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Donnerstag, 03. August 2017

Ende einer Ausnahmekarriere: Dr. Steelhammer verlässt den Ring

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Der letzte Kampf des Wladimir Klitschko wird Boxfans immer in Erinnerung bleiben. (Foto: imago/Ukrainian News)

Der letzte Kampf des Wladimir Klitschko wird Boxfans immer in Erinnerung bleiben.

Der letzte Kampf des Wladimir Klitschko wird Boxfans immer in Erinnerung bleiben.

Mit dem Briten Anthony Joshua liefert sich der Ukrainer im April 2017 im Londoner Wembley-Stadion vor 90.000 Menschen eine wahre Boxschlacht.

Der Ukrainer geht dreimal zu Boden, ...

... der Brite einmal.

Harte Treffer werden eingesteckt, ...

... ehe der Ringrichter den Kampf in der 11. Runde abbricht ...

... und Joshua sich bei einem der größten Boxer der Geschichte für die Möglichkeit bedankt, gegen ihn antreten zu dürfen.

Ob Klitschko schon damals, inzwischen 41 Jahre alt, wusste, dass es sein letzter Kampf sein würde? Diese Frage wird nur der Ukrainer beantworten können. Auf eine bewegende Karriere kann er allemal zurückblicken. Kleine Zeitreise gefällig?

In der deutschen Öffentlichkeit taucht Wladimir Klitschko erstmals 1999 auf - als 23-jähriger Herausforderer eines gewissen Axel Schulz.

Im Kampf um die vakante Europameisterschaft zeigt der in Deutschland lebende Ukrainer vor 18.000 Zuschauern in Köln, welche Kraft in seinen Fäusten steckt ...

... und sichert sich den Titel.

Die erste Weltmeisterschaft folgt gut ein Jahr später im Oktober 2000. Erneut in Köln ...

... entthront Klitschko den US-Amerikaner Chris Byrd ...

... und krönt sich im Alter von 24 Jahren erstmals zum Weltmeister. Immer an seiner Seite: der große Bruder Vitali.

Ende 2002 gilt Klitschko als nahezu unschlagbar. Fünf Mal hat der Ukrainer seinen Titel zu diesem Zeitpunkt bereits verteidigt und sich einen Namen als K.o.-Maschine gemacht.

Die Fans liegen ihm zu Füßen, der Kampfname "Dr. Steelhammer" ist geboren. Doch statt weiterer K.o.-Siege folgt die größte Krise des Ukrainers.

Sie beginnt mit einem WM-Fight im März 2003 in Hannover. Corrie Sanders heißt der Gegner - 37 Jahre alt, kurz vor dem Karriereende, kurz: nicht ebenbürtig. Klitschko ist der haushohe Favorit.

Doch statt den Kampf zu dominieren, geht Klitschko gleich in der ersten Runde zu Boden.

Es folgen drei weitere Niederschläge, ehe der Ringrichter den Kampf in der vierten Runde beendet.

Die heile Boxwelt der Gebrüder Klitschko ist zerstört. Und Besserung nicht in Sicht.

Nach zwei siegreichen Aufbaukämpfen darf Klitschko im April 2004 erneut um den WM-Titel kämpfen. Anfangs dominiert er seinen Gegner Lamon Brewster in Las Vegas, schlägt ihn in der vierten Runde gar zu Boden.

Nur eine Runde später kassiert Klitschko jedoch mehrere Wirkungstreffer und wird seinerseits von Brewster auf die Bretter geschickt.

Zweite Niederlage in Folge statt WM-Titel lautet das Fazit.

Die Wende zum Besseren folgt wiederum ein Jahr später gegen den bis dahin ungeschlagenen und als stark eingeschätzten Samuel Peter.

Auch der Nigerianer schlägt Klitschko - regelwidrig allerdings und ohne Eingreifen des Ringrichters - zweimal zu Boden.

Anders als in den vergangenen Jahren sonst beißt sich der Ukrainer - mit einem neuen Trainer in der Ringecke - dieses Mal allerdings durch ...

... und wird nach zwölf Runden zum Sieger nach Punkten erklärt. Durch den Sieg sichert sich Klitschko das Recht, erneut um einen WM-Titel kämpfen zu dürfen.

Der Rest ist Boxgeschichte: Mit krachenden Schlägen schickt Dr. Steelhammer im April 2006 ...

... wie schon sechs Jahre zuvor den US-Amerikaner Chris Byrd auf die Matte ...

... und sichert sich die WM-Gürtel der Verbände IBF und IBO.

Anschließend zieht Klitschko einsame Kreise im Boxolymp. Dutzende Gegner fordern ihn heraus, keiner kann ihn schlagen. Der Höhepunkt folgt 2011 ...

... mit dem Vereinigungskampf gegen den Briten David Haye.

Auch den "Showdown des Jahres" gewinnt der Ukrainer - einstimmig nach Punkten - ...

... und hält damit vier Weltmeistertitel gleichzeitig.

Der Anfang von Ende folgt vier Jahre später im November 2015.

Gegen den unorthodox boxenden britischen Pflichtherausforderer Tyson Fury ...

... findet Klitschko keinen Zugriff ...

... und verliert am Ende einstimmig nach Punkten.

Nach mehr als neun Jahren sind damit alle vier WM-Gürtel wieder weg.

Ein Rückkampf und damit Revanche ist Klitschkos Wunsch und auch schon vereinbart, doch aufgrund persönlicher Probleme Furys und einer Verletzung Klitschkos soll es nie dazu kommen.

Um wenigstens einen WM-Titel zurückzubekommen, einigt sich Klitschko stattdessen auf einen Kampf gegen Anthony Joshua. Es folgt im April 2017 nach 17 Monaten Verletzungspause die Schlacht von Wembley. Der Rest ist Geschichte. (chr)

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