Bilderserie

Betrug im Kampf um Medaillen: Die größten Doping-Skandale der Sportgeschichte

Bild 1 von 28
Der Fall Ben Johnson (1988):
Es ist die Mutter aller Doping-Skandale. Bei den Olympischen Spielen in Seoul siegt der kanadische Sprintstar Ben Johnson im 100-Meter-Finale in der Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden. In Johnsons Urinprobe wird das Steroid Stanozolol nachgewiesen, er verliert Gold und Rekord. (Foto: Reuters)

Der Fall Ben Johnson (1988): Es ist die Mutter aller Doping-Skandale. Bei den Olympischen Spielen in Seoul siegt der kanadische Sprintstar Ben Johnson im 100-Meter-Finale in der Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden. In Johnsons Urinprobe wird das Steroid Stanozolol nachgewiesen, er verliert Gold und Rekord.

Der Fall Ben Johnson (1988): Es ist die Mutter aller Doping-Skandale. Bei den Olympischen Spielen in Seoul siegt der kanadische Sprintstar Ben Johnson im 100-Meter-Finale in der Weltrekordzeit von 9,79 Sekunden. In Johnsons Urinprobe wird das Steroid Stanozolol nachgewiesen, er verliert Gold und Rekord.

Johnson kehrt nach seiner Sperre zurück, kann aber nicht an seine Spitzenzeiten anknüpfen. 1993 wird er erneut positiv getestet und als Wiederholungstäter lebenslang gesperrt.

Der Fall Katrin Krabbe (1992): Die deutsche Sprinterin Katrin Krabbe, Weltmeisterin 1991 über 100 und 200 Meter, fällt bei einer Urinprobe mit dem Kälbermastmittel Clenbuterol auf. Sie wird bis 1995 gesperrt, ein Comeback-Versuch scheitert.

Ihre Trainingspartnerin Grit Breuer wird ebenfalls des Dopings überführt. Nach Ablauf der Sperre findet die 400-Meter-Läuferin zurück in die Weltspitze, wird Europameisterin sowie Weltmeisterin mit der 4x400- Meter-Staffel.

Der Fall Diego Maradona (1994): Bei der Fußball-WM in den USA wird Argentiniens Superstar Diego Maradona positiv auf Ephedrin getestet und ausgeschlossen. Schon drei Jahre zuvor war er mit Kokain erwischt worden.

Der Fall Festina (1998): Die Festina-Affäre erschüttert die Tour de France. Der belgische Teambetreuer Willy Voet wird drei Tage vor dem Tourstart an der belgisch-französischen Grenze mit zahlreichen verbotenen Substanzen im Wagen festgenommen.

Bei Tour-Halbzeit wird die gesamte Mannschaft mit den Stars Richard Virenque (links) und Alex Zülle aus dem Rennen genommen.

Der Fall Marco Pantani (1999): Der Radsportler und Toursieger wurden ebenfalls des Dopings überführt - allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Er hatte bei der Tour de France EPO eingenommen. 2004 wird Pantani tot in einem Hotelzimmer aufgefunden - er starb durch eine Überdosis Kokain.

Der Fall Dieter Baumann (1999): Dieter Baumann, 5000-Meter-Olympiasieger von 1992, wird positiv auf Nandrolon getestet. Baumann bestreitet die wissentliche Einnahme des Stoffes. Der Deutsche Leichtathletik-Verband spricht Baumann frei, da der Wirkstoff auch in seiner Zahnpasta-Tube nachgewiesen werden konnte und ein schuldhaftes Vergehen damit fraglich war.

Der Weltverband IAAF sperrt Baumann dennoch für zwei Jahre. Danach wird Baumann 2002 noch einmal EM-Zweiter über 10.000 Meter.

Der Fall Johann Mühlegg (2002): Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City werden sieben Athleten positiv auf Epo getestet. Prominentester Sünder ist der Allgäuer Langläufer Johann Mühlegg, der für Spanien Gold über 10, 30 und 50 Kilometer gewonnen hatte. Mühlegg verliert sämtliche Medaillen, wird für zwei Jahre gesperrt und beendet seine Karriere.

Der Fall Balco (2003): Im Zuge der Balco-Affäre wird in den USA ein Doping-Netzwerk ausgehoben, viele Topstars wie Baseball-Ass Barry Bonds (im Bild) und die Sprintstars Marion Jones und Tim Montgomery werden schwer belastet.

Jones bestreitet die Vorwürfe zunächst, gibt jedoch später jahrelanges Doping zu. Ihre Olympiasiege von Sydney 2000 werden erst 2007 aberkannt, ihre Medaillen hatte sie bereits zurückgegeben. Wegen Meineids vor Gericht muss die US-Amerikanerin sogar für sechs Monate ins Gefängnis.

Der Fall Kenteris/Thanou (2004): Die griechischen Sprinter Konstantinos Kenteris, 200-Meter-Olympiasieger von 2000, und Ekaterini Thanou entziehen sich bei den Spielen in ihrer Heimat Athen einem Dopingtest - angeblich wegen eines Motorradunfalls. Beide werden zwar nicht suspendiert, verzichten aber auf einen Start. Nach langem Hickhack werden sie für zwei Jahre gesperrt und später wegen Meineids zu 31 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

Der Fall Fuentes (2006): Einen Tag vor dem Start der Tour de France werden die Favoriten Jan Ullrich (T-Mobile) und Ivan Basso (CSC) von ihren Teams ausgeschlossen. Ihnen wird vorgeworfen, in den Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes verwickelt zu sein. Dieser soll ein weltweites Dopingnetzwerk organisiert haben. Auch Leichtathleten und Fußballer werden mit dem Netzwerk in Verbindung gebracht. Im Rahmen einer Razzia waren am 23. Mai 2006 große Mengen an Blutbeuteln beschlagnahmt worden.

Ullrich wird erst im Februar 2012 für zwei Jahre gesperrt und verliert alle Ergebnisse seit dem 1. Mai 2005. Im Juni 2013 gibt er Blutdoping zu.

Fuentes wird 2013 zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt, erhält vier Jahre Berufsverbot. Die 200 Blutbeutel müssen laut spanischem Urteil vernichtet werden.

Der Fall Zabel/Aldag (2003): Im Zuge zahlreicher Radsport-Dopingskandale treten im gleichen Jahr auch Erik Zabel und Rolf Aldag vor die Presse und gestehen ihre Doping-Sünden, die sie viele Jahre lang geheim hielten.

Der Fall Claudia Pechstein (2009): Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein wird vom Weltverband ISU wegen Indizien, die auf Blutdoping hindeuten, für zwei Jahre gesperrt. Pechstein wehrt sich, es folgt ein langes juristisches Tauziehen. Obwohl Zweifel an ihrer Schuld bestehen, bleibt sie gesperrt. Im Februar 2011 gibt sie ihr Comeback, klagt gegen die Verbände auf Schadenersatz.

Der Fall Alberto Contador (2010): Tour-Sieger Alberto Contador wird am zweiten Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt (21. Juli) positiv auf Clenbuterol getestet. Der Radsport-Weltverband UCI spricht eine vorläufige Sperre gegen den Spanier aus, will dem Fall aufgrund der geringen Konzentration des Kälbermastmittels aber nachgehen.

Im Februar 2012 spricht der CAS nach einer langen Hängepartie ein Urteil, sperrt Contador und erkennt ihm alle Titel seit der positiven Probe ab. Der Luxemburger Andy Schleck wird nachträglich zum Tour-Sieger 2010 gekürt.

Der Fall Lance Armstrong (2012): Am 22. Oktober 2012 erkennt der Radsport-Weltverband UCI Lance Armstrong die Tour-Titel von 1999 bis 2005 ab. Armstrong hatte über Jahre hinweg systematisch betrogen und ein Doping-Netzwerk aufgebaut, ehemalige Kollegen und Weggefährten belasteten ihn schwer.

Nach jahrelangem Leugnen bricht der Texaner am 15. Januar 2013 in einem Interview mit Talkmasterin Oprah Winfrey sein Schweigen und gibt zu, bei seinen Tour-Siegen gedopt zu haben.

Die Fälle Gay, Powell, Carter und Simpson (2013): Tyson Gay (USA), zweitschnellster Sprinter der Geschichte (9,69 Sekunden), gibt am 14. Juli bekannt, dass er bei einer Trainingskontrolle positiv getestet worden sei. Gay beantragt die Öffnung der B-Probe und erklärt seinen Verzicht auf die WM. Am gleichen Tag wird bekannt, dass auch Jamaikas Ex-Weltrekordler Asafa Powell sowie seine Landsleute Nesta Carter und Sherone Simpson positiv getestet wurden.

Skandal um russisches Staatsdoping (2016): Chef-Ermittler Richard McLaren legt zwei Berichte im Auftrag der Welt-Anti-Doping-Behörde (Wada) vor. Die Untersuchung belegt systematisches Staatsdoping in Russland über mehrere Jahre. Vor allem die Olympischen Winterspiele in Sotschi Russland stehen im Fokus.

Aus dem Papier geht hervor: zwischen 2012 und 2015 seien 642 positive Dopingproben verschwunden, über 1000 Athleten waren in das System involviert. Damit geraten viele russische Sportler, die an olympischen Spielen, teilgenommen haben unter Dopingverdacht.

Gegen sechs russische Skilangläufer verhängt der Ski-Weltverband im Dezember Suspendierungen auf Basis des McLaren-Berichts . Darunter: Olympiasieger Alexander Legkow. Der beteuert seine Unschuld.

Wie viele Sportler in den letzten Jahren in Russland gedopt wurden, ist noch unklar. Experten sprechen dennoch vom größten Dopingskandal der Sportgeschichte.

weitere Bilderserien