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Willkommen auf der Ardennen-Achterbahn, willkommen in Spa zum Großen Preis von Belgien. Auf dieser Rennstrecke geht es eigentlich nie normal zu. Der Kurs hat mit der Eau Rouge die vielleicht schnellste und aufregendste Kurvenkombination im Rennkalender zu bieten.
In Spa-Franchochamps spielt aber auch alleine das Wetter schon eine entscheidende Rolle. Darauf ist auch an diesem Wochenende Verlass. Schon das Qualifying ist von Regenschauern geprägt, am Renntag sieht es nicht anders aus.
Dank eines guten Timings sichert sich Red-Bull-Pilot Mark Webber am Samstag die Pole Position. Dahinter steht der WM-Zweite Lewis Hamilton und der Renault-Pilot Robert Kubica.
Sebastian Vettel hingegen erwischt erneut einen schwachen Tag. Genau in dem Moment, als er im dritten Durchgang des Qualifyings seine schnelle Runde setzen will, kommt ein Schauer und macht die Ambitionen des Heppenheimers zunichte.
Für Michael Schumacher hingegen war selten ein Qualifying so entspannt wie das von Spa. Der Kerpener Rekordchampion wird wegen seiner Rüpelaktion von Ungarn zehn Plätze nach hinten versetzt. Platz elf bedeutet Startplatz 21.
Los geht es zum Rennen. Pole-Setter Mark Webber gibt zu viel Gas und bleibt quasi stehen. Lewis Hamilton, Robert Kubica, Jenson Button und Sebastian Vettel ziehen vorbei. Selbst Adrian Sutil kann sich mit einem guten Start vor den WM-Führenden setzen.
Sebastian Vettel versucht es in der ersten Kurve außen. Doch sein Plan geht nicht auf und er muss sich wieder auf Platz vier einordnen.
Schnell wird Robert Kubica von Jenson Button kassiert. Doch der Pole kämpft tapfer um seine Position. Das sollte sich noch auszahlen.
Vorne ziehen die beiden McLaren von Hamilton und Button ihre Kreise. Der Fehlstart von Mark Webber ist das erste Geschenk von Red Bull. Es sollte nicht das letzte bleiben.
Auch Adrian Sutil verteidigt nach einem sehr guten Start seine Position gegen Mark Webber. Doch der Force India kann sich auf Dauer nicht gegen den stärkeren Red Bull wehren.
Pech hat auch Williams-Pilot Rubens Barrichello in seinem 300. Grand Prix. Das Jubiläum wird durch eine Kollision mit Fernando Alonso verdorben. Während der Spanier weiterfahren kann, ist das Rennen für den Brasilianer schon in der ersten Runde beendet.
Sebstian Vettel schließt zu Jenson Button auf und macht mächtig Druck auf den Briten.
Der ist mit einem Handicap unterwegs. Sein Frontflügel ist beschädigt und deshalb muss er seinen Teamkollegen Lewis Hamilton wegziehen lassen und sich gegen den jungen Deutschen zu Wehr setzen.
In Runde 16 dann passiert es: Sebastian Vettel setzt zum Überholen an, zieht nach rechts raus. Doch seine Lenkbewegung ist zu heftig und er verliert durch Feuchtigkeit auf der Strecke die Kontrolle über sein Auto. Beim Gegenlenken kommt der Red Bull quer und schlägt seitlich in den McLaren von Jenson Button ein.
Sebstian Vettel verliert seinen Frontflügel, kann jedoch mit Riesenglück weiterfahren. Auch weil der Unfall direkt vor der Einfahrt zur Boxengasse passiert. Allerdings bekommt der 23-jährige Deutsche später noch eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt.
Das Auto von Jenson Button hingegen ist komplett zerstört und muss sofort raus. Pech für den Briten, der an dieser Kollision völlig schuldlos ist.
Freuen kann sich hingegen Mark Webber. Nach seinem Katastrophenstart wird der Australier durch den Doppelausfall auf einen Podestplatz gespült.
Auch Lewis Hamilton darf sich freuen, denn gleich zwei Konkurrenten hat er mit dem Zwischenfall geschlagen.
Fast einsam zieht der Brite seine Runden und lässt sich auch von weiteren Schauern nicht aus dem Konzept bringen. Hamilton bleibt cool.
Beeindruckend auch die Aufholjagd von Michael Schumacher. Aus dem 21. Startplatz wird bald ein zehnter Platz. Der Rekordchampion zieht in seinem Wohnzimmer, trotz einer leichten Kollision mit seinem Teamkollegen Nico Rosberg, souverän seine Runden.
Auch Ferrari-Pilot Fernando Alonso erwischt einen Tag zum Vergessen. Schon beim Qualifying lief es ganz schlecht und auch im Rennen wird es nicht besser. Erst wird er von Barrichello schuldlos abgeschossen, ...
... dann bricht auch noch in der 38. Runde die Aufhängung von Alonsos rotem Boliden. Keine Punkte und somit noch schlechtere Karten für den Spanier im Titelkampf.
Bei Mercedes zahlt sich die Taktik, lange mit den Boxenstopps zu warten und auf Regenschauer zu spekulieren, aus. Nico Hülkenberg hingegen fährt zwar ein weitgehend fehlerfreies Rennen, kommt aber mit dem unterlegenen Williams am Ende nur auf Platz 14.
Trozt eines Patzers kurz vor Ende bringt Lewis Hamilton seinen Sieg nach Hause. In den letzten Runden leistet sich der Brite noch einen Ausrutscher, der ihn um Haaresbreite an der Mauer und somit an einem Crash vorbei führt.
Schließlich darf er aber doch jubeln und sich über die Führung im Titelrennen freuen.
Um drei Punkte überflügelt er seinen Konkurrenten Mark Webber. Der kann sich am Ende noch den zweiten Platz von Robert Kubica holen. Der Pole rutscht beim Boxenstopp über die Linie, verliert wertvolle Sekunden und Rang zwei.
Ein tolles Rennen fährt auch Regenspezialist Adrian Sutil in Spa-Franchochamps. Nach großem Fight, bei dem er sogar Michael Schumacher überholte, sichert er sich Rang fünf.
Auch Mercedes-Pilot Nico Rosberg kann mit seinem Rennsonntag zufrieden sein. Nach einem tollem Zweikampf mit seinem Teamkollegen kann er sich auf Platz sechs vorschieben.
Und auch Michael Schumacher darf sich freuen. Er hat in Belgien gezeigt, dass Spa immer noch seine Strecke ist. Von Startplatz 21 auf Rang sieben - Eine beeindruckende Vorstellung des Routiniers.
Nur Sebstian Vettel muss sich einige unangenehme Fragen stellen lassen. Für seine Kollision mit Button entschuldigt er sich. Der Plattfuß, der ihn später im Rennen noch ereilte, war nicht seine Schuld. Hat Vettel in Spa den Titel schon verspielt? Noch ist die Chance da, aber die Wahrscheinlichkeit wird immer geringer. (Text: Markus Mechnich)
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