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Der 23. Bundesliga-Spieltag in Wort und Witz: "I was totally kaputt"

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"Entschuldigung! Telefonieren Sie jetzt? Das ist ein bisschen komisch. Man kann ja nicht telefonieren, wenn jetzt Pressekonferenz ist." Freiburgs Trainer Christian Streich war am 23. Bundesliga-Spieltag etwas ungehalten. (Foto: dpa)

"Entschuldigung! Telefonieren Sie jetzt? Das ist ein bisschen komisch. Man kann ja nicht telefonieren, wenn jetzt Pressekonferenz ist." Freiburgs Trainer Christian Streich war am 23. Bundesliga-Spieltag etwas ungehalten.

"Entschuldigung! Telefonieren Sie jetzt? Das ist ein bisschen komisch. Man kann ja nicht telefonieren, wenn jetzt Pressekonferenz ist." Freiburgs Trainer Christian Streich war am 23. Bundesliga-Spieltag etwas ungehalten.

Erst störte die Eintracht aus Frankfurt bei ihrem Gastspiel im Breisgau den Matchplan des SC mit taktischer Finesse. Dann störte ein Journalist auch noch die Spielanalyse.

Die Düsseldorfer Spielanalyse fiel am 23. Spieltag bittersüß aus.

"Klaas-Jan Huntelaar ..."

"... und Michel Bastos, die wir auf der Rechnung gehabt haben, haben wir wirklich gut bearbeitet", sinnierte Fortunas Vorstandschef Peter Frymuth nach dem 1:2 beim FC Schalke 04.

"Und dann macht Matip zwei Tore ..."

Dazu muss man wissen: Matip ist ein Innenverteidiger, was allerdings unter Fußballfans nur mäßigen Neuigkeitswert hat.

Vielleicht noch nicht so bekannt war, was Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes über Schalkes Matchwinner verriet: "Jimmy ist ein etwas sensibler Typ. Er braucht Zuneigung. Aber die hat er von uns auch bekommen."

Horst Heldt versuchte sich nach dem nicht ganz unglücklichen 2:1-Sieg als Philosoph, in seinem Hauptjob als Schalke-Manager glückt ihm ja gerade nicht soviel: "Fußball-Spiele geben immer Rätsel auf, positiv wie negativ."

Kein Rätsel ist, warum sich Fortuna Düsseldorf in jedem Spiel trotz mäßigem Erfolgs so engagiert, als ginge es sportlich um Leben oder Tod.

"Wir haben Bock auf die erste Liga. Wir geben Woche für Woche Gas und wollen auch nächste Saison wieder auf Schalke spielen", hob Düsseldorfs Ausgleichstorschütze Axel Bellinghausen hervor.

Die Formel, die Franck Ribery derzeit glücklich macht, ist ganz simpel. ""Tore und Spaß - das ist wichtig", juchzte der Franzose nach dem Heimsieg gegen Werder Bremen, …

… der angesichts des Endstands von 6:1 ziemlich viel Tore und Spaß brachte.

"Das war ein unbefriedigender Nachmittag", fand hingegen Bremens Trainer Thomas Schaaf.

Jubilar Jupp Heynckes fand das in seinem 1000. Bundesligaspiel als Spieler und Trainer gar nicht, nur eins fuchste ihn: "Über das Gegentor sind wir etwas verärgert. Aber wenn man einen solch opulenten Sieg einfährt, kann man das verschmerzen."

"Das", das war übrigens das achte Gegentor für Manuel Neuer - im 23. Saisonspiel.

In Stuttgart war ein Nürnberger nach dem 1:1 zwischen dem gastgebenden Verein für Bewegungsspiele und dem gastierenden "Club" ratlos, ...

... Trainer Michael Wiesinger nämlich.

Ob er mal kurz die positiven Aspekte im Nürnberger Spiel hervorheben könnte, wurde Wiesinger gefragt. Konnte er nicht, denn: "Da war nicht viel von unserer Seite."

Gleiches musste Hoffenheims Trainer Marco Kurz über seine Angriffsabteilung sagen: "(Augsburgs Sascha) Mölders hatte mehr Aktionen als meine drei Offensivspieler zusammen - das ist einfach sehr ernüchternd."

Ernüchternd war allerdings auch, was Hoffenheims Manager Andreas Müller zur Situation seines Klubs nach dem Abrutschen auf Rang 17 zu sagen wusste: "Jeder Satz, den man jetzt sagt, klingt so ein bisschen nach Durchhalteparole." Und das fatalerweise, was Müller angeht, schon seit Wochen.

Jannik Vestergaard versuchte sich nach dem 1:2 verlorenen "Abstiegs"-Endspiel an einer konstruktiveren Problemanalyse: "Du kommst nicht raus, wenn du denkst, wir sind eine Übermannschaft und können Tiki-Taka machen." Zumal ja auch beides nicht zutrifft auf Hoffenheim.

Augsburgs Sascha Mölders, der von Marco Kurz gelobte, nahm neben drei Punkten eine blutige Nase mit heim, konnte das aber verschmerzen. "Ich hab' ihn gefragt, was mit seiner Nase los ist. Er meinte nur, das interessiert ihn nicht", berichtete Teamkollege Jan-Ingwer Callsen-Bracker.

An eine Auswechslung, bekundete Mölders selber, habe er auch derart lädiert nie gedacht: "Keine Sekunde. Ich hab ja was an der Nase, nicht an den Füßen."

In Hannover fühlte sich HSV-Coach Thorsten Fink im falschen Film, ein Hamburger Feuerwerk gab es nur auf den Rängen.

Mit 1:5 kamen seine Hamburger unter die Räder, obwohl H96 erst zwei Tage zuvor in der Europaliga gespielt hatte.

Trotzdem war es dann "wie bei einem Jugend-Team, das gegen eine Herrenmannschaft spielt", klagte Fink.

Hannovers Mohammed Abdellaoue (2.v.r.) hatte ganz andere Sorgen. Obwohl er nur 20 Minuten gespielt hatte, war er nach Spielende derart erschöpft, dass er sich nicht einmal an sein Tor zum 5:1-Endstand erinnern konnte.

Seine simple Begründung und gleichzeitig ein schönes Schlusswort: "I was totally kaputt."

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