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Sonntag, 22. Januar 2012

"Wir sind extrem beschissen gestartet": Die Bundesliga in Wort und Witz

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Borussia Dortmund treibt nach der 5:1-Gala in Hamburg die Bayern vor sich her. Punktgleich mit den Münchnern meldet der Meister eindrucksvoll seine Titelambitionen an. Kevin Großkreutz gelingt das 1:0 für den BVB. (Foto: dpa)

Borussia Dortmund treibt nach der 5:1-Gala in Hamburg die Bayern vor sich her. Punktgleich mit den Münchnern meldet der Meister eindrucksvoll seine Titelambitionen an. Kevin Großkreutz gelingt das 1:0 für den BVB.

Borussia Dortmund treibt nach der 5:1-Gala in Hamburg die Bayern vor sich her. Punktgleich mit den Münchnern meldet der Meister eindrucksvoll seine Titelambitionen an. Kevin Großkreutz gelingt das 1:0 für den BVB.

Auch sein polnischer Landsmann Robert Lewandowski schlägt zwei Mal zu.

Viel Grund sich aufzuregen, hat Trainer Klopp eigentlich nicht. Sein Kommentar zum Spiel: "Wir wollten heute auf 37 Punkte kommen. Und das haben wir eindrucksvoll geschafft. Wir spielen unseren Fußball, und den haben die Jungs gnadenlos durchgezogen. Zu Beginn, als wir so viele Chancen vergeben hatten, dachte ich, es ist wieder eines dieser Spiele, in dem am Ende nur das Ergebnis nicht stimmt."

Die Schalker starten ansprechend in die Rückrunde und schließen nach Punkten zu Tabellenführer München auf. Einen guten Einstand feiert Neuzugang Chinedu Obasi. Dem von Hoffenheim ausgeliehenen Stürmer fällt die Integration laut eigener Aussage nicht schwer. Dabei kommt er zu der überraschenden These: "Fußball ist nicht so schwer, wenn du Fußball spielen kannst."

Der Sieg gegen den VfB Stuttgart wird jedoch von einem faden Geschmack begleitet: Kapitän Benedikt Höwedes muss wegen eines Jochbeinbruchs den Platz verlassen. Mitspieler Marco Höger prallt mit dem Innenverteidiger zusammen und stellt anschließend fest: "Ich habe Benni mit der Stirn erwischt, meine Stirn war härter als sein Wangenknochen."

Wenig zur Aufklärung der Verletzung trägt Schalkes Trainer Huub Stevens bei. "Ich bin kein Arzt, nur Trainer", knurrt der Niederländer auf die Frage nach der Diagnose.

Die Niederlage des VfB nimmt schnell Konturen an. Joel Matip schiebt in der 3. Minute den Ball durch die Hosenträger von Torwart Sven Ulreich.

Anschließen beweist Schalkes Manager Horst Heldt seinen hintersinnigen Humor. Auf die Frage nach den Titelambitionen der Schalker antwortet er: "Träumen ist schön. Es ist nur wichtig, dass es keine feuchten Träume sind."

Hoch her geht es auf dem Betzenberg in Kaiserslautern.

Trotz vieler Chancen auf beiden Seiten, fliegt der Ball nicht ins Tor.

Viel Gesprächsstoff liefert diese Partie dennoch: Österreichs Nationalspieler Sebastian Prödl sinkt zu Boden. Lauterns Dorge Kouemaha tritt seinen Bremer Gegenspieler unabsichtlich voll ins Gesicht. Prödl erleidet einen Nasenbeinbruch und eine Fraktur des Oberkiefers. "Es geht mir - ehrlich gesagt - dreckig", sagt Prödl einen Tag später.

Schiedsrichter Robert Hartmann ahndet die Szene nicht - es hätte Elfmeter geben müssen. Anschließend muss der Referee viel Kritik einstecken.

Bremens Manager Klaus Allofs verpackt seinen Unmut an dem Schiedsrichter-Gespann in Ironie. "Es gab drei Leute im Stadion, die es nicht gesehen haben. Und die, die am Bierstand waren."

Trainer Thomas Schaaf wird deutlicher: "Das ist unfassbar für mich. Der Schiedsrichter hat mir in der Halbzeit gesagt, dass er es nicht gesehen hat. Die Aufnahmen widerlegen es - er hat es gesehen, und dafür habe ich kein Verständnis", sagte Schaaf: "Wenn sich der Schiedsrichter die Bilder anschaut, wird er schon wissen, was er gemacht hat."

Lieber nicht hinsehen: Bastian Schweinsteiger ist bedient und sucht nach der 1:3-Pleite in Gladbach kindisch nach Ausreden: "Der Platz ist in meinen Augen in einem katastrophalen Zustand. Ich weiß nicht, ob es hier geschneit hat die ganze Zeit, aber für mich ist es immer fraglich, wieso ein Platz nach so einer langen Pause in so einem schlechten Zustand ist."

Den Patzer von Torwart Manuel Neuer, der die Niederlage einleitet, versucht er auf dem Rasen anzulasten. "Ich glaube, er trifft den Ball nicht richtig, weil der Platz nicht so gut ist. Das passiert Manuel von 1000 Malen nur ein Mal - aber das liegt am Platz", sagt der Nationalspieler. Neuer gibt sich wenigstens selbstkritisch. "Ich habe die Einladung zur Niederlage gegeben."

Gegen die Bayern geht der Stern des jungen Patrick Hermann auf. Der U-21-Nationalspieler schießt zwei Tore gegen den Rekordmeister.

Mike Hanke geht leer aus, bereitet aber einen Treffer vor. An Titelchancen seiner Borussia mag der Stürmer noch nicht so recht glauben. "Wenn wir zwei, drei Spieltage vor Schluss da oben stehen, können wir darüber reden", meint Hanke.

Nationalspieler Thomas Müller findet anders als Schweinsteiger klare Worte für den Auftritt seines Teams: "Wir sind extrem beschissen gestartet, zwischendrin wars okay, dann wars wieder beschissen, dann wars wieder bemüht, und dann wars nochmal beschissen."

Mittelfeldspieler Toni Kroos versucht trotz des Fehlstarts in die Rückrunde den Coolen raushängen zu lassen. "Wenn wir am Ende mit zehn Niederlagen Erster sind, ist mir das doch egal."

Die Premiere für den neuen Freiburger Cheftrainer Christian Streich läuft erfolgreich. Das Schlusslicht gewinnt das Kellerduell gegen Augsburg und verlässt den letzten Platz. Der frühere SC-A-Jugend-Coach sieht nach seinem ersten Spiel in der höchsten Spieklasse "keinen großen Unterschied" zum alten Job.

Und noch ein Debütant darf jubeln: Matthias Ginter erzielt mit dem Kopf den erlösenden Siegtreffer für die Freiburger. Der Kommentar von Coach Streich zum Jugendspieler fällt nüchtern aus: "Ich habe ihn eingewechselt und er hat das Tor gemacht."

SC-Torwart Oliver Baumann (l.) scheint dem Jungspund, der sein Glück noch gar nicht fassen kann, zuzuraunen: "Mensch Junge, freu Dich! Das ist die Bundesliga."

Die Wolfsburger gewinnen zum zweiten Mal hintereinander. Trainer Felix Magath regt sich dennoch auf. Nach dem Spiel gegen Köln ist der gestrenge Coach indes erleichtert. Er wechselt wie schon gegen Stuttgart den Siegtorschützen Sebastian Polter ein. "Mein Name ist Felix, und das bedeutet Glück. Und ein Feldherr braucht auch Glück, das war schon bei Napoleon so. Das habe ich einfach." So, so: Magath sieht sich also als Feldherr.

Seine Soldaten, äh Spieler zeigen allerdings ein wenig befriedigendes Spiel.

Die Kölner allerdings auch nicht. So dass für den VfL nur die drei Punkte zählen. "Der Sieg war auch deshalb so wichtig", so Magath, "weil wir jetzt beim kommenden deutschen Meister antreten." Magath meinte seinen Ex-Club Bayern München. Zum Zeitpunkt dieser Aussage hat der gute Felix jedoch noch nicht den Auftritt der Dortmunder in Hamburg gesehen.

Gründlich in die Hose geht das Debüt von Trainer Michael Skibbe bei Hertha BSC. Die Berliner verlieren in Nürnberg. Anschließend ist der neue Coach "sehr traurig".

Ganz im Gegensatz zu den Nürnbergern. Die freuen sich über einen ganz wichtigen 2:0-Sieg, der den "Club" aus der Gefahrenzone der Tabelle hievt.

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