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Die Bundesliga in Wort und Witz: "Diese scheinheilige Scheiße kann ich nicht mehr hören"

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Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen (Foto: imago/nph)

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen

"Ich hoffe, dass die Leute Verständnis dafür zeigen, wenn diese 18-, 19-, 20-jährigen Burschen mal nicht so gut spielen und auch mal Verständnis da ist, wenn es nicht so gut läuft." Mönchengladbachs Trainer André Schubert nach den ersten Punkten im Jahr 2016.

Wenn die Jungs frischer sind und wieder in einen Lauf kommen, dann greifen die Mechanismen auch wieder. Das hat die Mannschaft gezeigt und zwar sehr eindrucksvoll." Noch Schubert, hochzufrieden.

"Andreas Christensen geht an Karneval als Matchwinner." Gladbachs Twitteraccount nach Schlusspfiff über den 19-jährigen Innenverteidiger, der seine ersten beiden Bundesligatore erzielte.

"Die Mannschaft bringt immer dann die Leistung, wenn sie das Messer am Hals hat. Momentan haben wir das Messer am Hals, und das hat der eine oder andere nicht begriffen." Bremens Sportdirektor Thomas Eichin über Begriffsstutzigkeit im Tabellenkeller.

"Mönchengladbach war einfach besser als wir. (…) Wir machen derzeit unsere Schritte, aber wir machen sie langsam. Wir müssen trotzdem weiter an uns glauben, es gibt noch genügend Spiele. Wir haben genug Qualität, aber es muss auch alles passen." Bremens Coach Viktor Skripnik, grüblerisch.

Hertha BSC - Borussia Dortmund 0:0

"Es war ein genießbares 0:0." Hertha-Coach Pal Dardai war zufrieden mit der Nullnummer gegen den BVB.

"Der Punkt schmeckt anders als in Bremen." Herthas Vladimir Darida, zufriedener als in Bremen, wo die Berliner eine 3:1-Führung verspielt hatten.

"Wir haben bis zum Schluss auf Sieg gespielt und alles investiert. Aber wir haben heute nicht die Form und das Selbstverständnis ausgestrahlt, die du brauchst." BVB-Trainer Thomas Tuchel, weniger zufrieden.

"Wenn er mich nächste Woche ablöst, ist es nicht mehr okay." Nochmal Tuchel, diesmal zum Dortmunder Ehrengast Jose Mourinho. Er war von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke nach Berlin eingeladen worden - und ist im Moment arbeitssuchend.

FC Schalke - VfL Wolfsburg 3:0 (2:0)

"Wir haben sie in der ersten Halbzeit überrannt und unsere Chancen aggressiv herausgespielt. Es ist ein super Sieg." Schalke-Coach Andre Breitenreiter, euphorisch.

"Die Mannschaft spielt im Moment nicht wie eine Mannschaft. Das ist das Grundübel." Das siebte sieglose Ligaspiel nagt an Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking.

"Es war generell ein Spiel zum Vergessen. (...) Wir brauchen keine Ausreden suchen, da muss mehr kommen." Ex-Schalker Julian Draxler nach seiner unerfreulichen Rückkehr in die Heimat.

"Diese scheinheilige Scheiße kann ich nicht mehr hören. Es wird immer so lange darüber berichtet, bis es dann auch wirklich eintritt. Ich finde, dass die meisten Leute sich hier sehr gut verhalten haben. Die Schlauen oder die Intelligenten sind doch nicht ganz verschwunden." Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Klaus Allofs zu den Pfiffen gegen Draxler auf Schalke.

FC Ingolstadt - FC Augsburg 2:1 (0:1)

"Letzte Woche war es schlimmer. Einmal der Glückliche, einmal der Pechvogel. Bitter für Augsburg, aber gut für uns." Ingolstadts Coach Ralph Hasenhüttl, nach dem glücklichen Elfmeter zum Siegtreffer wieder versöhnt mit dem Fußballgott, der sein Team in der Vorwoche in Dortmund im Stich gelassen hatte.

"Kein Mensch hatte auf der Rechnung, dass wir in der Bundesliga im Mittelfeld mitschwimmen." Hasenhüttl, happy.

"Es war eine klare Fehlentscheidung, die zum Sieg für Ingolstadt geführt hat. Fußball sollte gerecht sein und gerecht wäre ein Unentschieden gewesen. Das ist bitter für die Jungs." Augsburgs Trainer Markus Weinzierl, in allen Belangen ein unglücklicher Verlierer.

"Müssen wir jetzt auch eine Woche rumjammern?" Augsburgs Torwart Marwin Hitz minimal sarkastisch zum Elfmeterpfiff für Ingolstadt, das sich eine Woche zuvor in Dortmund betrogen gefühlt hatte, das öffentlich kundtat - und nun von einer Fehlentscheidung profitierte.

"Wir haben immer gesagt, dass wir den Videobeweis einführen würden. Das sind genau die Szenen, wo ein vierter Schiedsrichter ganz leicht dem Schiedsrichter die Information auf das Ohr geben kann." FCA-Manager Stefan Reuter mit einer anderen Idee, wie man die Gerechtigkeitslücke im Fußball schließen könnte.

Hannover 96 - FSV Mainz 0:1 (0:1)

"Das war heute brutal. Totale Verunsicherung und totale Angst. Es gab kein bisschen Überzeugung und kein Selbstvertrauen." Hannovers Rettercoach Thomas Schaaf auf der Suche nach einem Rettungsring.

"In der Woche sieht das immer ganz gut aus. Zum Spiel bekommen wir es nicht gebacken. Das ist das Problem. Wir müssen uns befreien, aber wir kommen kein Stück weiter." Nochmal Schaaf, immer noch ohne Ring.

"Es hilft nichts, wenn sie nachts noch zusammen schlafen." Schaaf zur Frage, ob ein Kurz-Trainingslager helfen könnte. Könnte es nicht.

"Wenn die Leute hier pfeifen, dann haben wir es hier richtig gut gemacht. Jetzt können wir uns dem Fastnacht-Wochenende widmen." Der Mainzer Trainer Martin Schmidt kurz vor seiner Verwandlung zum Feierbiest. Einziger Wermutstropfen: "Wir haben nicht sauber gekontert. Wenn wir durch waren, dann haben wir es leichtfertig verhühnert."

"Wir haben ein dreckiges 1:0 geholt und sind mega-glücklich. Jetzt lassen wir zwei Tage die Sau raus." Der Mainzer Christian Clemens erteilt den Feierbefehl.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 2:4 (0:2)

"Ich mache meiner Mannschaft heute gar keinen Vorwurf, weil sie gefightet und bis zum Schluss gut gespielt hat. Aber es sind viele Dinge gegen uns gelaufen." Punktlos, aber nicht mutlos: Frankfurts Coach Armin Veh.

"Keiner ist so blind, dass er denkt: Mit zwei Siegen bist du schnell da unten raus." Frankfurts Verteidiger Marco Russ, Realist im Abstiegskampf.

"Wir haben ein bisschen Glück gehabt, das muss man ehrlich sagen. Wir mussten aufpassen, dass das Ding nicht in eine andere Richtung kippt. Das haben wir zum Glück hinbekommen." Stuttgarts Chef-Glückspilz Jürgen Kramny.

"Was in der Vergangenheit war, das muss man abhaken. Es hat natürlich ein Geschmäckle wie man bei uns im Ländle sagt. Aber ich schaue nach vorne und will weitere Spiele gewinnen." Stuttgarts Georg Niedermeier machte mit dem Tor zum 3:1 erst einen Haken an das Spiel und hakte dann noch einmal verbal nach.

"Er nimmt sich selbst nicht so wichtig. Dementsprechend fühlen sich alle in seiner Umgebung sehr wichtig." Stuttgarts Sportvorstand Robin Dutt sucht die Nähe zu VfB-Erfolgstrainer Kramny.

Bayer Leverkusen - FC Bayern 0:0

"Wir mussten da sein und wir waren da." Leverkusens Stürmer Stefan Kießling nach dem 0:0 gegen Bayern München, bei dem er mehr den Gegner als das gegnerische Tor attackiert hatte.

"Wir sind die letzten drei Jahre Meister geworden und haben hier in Leverkusen jedes Mal Punkte liegen gelassen. Das hat sich eben bewährt. Deswegen wollten wir das auch diesmal so machen." Thomas Müller, Berufsoptimist vom FC Bayern.

"Ich verstehe, dass sich Rest-Deutschland wünscht, dass der Abstand zwischen eins und zwei etwas geringer ist. Aber die Mannschaft ist in einem Top-Verhältnis aufgestellt. Deswegen müssen wir uns da keine Sorgen machen." Nochmal Müller, nebenberuflicher Münchner Teamtherapeut.

Hamburger SV - 1. FC Köln 1:1 (0:1)

"Wichtig ist, dass wir ein Erfolgserlebnis haben. Und da gehört der Punkt dazu." Hamburgs Nicolai Müller, Schütze des 1:1-Ausgleich, freut sich über einen gewonnenen Punkt.

"Ich bin sehr zufrieden. Man darf nicht immer alles am Ergebnis festmachen. Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind und Fußball gespielt haben, das war richtig gut. Wir sind noch nicht so weit, dass wir alle Rückschläge wegstecken können. Aber ich bin wirklich sehr zufrieden." Kölns Trainer Peter Stöger fühlte sich nach dem Remis in Hamburg ganz offensichtlich als Punktsieger.

1899 Hoffenheim - SV Darmstadt 0:2 (0:1)

"Wir müssen hart arbeiten, manchmal reicht das." Hoffenheims Trainer Huub Stevens nach der ernüchternden Heimpleite gegen Darmstadt, durch den 1899 den 17. Platz zementierte.

"Wir haben in den ersten 15, 20 Minuten gar nicht ins Spiel gefunden. Das ist Kopfsache. In dem Moment, in dem wir besser wurden, haben wir das 0:1 bekommen. Das war ein Schlag um die Ohren." Nochmal Stevens zu den Gründen für die Niederlage.

"Wir haben uns ausgetauscht, das ist ganz normal. Sie haben uns ein bisschen rund gemacht, das ist auch verständlich. Allerdings haben sie uns auch Mut zugesprochen und versichert, dass sie hinter uns stehen." Hoffenheims Tobias Strobl zum Dialog mit den Fans nach dem Spiel.

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