| SA | 9° / 23° |
| SO | 12° / 22° |
Eigentlich schien schon vorher alles klar.
Bereits vor dem Finalrennen zur Formel-1-Weltmeisterschaft in Sao Paulo am 2. November 2008 sah es so aus, als ob Lewis Hamilton der Sieg nicht mehr zu nehmen sei.
Der Silberpfeil-Pilot ging mit sieben Punkten Vorsprung auf Massa als klarer Favorit ins Finale.
Er musste nur noch mindestens Fünfter werden, um sich jüngster Weltmeister aller Zeiten nennen zu dürfen. Oder Sechster oder Siebter, wenn sein Rivale Felipe Massa nicht gewinnt.
Und es hätte auch zum Titel gereicht, wenn Hamilton nur Achter geworden wäre oder gar nicht in den Punkten gelandet, wenn Massa höchstens Platz drei erreicht.
Das schien durchaus machbar. Der Ausgang schien vorher schon (fast) entschieden.
Dann aber machte es Massa doch noch mal spannend: er eroberte im Qualifying die Pole Position für sich.
Und Hamilton startete nur von Platz vier.
Viele Experten trauten Felipe Massa den WM-Titel nicht zu, doch mit diesem unerwarteten Coup überraschte er viele - ein Sieg für ihn schien möglich.
Und Hamilton machte sich vielleicht doch ein kleines bisschen Sorgen um seinen fast schon sicher geglaubten Titel.
Noch ein freundliches Händeschütteln - und dann konnte es eigentlich losgehen. Eigentlich.
Denn zur Startzeit wurden die Nerven gleich noch etwas mehr strapaziert: Wegen eines heftigen Regenschauers wurde der Start um zehn Minuten verschoben. Wenige Minuten vorher hatte es einen kurzen Wolkenbruch gegeben, ...
... der die Rennleitung zur Startverschiebung veranlasste, da alle Fahrer auf Trockenreifen in der Startaufstellung standen. Durch die Verschiebung hatten die Teams die Möglichkeit, auf Regenreifen zu wechseln.
So starteten viele Fahrer mit so genannten Intermediates: Reifen speziell für feuchte oder bereits abtrocknende Bedingungen.
Gleich zu Beginn schieden zwei Fahrer aus: David Coulthard (Red Bull) erlitt in der ersten Runde einen Unfall ...
... Nelson Piquet (Renault) warf ein Defekt in der zweiten Runde aus dem Rennen.
Coulthards letztes Rennen endete so leider mit einem "Abschuss". Sein Wunsch, "noch einmal die Ziellinie" zu sehen, ging damit nicht in Erfüllung.
Massa und Hamilton lieferten sich derweil vorn eine dramatische Nervenschlacht.
Massa lag fast durchgehend in Führung, wohingegen Hamilton ...
... zwischenzeitlich auf Platz sechs zurückfiel, was ihn den WM-Titel gekostet hätte - unter der Voraussetzung, dass Massa gewinnt.
Doch es dauerte nur sechs Runden, bis Hamilton Fisichella überholte und damit wieder auf WM-Kurs lag.
Einsetzender Regen zwang die Top-Piloten fünf Runden vor Schluss zu einem weiteren Stopp.
Ein erneuter Wolkenbruch blieb zwar aus, doch es wurde noch einmal spannend, nachdem Hamilton hinter Timo Glock (Toyota) wieder auf Platz sechs lag.
Die Ereignisse überschlugen sich auf den letzten Metern, auf denen der Brite ...
... Glock überholte und sich damit den entscheidenden fünften Platz sicherte.
Der McLaren-Mercedes-Pilot wehrte damit mit viel Glück den Angriff von Lokalmatador Massa ab, dem auch der Heimsieg nicht mehr half.
Als Massa nach 71 Runden im Ziel war, jubelten er und die rund 100.000 Zuschauer in Sao Paulo über den vermeintlichen Titelgewinn.
Doch dann war Hamilton plötzlich doch noch Fünfter und stürzte die Brasilianer in ein Tal der Tränen.
So kann man Massa zwar zum Sieg im Finale gratulieren, auf den WM-Titel muss er jedoch verzichten.
Hamilton hingegen krönt sich nicht nur zum ersten Mal zum Formel-1-Weltmeister, ...
... sondern auch zum jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten (im Bild: Hamilton umarmt seinen Bruder Nicholas, im Hintergrund Hamiltons Freundin Nicole Scherzinger).
"Das war das intensivste Rennen meines Lebens", meinte der überglückliche Hamilton nach der Punktlandung. (Bilder: AP, dpa, Reuters; Text: Andrea Beu)
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.