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Sonntag, 06. November 2011

"Nichts fühlt sich so gut an wie ein Sieg": Die Bundesliga in Wort und Witz

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Das Fußballerleben schlägt manchmal seltsame Volten. Da kämpft man als Profi von Rekordmeister FC Bayern um den Sieg bei Aufsteiger FC Augsburg und muss sich unerwartet tüchtig strecken. (Foto: AP)

Das Fußballerleben schlägt manchmal seltsame Volten. Da kämpft man als Profi von Rekordmeister FC Bayern um den Sieg bei Aufsteiger FC Augsburg und muss sich unerwartet tüchtig strecken.

Das Fußballerleben schlägt manchmal seltsame Volten. Da kämpft man als Profi von Rekordmeister FC Bayern um den Sieg bei Aufsteiger FC Augsburg und muss sich unerwartet tüchtig strecken.

Und dann?

Stört in der Nachspielzeit plötzlich ein Fan die schöne Zeitspielerei. Ein Fan, der in der Eile zwar Hemd und Hose vergessen hat, ...

... aber in Schuhen und Mütze ...

... einen formidablen Salto schlägt.

Doch allen Nackt-Salti zum Trotz: Gewonnen haben die Bayern in Augsburg trotzdem, ...

... wenn auch nur 2:1 ...

... und dank dieser Weltklasse-Parade von Manuel Neuer. Die verhinderte in der 83. Minute nämlich das 2:2 durch Augsburgs Edmond Kapllani.

"Es gibt keine leichten Spiele. Das hat man besonders in der zweiten Halbzeit gesehen", kommentierte Jupp Heynckes den unerwarteten Kraftakt beim Aufsteiger, der nach 28 Minuten und zwei Bayern-Toren schon klinisch tot schien: "Der FC Augsburg hat mit dem Tor die zweite Luft bekommen. Wir waren dann nicht gut organisiert."

Beim HSV ging es blutig zur Sache, aber das stört nicht. "Er ist ein harter Krieger, er kann das ab", kommentierte HSV-Coach Thorsten Fink am 12. Spieltag Näharbeiten an seinem Stürmer Paolo Guerrero, die eine Platzwunde nötig gemacht hatte.

Sie war infolge des intensiven Duells bei Bayer Leverkusen aufgetreten, in dessen Verlauf sich der HSV rasch einem 0:2-Rückstand ausgesetzt sah und trotzdem nicht aufgab.

"Meine Mannschaft hat Moral bewiesen, wir haben Charakter in der Mannschaft und auch unserer spielerische Klasse gezeigt. Wir haben gut gespielt, aber erst nach einer halben Stunde. Die Mannschaft hat dann gezeigt, was sie kann. Das war schon imponierend", fand Fink nach dem Schlusspfiff.

Kleiner Schönheitsfehler: Gewonnen hat der HSV auch im dritten Spiel unter Fink nicht. Allerdings auch nicht verloren.

Während sich der HSV trotzdem als moralischer Sieger fühlen durfte, war der Punkt für Leverkusens Coach Robin Dutt eine gefühlte Niederlage: "Das war ein Rückschlag, wenn man 2:0 führt, muss man gewinnen."

Schon weniger Rückschläge und damit mehr Siege als allgemein erwartet hat Thomas Schaaf mit Werder Bremen eingefahren. An seinen Nerven zehrt die Saison trotzdem, ...

... vor allem wenn Spiele wie gegen den 1. FC Köln dabei sind. Der FC führte zur Pause mit 2:0, ...

... ehe Claudio Pizarro mit einem Dreierpack noch für ein grandioses Werder-Comeback sorgte. Und Schaaf verblüffte: "Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, dass Claudio Pizarro im Alter offensichtlich immer besser wird."

Für die Zukunft wünscht sich Schaaf dennoch mehr Konstanz seines Teams: "Wir wollen auch mal einen langweiligen Sieg erleben."

Dann könnte er sich auch Doppelwechsel in Minute 37 ersparen, für die ja eh gilt: "Ich habe das nur gemacht, damit Ihr was zu schreiben habt."

Abwehrspieler Clemens Fritz mochte sich einen Seitenhieb auf Referee Michael Weiner nicht verkneifen: "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert - der Schiedsrichter hat es nicht getan." Immerhin pfiff Weiner einen Elfmeter samt Roter Karte zugunsten der Bremer, ...

... was Kölns Sascha Riether nachhaltig empörte: "Dann gibt es in jedem Spiel 300 Elfmeter, wenn man so etwas pfeift."

FC-Coach Stale Solbakken formulierte seine Kritik etwas gediegener: "Es war ein sehr intensives Spiel. Aber ein Mann konnte in diesem intensiven Spiel nicht mitlaufen: Das war der Schiedsrichter."

Kein Thema war der Schiedsrichter in Dortmund, zu überlegen war Meister BVB gegen den VfL Wolfsburg: "Das war ein richtig gutes Fußballspiel meiner Mannschaft, mit einem tollen Umschaltspiel und punktgenauen Pässen. Ein kurzer Anflug von Überheblichkeit hat uns das Gegentor beschert, aber die Mannschaft hat Reaktion gezeigt."

Wolfsburgs Trainer Felix Magath sah die Sache so: "Wir haben gut begonnen, aber effektiver waren die Borussen. Sie haben mit der ersten Chance ihr erstes Tor gemacht."

"Als wir glaubten, wir könnten noch was holen, haben wir die Borussia zu weiteren Toren eingeladen."

Die Borussia nahm die Einladungen dankend an. Endstand: 5:1 für den Meister.

"So ein Tor in der Schlussphase darf einfach nicht fallen", moserte Trainer Dieter Hecking in Nürnberg nach der 1:2-Pleite gegen den SC Freiburg und wusste auch gleich, warum das Tor doch gefallen war: "Es ist natürlich wenig sinnvoll, aus 30 Metern den Ball zurückköpfen zu wollen."

Genau das hatte Nürnbergs Timm Klose erfolglos versucht. Freiburgs Jan Rosenthal spritzte dazwischen und FCN-Ersatzkeeper Alexander Stephan konnte ihn im Strafraum nur noch regelwidrig stoppen. Klose fühlte sich nach seinem Patzer dann auch, als hätte er versehentlich die Titanic versenkt: "Das ist unverzeihlich, das ist eine Katastrophe."

"Es tut mir so leid für die Fans. Da macht man so einen Fehler und stürzt alles in den Abgrund. Das ist unverzeihlich."

Ob Klose nach einem menschlichen Fehler wirklich soviel Asche auf sein Haupt streuen muss, ist sehr zweifelhaft. Unstrittig ist nur: Den fälligen Elfer verwandelte Papiss Cisse zum Freiburger Auswärtssieg.

Der stimmte Jan Rosenthal, der das erste Freiburger Tor erzielt hatte, froh: "Irgendwann muss man sich auch mal dreckige Siege erkämpfen." Vor allem, wenns kaum andere gibt.

Einen schönen Kontersieg hätte sich Mirko Slomka von seinen Hannoveranern gegen den FC Schalke gewünscht, doch bei den Kontern verkantete sich das 96-Spiel zu oft: "Ich bin nicht zufrieden, denn wir hätten das Spiel gewinnen können. Wir hätten unsere Konter besser ausspielen müssen."

Statt nachzulegen und auf 3:1 zu erhöhen, kassierte Hannover den 2:2-Ausgleich - und musste letztlich froh sein, dass der Gast nicht noch gewann: "Am Ende war dann aber Schalke die bessere Mannschaft, die noch zwei gute Chancen hatte. Es ist nicht gut, dass wir so viele Chancen zugelassen haben. Das hat mir gar nicht gefallen."

Zwei dieser vielen Schalke-Chancen nutzte der finnische Jungstürmer Teemu Pukki, der damit in seinem ersten Ligaspiel von Beginn prompt eine gute Figur machte.

Fand auch Schalke-Coach Huub Stevens: "Pukki hat sich während des gesamten Spiels ständig gut bewegt und sich selbst mit zwei Toren dafür belohnt."

In Hoffenheim hatte ein Trainer nach dem 1:1 gegen Kaiserslautern richtig schlechte Laune, und zwar Holger Stanislawski.

Und ein Coach, Lauterns Marco Kurz, war sehr zufrieden mit seinem Team: "Wir haben ein Bombenspiel abgeliefert. Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir arbeiten daran, solche Spiele zukünftig dann auch zu gewinnen. Wir schielen aber nicht auf das Ergebnis, sondern auf den Auftritt - und der war richtig gut."

Das konnte Stanislawski von seinem Team nun wirklich nicht sagen: "Es ist schwer, nach diesem Spiel Worte zu finden. Wir waren in allen Belangen unterlegen. Wir haben einen Punkt mitgenommen, das ist das einzig Positive. Ich muss das Spiel erstmal sacken lassen."

Er beklagte eine partielle Amnesie seiner Mannschaft: "Manche Dinge sind bis Samstag um15.29 Uhr vorhanden. Ab 15.30 Uhr sind sie dann wie weg." Resultat: "Mit unserer Leistung ist es wie mit den Lottozahlen - sie ist immer wieder neu."

In Berlin lobte Coach Markus Babbel seine Herthaner, obwohl sie gegen Borussia Mönchengladbach nicht unverdient verloren hatten:"Aber ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Anders als gegen Mainz hat sie bis zum Schluss um den Ausgleich gekämpft."

In Mainz gab der zuletzt unter Druck geratene FSV-Coach Thomas Tuchel erst den Wutbürger (Anm. d. Red.: Es könnte auch sein, dass sich Herr Tuchel hier freut) ...

... und dann den netten Softie. Seine Mainzer hatten nämlich - erstmals seit neun Spielen - wieder eine Ligapartie gewonnen, mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart. Erleichtert, Herr Tuchel? Und ob: "Nichts fühlt sich so gut an wie ein Sieg."

Das finden auch VfB-Coach Bruno Labbadia und sein Boss, VfB-Manager Fredi Bobic (r.). Allerdings wurden sie in Mainz, so ihre Meinung, vom Schiedsrichter um den Sieg gebracht. Labbadia frotzelte: "Wir haben von der ersten Minute an gegen zwölf Leute gespielt. Das muss man so deutlich sagen."

Der zwölfte VfB-Gegner hieß Guido Winkmann und stand als Referee auf dem Spielberichtsbogen. Er pfiff unter anderem einen zweifelhaften Elfmeter für Mainz, was VfB-Verteidiger Khalid Boulahrouz mächtig erregte: "Was beim Elfmeterpfiff passiert ist, weiß ich nicht. Vielleicht hatte der Schiedsrichter ja eine 3D-Brille auf, und alles ist plötzlich auf ihn zugekommen."

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Spieltag!

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