Bilderserie
Sonntag, 05. April 2015

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Fußballerisch war das brutal wenig"

Bild 1 von 32
Bayer Leverkusen - Hamburger SV 4:0 (2:0) (Foto: imago/siwe)

Bayer Leverkusen - Hamburger SV 4:0 (2:0)

Bayer Leverkusen - Hamburger SV 4:0 (2:0)

Zwei Wochen hatte Peter Knäbel Zeit, als Nachfolger von Joe Zinnbauer die Wende zum Besseren beim Hamburger SV einzuleiten.

Zwei Wochen waren nicht genug, musste Knäbel nach dem 0:4 in Leverkusen einräumen. Hauptgrund: "In der zweiten Hälfte haben wir es nicht geschafft, den Ball vom einen zum anderen zu spielen."

Sein HSV spielte gewissermaßen so, wie Knäbel Sätze formuliert. So sagte er etwa nach der Blamage: "Ich glaube nicht, dass der Kollege Roger Schmidt nicht jemanden gesehen hat, der wie ein Anfänger funktioniert." Achso, ja ...

Mit leeren Händen mussten die HSV-Fans die Heimreise aber nicht antreten, betonte Torwart Rene Adler: "Wir haben alle unsere Trikots in den Gästeblock geworfen, damit die Fans wenigstens etwas mitnehmen können."

Die fröhlicheren Ostern hatten trotzdem die Leverkusener, wie dieser Gesichtsausdruck von HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer beweist.

Bayer-Geschäftsführer Michael Schade frohlockte hingegen: "Vier Tore, drei Eier im Nest, Frohe Ostern."

Werder Bremen - FSV Mainz 0:0

"In der ersten Halbzeit war es ein richtiger Sommerkick, danach wurde es bei Regen etwas besser." Bremens Trainer Viktor Skripnik sah eine Teilschuld für die Nullnummer gegen Mainz beim Wetter.

Andere Probleme hatte FSV-Profi Yunus Malli, der nicht nur von Bremens Keeper Raphael Wolf immer wieder gestoppt wurde - sondern vor allem von Werders Abwehrtürmen Sebastian Prödl (1,94 Meter) und Jannik Vestergaard (1,94 Meter) gestoppt. "Oben rum", klagte Malli, "ging kaum etwas."

So verregnet war die Stimmung, dass nicht mal Noch-Bremer und Bald-RB-Leipziger Davie Selke engagiert ausgepfiffen wurde. "Es ist alles im Rahmen geblieben", kommentierte dessen Mitspieler Zlatko Junuzovic die moderaten Unmutsbekundungen.

Seine Erklärung: "Werder geht nicht ganz leer aus." Die acht Millionen Euro dürfte nicht nur Junuzovic für ein passables Schmerzensgeld halten.

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 3:1 (1:1)

Gut gespielt, nichts geholt - der VfB Stuttgart stand in Wolfsburg wieder einmal mit leeren Händen da. Da machte nicht nur Sportdirektor Robin Dutt dicke Backen: "Wir hätten gerne Punkte mitgenommen und nicht nur Erkenntnisse."

Wolfsburgs treffsicherer Außenverteidiger Ricardo Rodriguez war hingegen froh, aber auch leicht verwirrt: "Ich bin froh, dass ich ein Tor gemacht habe - äh, zwei."

Eintracht Frankfurt - Hannover 96 2:2 (1:0)

"Ich habe Thomas Schaaf vor dem Spiel gefragt, ob ich es schaffe, mal so viele Bundesliga-Spiele wie er zu haben - ich glaube, ich könnte mit zehn Prozent leben." Hannover-Trainer Tayfun Korkut ...

... war nach dem Remis bei der Eintracht doch etwas mitgenommen, weil es beim Stand von 2:0 für die Frankfurter schon nach dem unfreiwilligen Abschied für den wackelnden H96-Trainer ausgesehen hatte.

Auch Schaaf war nicht rundum zufrieden. Immerhin haben seine Frankfurter durch die verspielte Führung nun schon 23 Zähler liegengelassen.

Hinzu kam eine gewisse spielerische Dürftigkeit im Spiel der Gastgeber, die Torwart Kevin Trapp beklagte: "Fußballerisch war das brutal wenig."

SC Freiburg - 1. FC Köln 1:0 (1:0)

Peter Stöger und seine Kölner erlebten im Breisgau einen Murmeltiertag. Drittes Pflichtspiel gegen den SC in dieser Saison, dritte Niederlage. Da bleibt nur eins zu sagen: "Wieder mal Gratulation an Freiburg."

Der SC kletterte nicht nur aus dem Tabellenkeller, sondern träumt nun vom ganz großen Wurf - einem Sieg im Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg. Siegtorschütze Mike Frantz hält alles für möglich: "Wie sagt man so schön: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Vielleicht können wir eines dieser Gesetze für uns entscheiden."

Borussia Dortmund - FC Bayern 0:1 (0:1)

Das Topspiel des 27. Spieltags war oft ein großes, kämpferisches Gewürge ...

... und damit genau das, was Bayern-Coach Josep Guardiola wollte. Ohne seine Offensivstars Arjen Robben und Franck Ribery sowie Antreiber David Alaba setzte der Coach auf kontrollierte Defensive. Mit Erfolg ...

... und zum Leidwesen von BVB-Trainer Jürgen Klopp. "Wir haben nicht so viel falsch gemacht, aber es hat am Ende gereicht."

Denn den einen Fehler von Kapitän Mats Hummels bestraften die Münchner mit ihrer einzigen Torchance eiskalt, Ex-Borusse Robert Lewandowski vollendete und ja, sie dürfen jetzt laut "Ausgerechnet!" rufen.

Die Dortmunder Offensiv fand kaum eine Lücke, weil in der Bayern-Abwehr ein schon Abgeschriebener wieder auferstand. "Ich hätte gern 1000 Dantes in meinem Team", schwärmte Guardiola nach Spielende über seinen Bayern-Brasilianer Dante, der endlich wieder so spielt wie vor der dem WM-Trauma.

Für die Dortmunder setzte sich derweil das Pokaltrauma fort, als ihnen gegen die Münchner ein reguläres Tor aberkannt worden war. Diesmal wurde ihnen kurz vor Schluss ein fälliger Elfmeter verweigert. Das ärgerte Klopp schon: "Ich hätte zumindest gerne gesehen, ob wir ihn verwandelt hätten."

Ohne Elfmeter blieb der BVB im dritten Heimspiel in Folge ohne Tor.

Das Beste am Dortmunder Heimauftritt war wieder einmal die Choreografie auf der "Süd" - vor dem Anpfiff.

weitere Bilderserien