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Französische Crash Kids, indische Gurken: Die Tops & Flops der Formel 1

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"Ich konnte nicht viel sehen, weil mein Visier verdreckt und  milchig war", sagte der Finne. Er hatte aber eine Erklärung für seinen Fauxpas: "2001 bin ich da schon mal  lang gefahren, damals war das Tor offen." Seine Lösung: "Ich werde dafür sorgen, dass es nächstes Jahr wieder offen ist." (Foto: dpa)

"Ich konnte nicht viel sehen, weil mein Visier verdreckt und milchig war", sagte der Finne. Er hatte aber eine Erklärung für seinen Fauxpas: "2001 bin ich da schon mal lang gefahren, damals war das Tor offen." Seine Lösung: "Ich werde dafür sorgen, dass es nächstes Jahr wieder offen ist."

DUELL DES JAHRES: Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso.

Vettel und Alonso lieferten sich bis zum letzten Rennen des Jahres ein WM-Duell auf Augenhöhe.

Abseits der Strecke duellierten sie sich auf unterschiedliche Art und Weise.

Alonso griff mit Samurai-Schlaumeiereien und einem unsäglichen Gewehr-Foto an.

Vettel hatte keine Lust auf Psychospielchen.

Er konterte allenfalls mal spitzbübisch.

Und am Schluss noch einmal auf der Strecke mit seinem dritten WM-Titel.

AUSSTEIGER DES JAHRES: Michael Schumacher

Der zweite Rücktritt wird endgültig sein. Michael Schumacher beendet seine große Karriere.

Den 91 Rennsiegen und sieben Titeln fügte er in den drei Comeback-Jahren bei Mercedes keine hinzu.

Das Auto, das er zum Abschied schließlich geschenkt bekam, war einfach zu schlecht.

Schumacher mit über 40 vielleicht auch einfach zu alt.

Doch er hatte die meiste Zeit über Spaß, wirkte locker wie nie, lernte nach Jahren der Dominanz "das Verlieren" und brachte der Formel 1 eine Menge Reputation.

So gesehen war seine Rückkehr kein Fehler.

Sein endgültiger Rücktritt ist es aber sicher auch nicht.

AUFSTEIGER DES JAHRES: Nico Hülkenberg

Der "Hülk" war der Überflieger des Jahres.

Nach einem Jahr Zwangspause hatte der Mann von Niederrhein zwar "Anpassungsschwierigkeiten".

Im zweiten Halbjahr dominierte der Force-India-Teamkollege Paul di Resta aber nach Belieben.

Ferrari und Mercedes interessierten sich für den Mann, den Teamchef Vijay Mallya als "künftigen Weltmeister" sieht.

Am Ende reichte es vorerst nur zum Wechsel zu Sauber.

Doch die Schweizer fahren mit Ferrari-Motoren, die Hintertür zur Scuderia ist damit offen.

COMEBACK DES JAHRES: Kimi Räikkönen

Der Iceman ist zurück.

Brummelig wie eh und je, ...

... aber fahrerisch eine Klasse für sich.

Bis zum Schluss in Schlagdistanz zu den WM-Rivalen sorgte er auch für Highlights abseits der Strecke.

Seine Pressekonferenzen fielen öfter mal aus. In Shanghai war er "lost in China", in Bahrain kam er zehn Minuten vor dem Termin, sagte "niemand da" und ging wieder.

In Abu Dhabi würgte er auf dem Weg zum Sieg die Ansagen am Boxenfunk mit den Worten: "Jajaja, lasst mich in Ruhe! Ich weiß, was ich tue" ab.

Und das waren nur die freundlichen Kommentare", sagte Teamchef Eric Boullier.

Nach dem siegreichen Rennen meldete sich Räikkönen für zwei Wochen zum Feiern ab: "Wenn ich beim nächsten Rennen da bin, ist das Team froh."

DIE ENTTÄUSCHUNG DES JAHRES: Mercedes

Es schien das Jahr des großen Durchbruchs zu werden.

Nico Rosberg gewann das dritte Rennen in Shanghai, …

… in Monaco war der Silberpfeil das schnellste Auto.

Doch in der zweiten Saisonhälfte kam der Absturz.

Vor dem Saisonfinale blieb Mercedes fünf Rennen ohne einen einzigen Punkt: Ein Desaster.

Niki Lauda als Aufsichtsratschef und Lewis Hamilton als neuer Teamkollege ...

... von Rosberg sollen nun beim nächsten Anlauf 2013 den Erfolg bringen.

DER FANGIO DES JAHRES: Nico Rosberg

Er holte in seinem 103. Grand Prix den Premierensieg, den viele für Rekordweltmeister Michael Schumacher reserviert sahen.

Den ersten Sieg im Silberpfeil seit dem legendären Juan Manuel Fangio vor fast 57 Jahren.

In der zweiten Saisonhälfte ging Rosberg mit Mercedes unter.

Doch er hat im dritten Jahr zum dritten Mal Schumacher geschlagen.

Und er ist jetzt ein Siegfahrer.

DER SKANDAL DES JAHRES: Bahrain

Dass die Formel 1 in diesem Jahr im Krisenstaat fahren musste, war schlimm genug.

Die Krönung waren jedoch die höhnischen, zynischen, lächerlichen Kommentare von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

Man fahre doch auch in China, wo ebenfalls Menschenrechte verletzt werden, Opfer eines Anschlags könne man schließlich überall werden.

Fahrer und Angestellte wurden zudem zu Duckmäusern erzogen, niemand sagte seine Meinung. Bestraft wurden nur die, die nicht wegsahen. Wer daheim blieb, wurde entlassen.

Als das Force-India-Team Zeuge eines Anschlags wurde und auf das zweite Training verzichtete, wurde es bei der dritten Einheit nicht im Fernsehen gezeigt. Ein schlechteres Bild hatte die Formel 1 vielleicht nie zuvor abgegeben.

DER AUFREGER DES JAHRES: Twitter.

Fernando Alonso hat das Twittern für sich entdeckt und macht sich einen großen Spaß draus.

Auch wenn die Presseabteilung "mich im Auge hat", twitterte er munter Stuss.

Regelmäßige Samurai-Schlaumeiereien oder gar die skandalöse Kriegsansage an Vettel mit riesigem Paintball-Gewehr im Anschlag.

Dümmer war nur Lewis Hamilton. Der teilte seinen 1,1 Millionen Followern erst geheime Telemetrie-Daten mit.

Dann warf er Teamkollege Jenson Button Respektlosigkeit vor, um kurz darauf zurückrudern zu müssen.

Selbst 140 Zeichen sind eben manchmal zu schnell losgeschickt.

VERBOT DES JAHRES: Fluchen.

Sebastian Vettel sagte "fuck up", Kimi Räikkönen "shit". Und das im Interview auf dem Podium, und auch noch in Abu Dhabi, vor vielen pikierten Arabern.

Die FIA fordert daraufhin alle Teams und Fahrer zu "angemessener Sprache" auf.

Vettel sahs nicht ein. "Jeder hat die Fernbedienung in der Hand, und wer sensibel ist, kann Kindersendungen schauen."

Als er kurz darauf in einer Pressekonferenz die Formulierung "to take a piss" verwendete, hielt er sich aber schnell die Hand auf den Mund. Und FIA-Pressechef Matteo Bonciani klopfte ihm lächelnd auf die Schulter.

DIE GURKE DES JAHRES: Narain Karthikeyan

Mit einem Unfall in Malaysia brachte er Sebastian Vettel auf die Palme.

Dieser beschimpfte ihn nicht nur als "Idiot", sondern auch als "Gurke".

Juckte Karthikeyan wenig, denn der Inder wusste gar nicht, dass "Gurke" ein Schimpfwort sein soll.

Als Vettel ihm in Austin aber noch die Schuld für das Überholmanöver von Hamilton gab und ...

... Vettels Boss Helmut Marko ihn als "Sch... Karthikeyan" beschimpfte, platzte dem sonst ständig freundlich lächelnden Inder ...

... der Kragen. Sein Kommentar: "Ich kann diesen Blödsinn nicht mehr hören."

... Romain Grosjean.

RAMBO DES JAHRES: ...

Williams-Pilot Pastor Maldonado bewarb sich ebenfalls eindrucksvoll, zuletzt noch einmal beim Saisonfinale in Brasilien.

Doch der Titel des "Crash Kids" ...

... konnte nur an Romain Grosjean gehen.

Der spektakuläre Massen-Crash in Spa war einer zu viel.

In Monza war der Lotus-Pilot nach der lebensgefährlichen Flugeinlage mit seinem Boliden gesperrt.

Nach dem nächsten Unfall in Japan forderte Red-Bull-Boss Marko drei Rennen Sperre ...

... für den "wahnsinnigen, französischen Experten" (Niki Lauda). Ecclestone empfahl ihm schon mal den Gang zum Augenarzt.

DIE PREMIERE DES JAHRES: Austin.

Die Umgebung war trostlos. Doch mitten ins Cowboy-Land in der Prärie baute der Aachener Architekt Hermann Tilke eine spektakuläre Berg- und Talbahn.

260.000 Zuschauer an drei Tagen sorgten für ein sensationelles US-Comeback. "Besser als erwartet" sei es, sagte Ecclestone strahlend.

Jetzt will er bis zu vier US-Rennen.

VERFAHRER DES JAHRES: Kimi Räikkönen.

Der Comebacker des Jahres sorgte im letzten Saisonrennen in Brasilien noch einmal für ein Kuriosum.

Der Finne drehte sich und wollte über die alte Strecke zurückfahren. Da dort das Tor geschlossen war, musste Räikkönen umkehren und fuhr nach seiner kleinen Irrfahrt zurück auf die Strecke.

"Ich konnte nicht viel sehen, weil mein Visier verdreckt und milchig war", sagte der Finne. Er hatte aber eine Erklärung für seinen Fauxpas: "2001 bin ich da schon mal lang gefahren, damals war das Tor offen." Seine Lösung: "Ich werde dafür sorgen, dass es nächstes Jahr wieder offen ist."

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