Bilderserie

Der 27. Spieltag in Wort und Witz: "Ich schäme mich heute"

Bild 1 von 43
FC Bayern - Hamburger SV 9:2 (5:0) (Foto: dpa)

FC Bayern - Hamburger SV 9:2 (5:0)

FC Bayern - Hamburger SV 9:2 (5:0)

Jupp Heynckes hatte am 27. Spieltag gute Laune. Die Titelfeier fiel zwar aus, dafür feierten seine Münchner ein Schützenfest gegen den HSV. "Die Meisterschaft ist uns wohl nicht mehr zu nehmen", scherzte der Bayern-Coach anschließend.

Sportvorstand Matthias Sammer, der angesichts des beeindruckenden sportlichen Treibens immer ein wenig um Geltung ringt, erklärte den Kantersieg so: "In den vergangenen Wochen hat es bei uns ein bisschen gemenschelt - jetzt wollten wir wieder Maschinen sein."

HSV-Trainer Thorsten Fink, einst mit den Bayern erfolgreich und nun von ihnen vorgeführt, räumte zerknirscht ein: "Bayern hat sich in einen Rausch gespielt, und meine Mannschaft war nur noch ein Spielball. Die Bayern waren super gut, und wir waren super schlecht. Heute ist ein schwarzer Tag für alle, die HSV-Fans sind und auch drum herum arbeiten."

"Für mich ist der heutige Tag einer der schwärzesten in der HSV-Geschichte, es tut mir leid für die Fans", bekannte Kapitän Heiko Westermann nach der höchsten Bundesliga-Niederlage des Hamburger SV.

"Ich schäme mich heute, das Trikot getragen zu haben, dabei gewesen zu sein. Ich schäme mich für die Leistung der Mannschaft."

"Es sind nur drei Punkte, aber so eine Klatsche mit 9:2 bleibt in deinem Fußballerherz sitzen", klagte HSV-Sportchef Frank Arnesen.

Die HSV-Fans bewiesen Galgenhumor, nach den beiden Toren skandierten sie forsch: "Auswärtssieg, Auswärtssieg!"

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 1:2 (0:1)

Trotz deutlicher Antistimmung im Stuttgarter Stadion nahm Noch-Meister Borussia Dortmund drei Punkte beim Angstgegner mit und vertagte damit die Bayern-Meisterfeier.

BVB-Coach Jürgen Klopp sah sich dennoch nicht als Party-Crasher: "Die wollten heute gar nicht feiern. Wir haben ihnen praktisch einen Gefallen getan."

Während die Stuttgarter die null Punkte frustrierten, ...

... konnte auch Sieger Klopp eine gewisse Frustration nicht verbergen - über die bisweilen überharte Gangart in Stuttgart. Nach dem Gastspiel in seiner Geburtsstadt zählte er Beulen, Risswunden und Prellungen auf, die die medizinische Abteilung an seinen Spielern festgestellt hatte.

"Es war ständig so wahnsinnig intensiv, dass es mir einfach zu viel war und ich irgendwann Angst hatte, dass noch mehr passiert", meinte Klopp: "Das passiert mir beim Fußball nicht allzu oft, aber heute war es so."

Felipe Santana kühlte seinen lädierten Kopf mit einem Eisbeutel, Kevin Großkreutz sowie Sven Bender plagten sich jeweils mit einer Prellung auf dem Spann herum, Marco Reus kämpfte mit einem Schlag in die Rippen.

Das traurige Gesicht des Gastspiels war aus BVB-Sicht jedoch Marcel Schmelzer.

Blutüberströmt musste der Linksverteidiger in der 24. Minute ausgewechselt werden. Martin Harnik hatte den 25-Jährigen unglücklich am Kopf getroffen und ihm dadurch die Nase gebrochen. "Sie stand in alle Himmelsrichtungen", diagnostizierte Klopp sauer: "Das war überhart."

Die VfB-Profis sahen das anders. "Sicher war es ein hartes Spiel, aber nicht überhart. Die Aktionen gingen immer gegen den Ball", sagte Kapitän Christian Gentner. Keeper Sven Ulreich meinte lapidar: "Fußball ist ein Männersport, da geht es auch mal zur Sache."

FC Schalke - 1899 Hoffenheim 3:0 (0:0)

Auf Schalke sammelte Interimscoach Jens Keller drei Pluspunkte im Kampf um seine Weiterbeschäftigung über das Saisonende hinaus, das er ja tatsächlich zu erreichen scheint.

Die anhaltende Trainerdebatte trübte die Freude über die drei Tore in zwölf Minuten, mit denen Königsblau die Hoffenheimer in der zweiten Halbzeit überrannte.

Schalkes Trainerscout Horst Heldt, in seinem Hauptjob als Schalke-Manager eher glücklos, moserte: "Es geht uns auf den Zeiger." Und erklärte dann: "Bis 30. Juni führe ich keine Gespräche." Immerhin räumte er ein: "Vielleicht sage ich auch nachher: Das war eine Notlüge."

Ganz andere Sorgen hat Hoffenheims nicht minder glückloser Manager Andreas Müller, der einst auch glücklos auf Schalke wirkte. Ihm droht mit Hoffenheim der Abschied aus der Liga.

Immerhin: An Durchhalteparolen mangelt es Müller nicht, in Gelsenkirchen gab er zum Besten: "Wir haben noch Sauerstoff."

Fortuna Düsseldorf - Bayer Leverkusen 1:4 (1:1)

Die Werkself vom Autobahnkreuz war so frei, im rheinischen Derby in Düsseldorf alle fünf Tore zu erzielen. Vor der Pause traf erst der von Joachim Löw verschmähte Stefan Kießling per Elfmeter, ...

... ehe sein Teamkollege Daniel Schwaab Bayer-Keeper Bernd Leno ein Ei ins eigene Nest legte.

Nach der Pause stellte dann Andre Schürrle per Doppelpack die Weichen auf Auswärtssieg, ehe Kießling den Schlusspunkt setzte.

Vor allem für Schürrle dürften die beiden Tore Genugtuung gewesen sein nach der Kritik der letzten Wochen an dürftigen Leistungen. Oder? "Das juckt mich gar nicht."

SC Freiburg - Borussia Münchengladbach 2:0 (0:0)

In Freiburg hatte sich der Trainer des Jahres zuletzt über Zustände wie auf dem Viehmarkt beschwert und damit das Gebahren auf dem Transfermarkt beschrieben.

Einer der SC-Profis, die künftig nicht mehr für den SC spielen werden, ist Max Kruse. Der wurde nach der Partie von Gladbachs Sportdirektor Max Eberl gelobt, und zwar so: "Man kann Freiburg zu einem tollen Spieler gratulieren."

Grund 1 waren die beiden Tore, mit denen Kruse den SC zum Sieg schoss. Grund 2 war die schlichte Tatsache, dass Kruse in der neuen Saison diese Tore für Gladbach schießen soll.

Auch Freiburgs Sportdirektor Christoph Dufner äußerte sich deshalb zur Personalie Kruse: "Es hat etwas von einem Fußball-Gott, dass Max ausgerechnet gegen Mönchengladbach zwei Tore macht."

FSV Mainz - Werder Bremen 1:1 (1:0)

Beim Bremer Gastspiel in Mainz wäre Werder-Coach Thomas Schaaf am liebsten nach 12,6 Sekunden wieder abgereist.

So lange dauerte es, bis Adam Szalai zur Mainzer Führung traf. Es war das fünftschnellste Tor der Bundesliga-Geschichte und das schnellste bei Anstoß für den Gegner.

Richtig euphorisch klang Szalai nach seinem 13. Saisontor dennoch nicht. "Mir wäre es lieber gewesen, wenn ich später, so nach der 60. Minute getroffen hätte und wir das Spiel dafür gewonnen hätten."

Aaron Hunt sorgte in der 69. Minute noch für den Bremer Ausgleich und wendete eine Verschärfung des Bremer Krisengeredes über die Oster-Feiertage damit ab.

FC Augsburg - Hannover 96 0:2 (0:0)

Nicht nur in Freiburg, auch in Augsburg hatten höhere Mächte ihre Finger im Spieltag. "Der Fußballgott war eben nicht auf unserer Seite", jammerte Augsburgs Verteidiger Jan-Ingwer Callsen-Bracker nach der äußerst unnötigen 0:2-Heimpleite gegen Hannover 96.

Die beiden Tore erzielte Hannovers Konstantin Rausch.

Die Spielanalyse von Hannover-Coach Mirko Slomka fiel diesmal kurz aus: "Das Ergebnis stimmt, der Rest ist Statistik."

weitere Bilderserien