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Sonntag, 30. April 2017

Der alte Mann und der Bär: Joshua streckt Klitschko nieder

Von Julian Vetten

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So sieht er aus, der alte und neue IBF-Weltmeister im Schwergewicht und neue WBA-Superchampion: Anthony Joshua verteidigte ... (Foto: REUTERS)

So sieht er aus, der alte und neue IBF-Weltmeister im Schwergewicht und neue WBA-Superchampion: Anthony Joshua verteidigte ...

So sieht er aus, der alte und neue IBF-Weltmeister im Schwergewicht und neue WBA-Superchampion: Anthony Joshua verteidigte ...

... in einem wahrhaft weltmeisterlichen Fight seinen Titel gegen Altmeister Wladimir Klitschko. Leichtes Spiel hatte der Brite mit seinem mittlerweile 41 Jahre alten Herausforderer trotzdem nicht: Klitschko brachte seinen Kontrahenten gehörig ins Schwitzen und musste sich erst nach der elften Runde durch technischen K.o. geschlagen geben.

Mehr als 90.000 Zuschauer hatten im Londoner Wembley-Stadion dem Kampf des Jahres entgegengefiebert, ...

... unter ihnen auch Arnold "Terminator" Schwarzenegger.

Um 23 Uhr war es dann endlich soweit: Unter dem frenetischen Applaus der Menge und begleitet von einer pompösen Feuerwerksshow lief Joshua in den Londoner Hexenkessel ein.

Kurz vorher hatte sein ukrainischer Herausforderer auf dem Weg in den Ring dagegen ein gellendes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen müssen - ließ sich davon aber zumindest augenscheinlich nicht aus der Bahn werfen.

Nach einer kurzen Abtastphase in den ersten beiden Runden forcierte Joshua schnell das Tempo des Kampfes.

Der Olympiasieger von 2012 ist nicht umsonst wegen seines explosiven Antritts gefürchtet - noch nie in seiner Profikarriere hatte ein Gegner Joshua länger als sieben Runden standgehalten.

Und auch diesmal sah es ganz danach aus, als könnte das 113 Kilogramm schwere Muskelpaket früher Feierabend machen: ...

... Bereits in der fünften Runde schickte Joshua seinen Herausforderer mit einem mächtigen Haken ...

... zum ersten Mal auf die Bretter. Der Ringrichter zählte Klitschko an - sollte es das etwa schon gewesen sein?

Von wegen: Joshua hatte sich bei seinem Angriff sichtlich übernommen, taumelte im Anschluss regelrecht durch den Ring und wurde nach allen Regeln der Kunst vom wiederauferstandenen "Dr. Steelhammer" weichgeklopft. Gerade so rettete sich der Brite in Runde sechs, wo Klitschko gelang, was noch keinem zuvor gelungen war: ...

... Der Altmeister schickte den amtierenden Weltmeister zum ersten Mal in dessen Karriere auf die Bretter. Was für ein Comeback von Klitschko!

Anstatt aber direkt entschlossen nachzusetzen und die Schwächephase seines Gegners auszunutzen, verließ sich der 41-Jährige auf seine enorme Reichweite und seine unerhört flinke Beinarbeit - ein fast unschlagbares Rezept, um den Gegner mürbe zu machen und in vergangenen Kämpfen oft der Schlüssel zum Sieg.

Auch diesmal baute Klitschko darauf, dass seinem Gegner irgendwann die Glieder schwer würden. Eine nachvollziehbare Annahme bei den Muskelbergen, die Joshua anstelle von Armen mit sich herumträgt - und doch so falsch.

Der Brite wurde nach seinem Beinahe-Knockout von Minute zu Minute stärker und war am Ende der zehnten Runde wieder gleichauf mit Klitschko. Die letzten beiden Runden würden diesen Kampf entscheiden, die Frage war nur: Wer wagt sich zuerst aus der Deckung?

Es war Joshua, der aus seiner Ecke heraus förmlich explodierte und ...

... Klitschko ein zweites Mal spektakulär niederschlug.

Diesmal sah es für den Ukrainer düster aus: Klitschko kniete benommen am Boden ...

... und kam erst kurz vor dem Ende des Anzähl-Countdowns wieder auf die Beine.

Sein Durchhaltewillen in allen Ehren, aber es folgte eine Abreibung, die sich gewaschen hat. Der 41-Jährige konnte sich in den letzten Sekunden des Kampfes kaum noch aufrecht halten, von seiner Deckung ganz zu schweigen: Fast jeder Schlag des Briten traf nun sein Ziel, ...

... bis Joshua dem Spiel schließlich mit einem mächtigen Aufwärtshaken ein Ende bereitete. Gut möglich, dass dieses Bild das letzte aus Klitschkos aktiver Boxlaufbahn bleiben wird. Vertraglich ist zwar ein Rückkampf vereinbart, eine Entscheidung pro Karriereende würde dem Ukrainer aber sicherlich niemand übel nehmen. Die Zukunftspläne des 41-Jährigen waren an diesem Abend im Wembley-Stadion aber verständlicherweise nur ein Randthema, ...

... schließlich feierten hier gerade 90.000 Briten Joshuas Titelverteidigung gegen einen der erfolgreichsten Boxer unserer Zeit. Und weil Joshua, trotz einer Klappe, die mindestens genauso groß wie sein Bizeps ist, irgendwo tief drinnen auch ein britischer Gentleman ist, ...

... wurde der lächelnde Verlierer zum Abschluss dieses spektakulären Boxabends noch mit einem kameradschaftlichen Fistbump entschädigt.

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