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Sonntag, 03. April 2011

"Diego ist eine kleine Drecksau": Die Bundesliga in Wort und Witz

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Nach dem Spiel in Dortmund hatte Hannovers Trainer Mirko Slomka eine schlechte Nachricht zu überbringen. (Foto: dapd)

Nach dem Spiel in Dortmund hatte Hannovers Trainer Mirko Slomka eine schlechte Nachricht zu überbringen.

Nach dem Spiel in Dortmund hatte Hannovers Trainer Mirko Slomka eine schlechte Nachricht zu überbringen.

Adressat war BVB-Coach Jürgen Klopp, dem Slomka betrüblicherweise mitzuteilen hatte: "Es tut mir leid Kloppo, aber ich muss Dir leider zur Meisterschaft gratulieren."

Klopp trug es mit Fassung und konterte: "Wahrscheinlich schafft ihr die Champions League. Alles andere wäre eine Überraschung." Nach der 1:4-Niederlage ist Hannover 96 zwar vorerst nur noch Vierter, doch der Abstand zum FC Bayern auf Platz drei beträgt nur einen Zähler.

Das Spiel selbst analysierte der BVB-Trainer ganz nüchtern: "Die erste Halbzeit war schwierig für beide Mannschaften. Wenn man dann das 0:1 bekommt, ist das keine tolle Ausgangsposition. Aber wir haben mit einem großartigen Tor das 1:1 gemacht und an Sicherheit gewonnen."

Erzielt hatte das großartige Tor Mittelfeldjuwel Mario Götze, nachdem er fünf Hannoveraner einfach stehengelassen hatte. Angesichts der Virtuosität und spielerischen Leichtigkeit verriet Mitspieler Mats Hummels nach der Partie: "Manchmal nennen wir ihn Götzinho."

Der rasche Ausgleich beflügelte den BVB, der anschließend noch drei weitere Tore erzielte ...

... und endlich den Ratschlag der Fans beherzigte.

Mit dem überzeugenden Sieg im Spitzenspiel wahrte der BVB sechs Spieltage vor Schluss seinen Sieben-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen. Kevin Großkreutz, Dortmunds Torschütze zum 4:1-Endstand, wollte deshalb nicht länger falsche Bescheidenheit üben: "Wir wollen deutscher Meister werden. Wer es jetzt nicht sagt, ist doch bekloppt." Sein Coach hätte es nicht schöner sagen können.

Und die Dortmunder Fans werden es gern gehört haben.

Sehr gern sogar.

Nur noch eine mathematische Titelchance hat Titelverteidiger FC Bayern.

Weil das schon seit mehreren Wochen so ist, muss sich Trainer Louis van Gaal ab Sommer einen neuen Verein suchen. Berichte, wonach seine Ehefrau Truus über ein mögliches Engagement bei Juventus Turin geplaudert habe, wies der Niederländer kategorisch zurück: "Das ist eine Latrinenparole." Womit auch das geklärt wäre.

Immerhin: Gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach schaffte der stolze Rekordmeister einen 1:0-Sieg, Unruhestifter Arjen Robben sei Dank. Weil er nicht in der Europa League spielen will, schoss er gegen Gladbach das Siegtor.

Damit kehrten die Bayern vorerst auf Tabellenplatz drei zurück, der bekanntlich zur Champions-League-Qualifikation berechtigt.

Auch für van Gaals Nachfolger als Bayern-Coach, Leverkusens Jupp Heynckes, war der 28. Spieltag freudenreich. Mit 1:0 siegte die Werkself beim 1. FC Kaiserslautern und festigte damit Rang zwei.

Der Ex-Lauterer Sidney Sam erzielte das Leverkusener Siegtor, ganz so wie es Heynckes vorab gefordert hatte.

"Ich habe mit ihm in der Woche gesprochen und gesagt, du bist mal wieder dran, ein Spiel für uns zu entscheiden."

Zu denken geben sollte Heynckes aber, was die Statistiker zur Personalie Michael Ballack herausgefunden haben.

Der von Heynckes nicht recht geliebte, kurz vor der Ergrauung stehende Mittelfeldspieler und Noch-Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stand gegen Lautern zum sechsten Mal in dieser Saison in der Startelf - und zum sechsten Mal gewann Bayer das Spiel zu Null.

Nicht gewonnen und nicht zu Null gespielt hat Sven Ulreich mit dem VfB Stuttgart beim Abstiegsgipfel gegen Werder Bremen. Zufrieden war er trotzdem, denn er hielt den Schwaben in der Nachspielzeit mit einer Traumparade das 1:1 und damit einen wichtigen Punkt fest: "Es ist geil, einen solchen Ball zu halten."

Auch VfB-Coach Bruno Labbadia betrachtete das Remis als Punktgewinn, nicht als Verlust von zwei Zählern: "Meine Spieler haben sich in Bremen wacker geschlagen. Fast eine halbe Stunde lang haben wir super gespielt, danach konnten wir unsere Konter nicht mehr richtig gut setzen. Angesichts unserer Situation bin ich mit dem Unentschieden durchaus zufrieden."

Werder-Trainer Thomas Schaaf stimmte zu: "Ich kann mit dem Punktgewinn ganz gut leben, weil die Leistung gestimmt hat und die Mannschaft sich wieder ein bisschen verbessert hat. Schon in der ersten Halbzeit hätten wir die Partie entscheiden können, haben unsere Chancen aber nicht genutzt."

Damit fasste Schaaf die Partie wunderbar zusammen, denn am Ende hatten die Bremer aus 27 Torschüssen nur einen Treffer gemacht.

Unzufrieden war Thomas Tuchel vom FSV Mainz, was nach dem sechsten sieglosen Heimspiel in Folge sogar verständlich ist. Das 1:1 gegen den SC Freiburg kommentierte er ungewohnt kritisch: "Das war bestenfalls Durchschnitt, was wir heute geboten haben. Da war heute zu wenig FSV Mainz drin."

Für SC-Coach Robin Dutt spiegelte das Remis allerdings nicht die Leistungen beider Teams wider, er fand: "Insgesamt bin ich eher unzufrieden, dass wir nicht drei Punkte geholt haben."

Warum 1899 Hoffenheim gegen den Hamburger SV nur ein 0:0 geschafft hatte, war für 1899-Coach Marco Pezzaiouli. ganz leicht zu erklären: "Wir haben aus den wenigen Möglichkeiten kein Tor gemacht. Das fehlt im Moment." So kommt es, dass Hoffenheim von den letzten sieben Spielen nur eins gewonnen hat - ausgerechnet gegen Dortmund.

Genau das stimmte Hamburgs Trainer Michael Oenning, der auf eine Weiterbeschäftigung nach Saisonende hofft, trotz erschreckend schwacher Leistung seines Teams optimistisch: "Hier hat Dortmund zuletzt verloren. Ich bin zufrieden, dass wir einen Punkt mitgenommen haben."

Der Karneval ist zwar vorbei, doch der 1. FC Köln hält die Stimmung in der Domstadt mit seiner unheimlichen Heimerfolgsserie am Kochen.

Gegen Nürnberg sorgte Milivoje Novakovic in der 92. Minute für den siebten Heimsieg in Serie.

"Es war ein Abnutzungskampf, wo wir den Lucky Punch gesetzt haben", resümierte anschließend der glückliche Kölner Trainer Frank Schaefer und kündigte an. "Heute lassen wir die Seele baumeln."

FC-Kapitän Lukas Podolski zeigte sich ebenfalls erleichtert: "Dieser Dreier war lebenswichtig, wir haben einen wichtigen Schritt gemacht." Einen Schritt Richtung Klassenerhalt, der mit Tabellenplatz zehn und nun sieben Zählern Vorsprung auf Relegationsrang 16 gar nicht mehr unrealistisch erscheint.

FCN-Mittelfeldspieler Jens Hegeler bilanzierte hingegen ernüchtert: "Das ist eine bittere Niederlage." Vor allem deshalb, weil der "Club" mit einem Dreier mit dem Fünftplatzierten FSV Mainz nach Punkten hätte gleichziehen können.

Nürnbergs Kapitän Andreas Wolf erregte vor allem eine Szene aus der 42. Minute, als Kölns Mohamad nach einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen Wolf nur Gelb sah. Kommentar Wolf: "Für mich ist das Rot. Diese Entscheidung ist lächerlich."

Lächerlich war auch der Spielverlauf bei Christoph Daums Rückkehr auf die Fußball-Bühne Bundesliga als Coach von Eintracht Frankfurt.

Der VfL Wolfsburg dominierte das Spiel gegen die Hessen und kam zu zahllosen Großchancen, ...

... doch das erste Tor schossen die Frankfurter durch Alexander Meier in der 59. Minute - aus einer Abseitsposition.

Dann flog auch noch VfL-Verteidiger Arne Friedrich in der 70. Minute zu Unrecht vom Platz.

Dass Mario Mandzukic in der 86. Minute doch noch den Ausgleich machte, ...

... stimmte seinen Coach Felix Magath halbwegs versöhnlich: "Ich bin froh, dass wir nach den Fehlentscheidungen des Schiedsrichters noch einen Punkt gemacht haben."

Unversöhnlich gab sich Frankfurts Patrick Ochs, weil ihm Wolfsburgs Spielmacher Diego in der 80. Minute seiner Meinung nach absichtlich in die Hacken getreten war. Die Unschuldsbeteuerungen des Brasilianers überzeugten Ochs nicht, er fand: "Diego ist eine kleine Drecksau."

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