran sind.

1. FC Kaiserslautern - Bayern München 2:0 (2:0)

"Flutlichtspiel, Fritz-Walter-Wetter, die Bayern zu Gast - es hat alles gepasst." (Kaiserslauterns Abwehrspieler Martin Amedick zur Atmosphäre beim 2:0-Sieg gegen Bayern München)

"Ich hätte ihn nicht vom Platz gestellt, aber ich bin auch sein Trainer." (Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz zur Gelb-Roten Karte für Torschütze Ivo Ilicevic in der Nachspielzeit beim 2:0 gegen Bayern München)

Und sonst? "Es war für uns ein Wahnsinnsabend."

"Wir haben in der ersten Halbzeit vieles richtig gemacht. Eine Schlüsselszene war die Großchance von Müller. So eine Situation musst du überstehen. Wir haben mit viel Herz gespielt. Der Zeitpunkt des Spiels gegen Bayern war optimal."

Trainer Louis van Gaal (Bayern München): "Wir haben bis zum letzten Pass ein gutes Spiel gemacht."

"Die erste Chance von Müller muss ein Tor sein. Da standen wir drei gegen eins. Da muss er seine Mitspieler sehen. Kaiserslautern hat gut den Raum eng gemacht und mit viel Leidenschaft gespielt. Das erste Tor war ein Sonntagsschuss."

FC Schalke 04 - Hannover 96 1:2 (0:1)

"Muss das sein?" (Schalke-Coach Felix Magath auf das Angebot eines TV-Journalisten, ihm noch einmal Bilder vom Führungstreffer der Gäste aus Hannover zu zeigen)

Trainer Felix Magath (Schalke 04): "Wir haben uns von dem Fehler vor dem 0:1 völlig verunsichern lassen. Diese Situation hat uns durcheinandergebracht."

"Ein wichtiger Spieler wie Jefferson Farfan hatte aber auch überhaupt keine Szenen und war in Gedanken vielleicht schon bei der Nationalmannschaft."

"Natürlich kann ich die Pfiffe gegen Christoph Metzelder nachvollziehen, auch er hat sich verunsichern lassen, das ist schade, weil wir einen stabilen Christoph Metzelder gebraucht hätten. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich alle unsere Probleme lösen lassen."

Trainer Mirko Slomka (Hannover 96): "Das war unsere zweiter Sieg in Folge gegen Schalke, das war schon etwas ganz Besonderes."

"Ich bin mit sehr vielen positiven Gefühlen hier zurückgekommen. Obwohl wir in den letzten zehn Minuten nur noch verteidigt haben, war unser Sieg verdient. Die Zweikämpfe waren unsere große Stärke. Mit 6 Punkten können wir jetzt die Länderspielpause genießen."

Werder Bremen - 1. FC Köln 4:2 (2:1)

"Ich bin jung, ich habe manchmal meine Aussetzer, aber sonst ist alles okay."

Sagte Bremens Neuzugang Marko Arnautovic auf die Frage, ob es stimmt, dass er nicht ganz einfach sei.

"Den Preis für Anstand und Fairness bekommen wir heute nicht." (Kölns Manager Michael Meier zu den Schmährufen der eigenen Fans gegen Werder-Profi Marko Marin, früher Mönchengladbach)

Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): "Ich bin natürlich froh über den ersten Bundesliga-Sieg der Saison."

"Man kann wieder viele gute Dinge von uns sehen. Leider haben wir wieder zwei Gegentore bekommen, da müssen wir noch ruhiger und abgeklärter werden."

Trainer Zvonimir Soldo (1. FC Köln): "Wir haben vor der Partie über unser Zweikampfverhalten gesprochen. Daher bin ich über vier Gegentore sehr enttäuscht."

"Im letzten Jahr waren wir körperlich sehr stark, das fehlt uns im Moment. Auch was die Konzentration angeht, ist es nicht genug, was wir im Moment leisten."

"Nur Hamburg, was suchen die da oben?" (Werder Bremens Clubchef Klaus Allofs beim Blick auf die Samstag-Tabelle mit den Überraschungsteams Kaiserslautern, Hoffenheim, Mainz, Hannover sowie dem HSV an der Spitze)

VfL Wolfsburg - FSV Mainz 05 3:4 (3:1)

"Wir sind ja nicht nur gekommen, um Diego zu feiern." (Adam Szalai, Mainz 05)

"Mein Vater hat mir nach dem 0:3 eine SMS geschickt und "Oje" geschrieben. Ich habe geantwortet: "Also, hoch gewinnen wir heute nicht mehr." (Der Mainzer Manager Christian Heidel nach der Aufholjagd des FSV)

"Ich vermisse Bancé schon, der war ja jeden Tag bei mir." (Heidel auf die Frage, ob er Ex-Stürmer Aristide Bancé überhaupt vermisse)

"Das war eine Dr.-Jekyll-und-Mr. Hyde-Vorstellung von uns. Wir haben wieder zwei Gesichter gezeigt."

Sagte Wolfsburgs Trainer Steve McLaren nach der 3:4-Niederlage gegen Mainz, das schon 0:3 zurückgelegen hatte.

Wir schnappen jetzt nicht über. Unser erstes Ziel bleibt, den Vertrag mit der Bundesliga um ein Jahr zu verlängern." (Der Mainzer Manager Christian Heidel)

"Es ist ein großes Geschenk, Trainer einer solch außergewöhnlichen Mannschaft zu sein." (Trainer Thomas Tuchel vom FSV Mainz 05)

"In der Mannschaft herrscht ein ungewöhnlicher Geist, den sich jeder Trainer wünscht. In der Halbzeit habe ich der Mannschaft mein Vertrauen ausgesprochen und Ruhe ausgestrahlt."

"Ich habe gespürt, dass Wolfsburg das sichere Gefühl des Siegers hatte und wusste, dass wir mit einem Tor das Spiel noch kippen könnten."

Kollege McLaren hingegen war fassungslos.

"Was heute passiert ist, das ist nur schwer zu erklären. So etwas habe ich weder als Spieler noch als Trainer erlebt. Wenn man nach einer 3:0-Führung noch verliert, dann sind mentale und charakterliche Probleme offensichtlich."

Ich habe niemals zuvor so einen dramatischen Qualitätsverlust gesehen. Das Team muss noch zusammenwachsen. Diego und Dzeko haben im Zusammenspiel gezeigt, dass sie jeden Gegner vor Probleme stellen können."

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 1:3 (1:0)

Trainer Michael Skibbe (Eintracht Frankfurt): "Natürlich haben wir uns einen anderen Saisonstart gewünscht, momentan geht es absolut in die falsche Richtung."

"Die Niederlage gegen den HSV ist sehr enttäuschend, weil wir vor der Pause das 2:0 hätten machen müssen. Wir hatten aber in den beiden Spielen gegen Hamburg und in Hannover die Chance zu gewinnen, deshalb bleibe ich für die kommenden Wochen zuversichtlich."

"Ruud ist ja schon ein bisschen älter, aber immer noch sehr ehrgeizig." (HSV-Trainer Armin Veh über Stürmer Ruud van Nistelrooy, der beim 3:1 gegen Eintracht Frankfurt seinen dritten Saisontreffer erzielte)

Auch sonst war Veh zufrieden: "Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr schwer getan, obwohl wir deutlich mehr Spielanteil hatten."

"In der zweiten Halbzeit haben wir dann noch eine Schippe draufgelegt und sind dank zweier Standarttore 2:1 in Führung gegangen."

"Wir haben dann gezeigt, zu was wir in der Lage sind, weil wir einfach lauter gute Fußballer in unseren Reihen haben."

FC Nürnberg - SC Freiburg 1:2 (1:1)

"Ein, zwei Tage muss man sich schütteln und dann geht es wieder von vorne los." (Nürnbergs Trainer Dieter Hecking)

"Besser als in den ersten 40 Minuten, können wir nicht spielen. Wir haben den Gegner nicht nur dominiert, sondern wir hatten ihn am Boden. Wir haben sehr viel richtig gemacht."

"Aber dann haben wir das mit Füßen getreten, was wir uns aufgebaut hatten. Das war eine ärgerliche, eine unnötige Niederlage."

Robin Dutt (SC Freiburg): "Ich bin allenthalben zufrieden mit dem Ergebnis und der Einstellung der Mannschaft, ansonsten sollten wir aufpassen, dass hier nicht bald wieder nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht."

"Wir hatten viel zu wenig Ballbesitz, das kann nicht unser Anspruch von Fußball sein. Es warten 14 Tage harter Arbeit auf uns."

FC St. Pauli - TSG Hoffenheim 0:1 (0:0)

Trainer Holger Stanislawski (FC St. Pauli): "Man verliert nicht gerne. Wichtig ist, dass man seine Lehren daraus zieht. Ich glaube nicht, dass es die Mannschaft heute verdient hat zu verlieren."

"Es war ein Spiel mit zwei Mannschaften auf Augenhöhe mit dem besseren Ende für Hoffenheim."

"Das Glück war uns heute nicht hold."

Trainer Ralf Rangnick (1899 Hoffenheim): "Wir haben uns schwer getan in der ersten Halbzeit. Nach der Umstellung in der zweiten Hälfte wurde es besser.

"Aufgrund der zweiten 45 Minuten war es in Ordnung, wir können besser spielen, aber drei Punkte zu holen, das war wichtig. Die erste Halbzeit hat mir nicht gefallen, die zweite war besser. Eigentlich war es ein Unentschieden-Spiel."

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