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Entscheidend ist nicht nur aufm Platz: Die schönsten Fußballfotos aller Zeiten

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... auch Abseits der großen Fußballbühne, auf den kleinen Bolzplätzen, die die Welt bedeuten. (Foto: Getty Images)

... auch Abseits der großen Fußballbühne, auf den kleinen Bolzplätzen, die die Welt bedeuten.

Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Auch wenn dieser Schnappschuss etwas anderes behaupten mag. Wie kaum eine andere Sportart ruft der Fußball extreme Emotionen hervor: Er rührt zu Freudentränen oder löst bittere Enttäuschung aus. Er polarisiert und vereint gleichermaßen - und …

… er überrascht: Was aussieht wie eine Fotomontage ist echt: Mitten auf einem Bolzplatz in Sao Paulo steht ein Baum. Die Spieler wissen das und sehen in ihm einen weiteren Gegenspieler. So mancher lauffaule Spieler oder auch der Schiedsrichter nutzen ihn für Erholungspausen als Schattenspender. Entscheidend ist nicht immer nur aufm Platz, …

… wichtig ist auch in der Kabine. Und wenn man wie der FC St. Pauli in Ulm zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte in die 1. Fußball-Bundesliga aufsteigt, dann dürfen auch die Fans fast hautnah beim Feiern dabei sein. Da entstehen Fangesänge der ganz besonderen Art.

Apropos Fangesänge: Wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer. Die Schweden waren es. Bei der Heim-WM 1958 im Halbfinale gegen Deutschland kommen erstmals Vorsänger zum Einsatz. Die Deutschen, die das noch nicht kennen, sind empört über diese Einpeitscher, diese Frühform der "Ultras".

Fangesänge und -choreos hin oder her: Die Spieler von Boca Juniors und Huracan kümmern sich nur um ihr Spiel. Da kann der Himmel über dem Stadion den Weltuntergang ankündigen oder nicht. Die wahre Naturgewalt ist und bleibt in Argentinien der Fußball.

Einen Weltuntergang der ganz besonderen Art erleben die Bayern aus München im "Finale dahoam". Das geht gegen den FC Chelsea in die Hose. Den japanischen Touristen interessieren die sichtbaren Nachwirkungen bereits am Tag darauf nicht die Bohne. Er hat nur Augen für eine Gedenktafel an der Münchener Feldherrenhalle.

Bayern-Keeper Walter Junghans fixiert den Ball. Die Fans des FC Liverpool lassen ihn und das Spielgerät dabei nicht aus den Augen. The Kop in Anfield, die wohl berühmteste Fußballtribüne der Welt.

Überhaupt: Augen auf ist beim Fußball ein großes Thema. Das weiß nicht nur der Engländer Terry Butcher, der in einem WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden große Augen macht, weil er immer noch nicht glauben kann, dass er gerade einen Kühlschrank an den Kopf bekommen hat.

Die Augen dieses mexikanischen Nachwuchsfußballers konzentrieren sich auf den Ball. Da kann Fußball-WM sein oder nicht und auch die Nationalhymne des Gastgeberlandes und WM-Ausrichters tangiert ihn dabei nur peripher.

Der Fokus dieses BBC-Reporters während des Endspiels im Europapokal der Landesmeister zwischen dem AC Mailand und Benfica Lissabon 1963 im Wembley Stadion liegt nicht auf der Geschwindigkeit des Balls, der Spieler oder gar des Spiels. Das wie eine Laserpistole aussehende Arbeitsgerät ist eine Hintertorkamera, voll auf der technischen Höhe der damaligen Zeit.

Dass dieser Ball nicht im Tor landet, sondern am Pfosten, sieht Chelseas Torhüter Peter "The Cat" Bonetti im Pokal-Halbfinale gegen den FC Liverpool mit bloßem Auge. Die sind aber auch groß und weit geöffnet. Beim Fußball muss man aber auch aufpassen, …

… wie ein Schießhund - sonst wird einem noch das Tornetz unterm Hintern weggeklaut. So geschehen nach dem Finale der EM 2012 zwischen Spanien und Italien. Auf die …

… Fans kann man sich dabei ja nicht verlassen. Wenn es drauf ankommt, schauen die Weg. Die Anhänger des FC Sunderland im altehrwürdigen Roker Park sind der Beweis. Ob sie eine Engelserscheinung sehen?

Juve-Torwart Gianluigi Buffon sieht gar Gott selbst. Fraglich ist nur ob der verletzt am Boden liegende Genua-Spieler ihn mit einem letzten Gebet angerufen hat. Amen. Hauptsache es geht in den Himmel.

Beim Fußball ist man dem Himmel halt sehr nahe: Beim Erstrundenspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 im italienischen Cagliari zwischen England und Irland sieht es sogar so aus, als ginge es eine Etage weiter oben heiß her.

Beim Fußball steht man aber auch immer mit einem Bein in der Hölle: Für Eintracht Frankfurt sind es nur wenige Kilometer Luftlinie bis zur Unterwelt. Ihre Hölle liegt im benachbarten Offenbach, auf dem Bieberer Berg.

Himmel oder Hölle, frei nach Andreas Möller: Hauptsache Brasilien. Der Nachwuchs von Flamengo Rio de Janeiro hat auch hinter dem Zaun alles fest im Blick und verliert den großen Traum nie aus den Augen: Einmal mit der "10" im Maracana auflaufen …

Da ist der nächste Schnappschuss mit Kultcharakter gewiss. Und auch das Foto wird die Gabe besitzen, den Betrachter unweigerlich in seinen Bann zu ziehen. Mit dem Bildband "Kunstschuss" ist das ...

... dem Fotografen und "11 Freunde"-Gründer Reinaldo Coddou H. bereits eindrucksvoll gelungen. In dem im Edition Panorama Verlag erschienenen fußballerischen Meisterwerk finden sich 100 dieser "Kunstschüsse" - direkt aus den großen Stadien und weltberühmt wie das Titelbild mit der größten kleinen "10" aller Zeiten: Diego Armando Maradona, oder ...

... auch Abseits der großen Fußballbühne, auf den kleinen Bolzplätzen, die die Welt bedeuten.

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